Bei einer Streckensperrung wegen Bauarbeiten an einem Stellwerk in Nordrhein-Westfalen bietet die Deutsche Bahn ab April erstmals Leih-Fahrräder im Schienenersatzverkehr an.
Wegen der Modernisierungsarbeiten bei der Deutschen Bahn haben es Zugreisende nicht einfach. Ab dem 10. April wird die Strecke der S11 zwischen Köln-Mülheim und Bergisch Gladbach fast drei Monate lang gesperrt, bevor ein neues Stellwerk den Betrieb aufnehmen kann.
Auf dieser Strecke sind täglich mehr als 15.000 Pendler und Pendlerinnen unterwegs.
Normalerweise richtet die Deutsche Bahn dann einen sogenannten Schienenersatzverkehr ein, doch nicht nur der Begriff ist sperrig. Oft können die zusätzlichen Busse nicht direkt an den Bahnhöfen halten, zudem ist es vielerorts in Deutschland schwierig, genug Busfahrer und -fahrerinnen zu rekrutieren.
Fahrrad als Schienenersatzverkehr: Nur ein kleiner Test?
Die Fahrt von Köln-Mülheim über Holweide, Dellbrück und Duckterath nach Bergisch Gladbach dauert normalerweise mit der S-Bahn 13 Minuten. Für die Ersatzbusse sind 37 Minuten eingeplant.
Um den Fahrgästen die schwere Zeit zu erleichtern und wohl auch um den Kampf gegen den Klimawandel zu unterstützen, bietet die Deutsche Bahn jetzt erstmals Leihfahrräder an. Wahrscheinlich ist das Angebot aber nur ein Test im kleinen Rahmen, um auszuprobieren, wer die 10 Kilometer oder eine Teilstrecke davon lieber radelt.
Wie t-online berichtet, sollen morgens 50 Fahrräder zur Verfügung stehen, die über eine App reserviert werden können. Sie kosten pro angefangener Viertelstunde einen Euro, für Abonnentinnen und Abonnenten des Regionalverkehrs sind sie 30 Minuten lang kostenlos. Die Räder können an allen Bahnhöfen auf der Strecke wieder abgegeben werden.
Im Regionalverkehr freuen sich sicher einige über den Fahrrad-Verleih der Bahn. Bei längeren Strecken ist das mit dem Radeln eher schwierig - wie bei der gesperrten Verbindung zwischen Berlin und Hamburg. Eigentlich sollten die Bauarbeiten dort bis Ende April abgeschlossen werden, aber wegen der frostigen Temperaturen Anfang des Jahres wird die Strecke laut Bahn erst ab dem 14. Juni wieder befahrbar sein. Aktuell wird der Verkehr über Uelzen und Stendal umgeleitet - und dauert 45 Minuten länger.
Ab Mai will die Bahn die Strecke zwischen Hamburg und Hannover sanieren.