Im Nordkaukasus kommt es zu großflächigen Überschwemmungen: Tausende von Menschen werden in Dagestan und Tschetschenien evakuiert. Die Flut sei schnell gekommen, es blieb keine Zeit zum reagieren, erzählt ein Anwohner.
Schwere und lang anhaltende Regenfälle haben in mehreren Regionen des russischen Nordkaukasus zu großflächigen Überschwemmungen geführt. Am stärksten betroffen sind Dagestan und Tschetschenien, wo die Behörden den Notstand ausgerufen haben und die Rettungsdienste weiterhin mit der Evakuierung der Bevölkerung und der Beseitigung der Folgen der Katastrophe beschäftigt sind.
Dagestan: zerstörte Brücken und Hunderte von Siedlungen ohne Strom.
In Machatschkala und den angrenzenden Bezirken überflutete das Wasser Straßen, Häuser und soziale Einrichtungen. Das Filmmaterial zeigt, wie Retter Kinder aus überfluteten Vierteln tragen und Bewohner versuchen, Dokumente und persönliche Gegenstände zu retten.
Ein Anwohner sagte, die Flut sei so schnell gekommen, sodass keine Zeit zum Reagieren blieb:
"Es kam über mich wie ein Tsunami. Ich wurde zurückgeschleudert und konnte nichts mehr tun. Die Dokumente sind da, alles ist da", sagte ein Anwohner.
Die Behörden in Dagestan meldeten die Zerstörung mehrerer Brücken und Schäden an der Infrastruktur. Mehr als 133 Siedlungen waren ohne Stromanschluss. Der Leiter der Region, Sergej Melikow, sagte, in einigen Gebieten seien mehr als 50 Millimeter Niederschlag gefallen, was einen Rekord für die letzten Jahre darstellt.
Nach Angaben des Katastrophenschutzministeriums wurden in Dagestan mehr als 3.300 Menschen evakuiert. Die Rettungskräfte versuchen weiterhin, überflutete Häuser zu umgehen und die Menschen in sichere Gebiete zu bringen.
Tschetschenien: Hunderte von überfluteten Häusern und zerstörte Straßen
Die Überschwemmungen haben auch das benachbarte Tschetschenien getroffen. Im Bezirk Gudermes, einem der am stärksten betroffenen Gebiete, wurden etwa 750 Häuser überflutet. Etwa 500 Bewohner wurden evakuiert.
Nach Angaben der Anwohner stieg das Wasser nach tagelangem Dauerregen an, und die Hilfe der Rettungskräfte wurde sofort benötigt.
"Wegen des Regens kam es, wie Sie sehen können, zu Überschwemmungen. Wir haben dringend Rettungskräfte gerufen", sagte ein Anwohner.
Die Straßen in der Region wurden beschädigt, der Verkehr wurde behindert, und in einigen Siedlungen drang das Wasser in Wohnhäuser ein. Die Rettungsdienste sind weiterhin damit beschäftigt, das Wasser abzupumpen und die Straßen von Sedimenten zu befreien.
Der tschetschenische Präsident Ramsan Kadyrow verhängte am 29. März den Ausnahmezustand.
Klimatischer Kontext: extreme Niederschlagsereignisse werden immer häufiger
Überschwemmungen treten im Nordkaukasus regelmäßig auf, aber die lokalen Behörden stellen fest, dass die Niederschlagsintensität in diesem Jahr ungewöhnlich hoch ist. Meteorologen führen dies auf eine allgemeine Zunahme der Häufigkeit extremer Wetterereignisse in der Region zurück.
Wie von den Meteorologen vorhergesagt, hatten die Regenfälle am Sonntagabend nachgelassen, aber die Auswirkungen des Sturms müssen noch bewertet werden. Die Behörden warnten, dass die Pegelstände der Flüsse noch mehrere Tage lang hoch bleiben könnten.
Europäischer Kontext: wachsende regionale Anfälligkeit für extreme Wetterbedingungen
Die Überschwemmungen im Nordkaukasus ereigneten sich vor dem Hintergrund ähnlicher Ereignisse in anderen Teilen Europas und benachbarten Regionen. Experten stellen fest, dass der Klimawandel die Risiken für Gebirgs- und Küstenregionen erhöht, wo intensive Niederschläge zu Sturzfluten und Infrastrukturschäden führen können.
Europäische Beobachter betonen, dass solche Ereignisse langfristige Anpassungsmaßnahmen erfordern, die von der Modernisierung der Entwässerungssysteme über die Stärkung der Küsten bis zur Verbesserung der Frühwarnung reichen.
Die Lage bleibt angespannt
Die Rettungsdienste sind weiterhin rund um die Uhr im Einsatz. Die Behörden in Dagestan und Tschetschenien fordern die Einwohner auf, gefährliche Gebiete zu meiden und den Empfehlungen der Rettungsdienste zu folgen.
Je weiter das Wasser zurückgeht, desto deutlicher wird das Ausmaß der Verwüstung: beschädigte Häuser, zerstörte Straßen, Stromausfälle und die Notwendigkeit, Hunderte von Familien vorübergehend unterzubringen.