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Spur führt nach Warschau: US-Sanktionen gegen mutmaßliche Hisbollah-Finanzierung

Archivfoto: Gebäude des US-Finanzministeriums in Washington, aufgenommen am zehnten Oktober 2008.
Archivfoto: Das Gebäude des US-Finanzministeriums in Washington, aufgenommen am zehnten Oktober zweitausendacht. Copyright  Copyright 2008 AP. All rights reserved.
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Von Katarzyna Kubacka
Zuerst veröffentlicht am
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Die Sanktionen der Trump-Regierung treffen nun auch Polen: Das in Warschau registrierte Unternehmen Calllync steht laut US-Finanzministerium wegen Unterstützung der Hisbollah auf der Sanktionsliste, ebenso sein polnischer Geschäftsführer.

Der Krieg im Iran geht bald in die vierte Woche. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump verhängt derweil weitere Sanktionen gegen Akteure mit Verbindungen zu dem Land. Am Freitag teilte das US-Finanzministerium mit, dass es sechzehn Personen und Unternehmen sanktioniert, die von dem Hezbollah-Finanzier und früheren Investmentmanager Alaa Hassan Hamieh geführt werden.

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Unter ihnen ist die in Warschau registrierte Firma Calllync sp. z o.o. Nach den wenigen online verfügbaren Angaben bietet sie IT-Dienstleistungen an. Auch ihr Geschäftsführer steht nun auf der Sanktionsliste.

Die Erklärung des US-Finanzministeriums kommt in einer Phase stark steigender Ölpreise. Grund ist die Blockade der Straße von Hormus. Gleichzeitig nimmt die internationale Kritik an den israelisch-amerikanischen Militäraktionen im Iran zu.

Warschauer Firma soll Hezbollah finanzieren

Nach Angaben auf der Website des US-Finanzministeriums haben sechzehn Unternehmen und andere Strukturen aus dem Umfeld von Alaa Hassan Hamieh mehr als 100 Millionen Dollar eingeworben. Das Geld soll der libanesischen Organisation Hezbollah zugeflossen sein.

Dieses Netzwerk sei eine zentrale Finanzierungsquelle der Hezbollah, die trotz internationaler Forderungen nach Entwaffnung weiterhin auf Gewalt setze, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums.

Auf der Liste stehen auch die Warschauer Firma Calllync sp. z o.o. sowie Daniel Hamieh, der Neffe von Alaa Hamieh. Beide sitzen im Vorstand des Unternehmens. In der Mitteilung heißt es außerdem, Alaa Hamieh besitze direkt oder indirekt zahlreiche mit der Hezbollah verbundene Firmen, von denen ein Teil der Geldbeschaffung oder Geldwäsche diene.

Wie die Polnische Presseagentur PAP berichtet, besitzt Daniel Hamieh die polnische Staatsbürgerschaft.

Über Calllync sp. z o.o. ist im Internet kaum etwas zu finden. Im Eintrag im polnischen Landesgerichtsregister fehlen sowohl eine Telefonnummer als auch eine E-Mail-Adresse. Die auf einer ausländischen Website angegebene Nummer, die auf ein Büro in Warschau schließen lässt, führt zu einem Unternehmen für Autopflege.

Auf der Sanktionsliste stehen zudem Firmen und Personen aus unter anderem dem Libanon, Syrien, Katar, Kanada und Slowenien.

Ölpreissprung befeuert internationale Kritik an Trumps Iran-Einsatz

Die Erklärung der USA fällt in eine Phase massiver Preissprünge auf dem Ölmarkt. Auslöser ist die Blockade der Straße von Hormus. Durch diese Meerenge werden rund 20 Prozent des weltweiten Rohöls transportiert, was die Kraftstoffpreise weltweit in die Höhe treibt. Zugleich wächst die internationale Kritik an der gemeinsamen Iran-Strategie der USA und Israels.

Am Freitag bezeichnete Trump NATO-Partner als „Feiglinge“, weil sie sich seiner Ansicht nach zu wenig an dem Krieg beteiligen. Ohne die USA verkomme das Bündnis zu einem „Papiertiger“, sagte er.

Zuvor hatte UN-Generalsekretär António Guterres im Gespräch mit „POLITICO“ angedeutet, dass beide Konfliktparteien in dem laufenden Krieg Kriegsverbrechen begehen könnten.

Die Sanktionen der Regierung von Donald Trump folgen der Strategie des „maximalen Drucks“. Washington nutzt das Finanzministerium als eines seiner schärfsten wirtschaftlichen Instrumente und verhängt regelmäßig harte Strafmaßnahmen gegen Staaten, die autoritäre Regime oder internationalen Terrorismus unterstützen – vor allem gegen Iran, Syrien und Venezuela.

US-Sanktionen: Was sie bedeuten

Die von Trump verhängten Sanktionen machen es betroffenen Personen und Unternehmen im globalen Finanzsystem nahezu unmöglich, zu arbeiten. Wer auf der Liste des US-Finanzministeriums landet, muss mit der vollständigen Blockierung seiner Vermögenswerte und der Abschottung vom amerikanischen Bankensystem rechnen.

Die USA setzen seit langem Sanktionen gegen Personen mit Verbindungen zur Hezbollah und anderen als terroristisch eingestuften Organisationen ein – und nicht nur gegen sie. Im Februar 2025 belegten die Vereinigten Staaten auch den Internationalen Strafgerichtshof mit Sanktionen und erschwerten damit dessen Arbeit erheblich.

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