Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Pistorius: Bundeswehr für Hormus-Einsatz nach Kriegsende bereit

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius in Australien
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius in Australien Copyright  AP Photo
Copyright AP Photo
Von Verena Schad
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare
Teilen Close Button

Deutschland und Australien wollen ihre militärische Zusammenarbeit deutlich vertiefen. Während der letzten Station seiner Asienreise in "Down Under" äußerte sich Boris Pistorius auch zum Iran-Krieg und skizzierte einen möglichen Hormus-Einsatz.

Beim Besuch von Verteidigungsminister Boris Pistorius in der australischen Hauptstadt Canberra haben beide Länder vereinbart, die Stationierung von Truppen zu erleichtern, gemeinsame Rüstungsprojekte auszubauen und künftig enger im Bereich Weltraumverteidigung zu kooperieren.

WERBUNG
WERBUNG

Pistorius befindet sich derzeit auf einer Reise durch die Indo-Pazifik-Region, um die sicherheitspolitischen Beziehungen zu befreundeten Nationen zu vertiefen.

Ein zentrales Ergebnis der Gespräche mit Australiens Verteidigungsminister Richard Marles ist ein geplantes Truppenstatut, das Einsätze der Streitkräfte im jeweils anderen Land deutlich vereinfachen soll.

Zudem will sich Australien am Aufbau eines deutschen Frühwarnsystems im Weltraum beteiligen. Dieses soll auf ein globales Netzwerk von Sensoren setzen, um Bedrohungen wie das Blenden oder Zerstören von Satelliten – etwa durch Russland oder China – frühzeitig zu erkennen.

Auch die Rüstungskooperation wird ausgeweitet: Australien plant, Raketen des deutschen Herstellers TDW in seine eigene Produktion zu integrieren. Hintergrund sind wachsende Engpässe bei militärischen Ressourcen infolge der Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten.

Pistorius betonte, Deutschland müsse sich breiter aufstellen und Abhängigkeiten reduzieren: "Unsere Abhängigkeit war zu einseitig"“ Künftig gehe es darum, Lieferketten zu diversifizieren und mehr Partner einzubinden.

Pistorius: Kein deutscher Kriegseinsatz im Iran – aber Perspektive für Hormus

Mit Blick auf den Krieg im Nahen Osten zog Verteidigungsminister Boris Pistorius eine klare rote Linie – ließ zugleich aber Raum für ein mögliches späteres Engagement der Bundeswehr. Deutschland werde sich nicht an den laufenden Kämpfen beteiligen: "Wir wollen nicht in diesen Krieg hineingezogen werden", sagte der SPD-Politiker. "Solange der Krieg andauert, werden wir uns dort militärisch nicht engagieren."

Für die Zeit danach skizzierte Pistorius jedoch eine Perspektive. Im Falle einer Waffenruhe oder eines Friedensabkommens könne sich Deutschland eine Beteiligung an einer internationalen Mission vorstellen – mit einem klar begrenzten Auftrag: "Nach einer Waffenruhe oder einem Frieden können wir uns selbstverständlich vorstellen und sind grundsätzlich bereit, uns an einer Operation zur Sicherung der freien Schifffahrt durch die Straße von Hormus zu beteiligen."

Damit deutete der Minister an, dass die Bundeswehr künftig eine Rolle bei der Absicherung einer der wichtigsten Handelsrouten der Welt übernehmen könnte – allerdings ausdrücklich erst nach einem Ende der Kampfhandlungen. Details ließ Pistorius offen: "Aber das ist jetzt nicht der Zeitpunkt, das zu diskutieren."

Indo-Pazifik im Fokus deutscher Sicherheitspolitik

Der Ausbau der Beziehungen zu Australien ist Teil einer umfassenderen Strategie. Während seiner Reise durch Japan, Singapur und Australien unterstrich Pistorius, dass die Sicherheit Europas eng mit der im Indo-Pazifik verbunden sei. "Sicherheit in Europa und Sicherheit im Indo-Pazifik sind zwei Seiten derselben Medaille", sagte er.

Australien gilt dabei als einer der wichtigsten Partner Deutschlands in der Region. Die Zusammenarbeit reicht von gemeinsamen Übungen bis hin zur Integration deutscher Soldaten in Manöver wie „Pitch Black 2026“. Bereits in den vergangenen Jahren hat die Bundeswehr ihre Präsenz im Indo-Pazifik deutlich verstärkt – etwa durch Marineeinsätze, Luftwaffenübungen und gemeinsame Trainings mit Partnern vor Ort.

Ziel ist es, die Interoperabilität zu erhöhen, internationale Regeln zu sichern und Handelswege sowie Energieversorgung zu schützen. Angesichts globaler Spannungen setzen beide Länder verstärkt auf Kooperation – zu Land, zur See, in der Luft und zunehmend auch im Weltraum.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Trump beharrt auf laufenden Iran-Verhandlungen – Teheran weist dies zurück

Was wir über die Verhandlungen zum Iran-Krieg wissen und was nicht

Irans Militärsprecher: Trump "verhandelt mit sich selbst"