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"Keine Hoffnung mehr": Gestrandeter Wal soll in Ruhe sterben

Ein Buckelwal vor der deutschen Ostseeküste ist erneut festgekommen nahe der Insel Poel in Weitendorf-Hof, Deutschland, am Dienstag, den 31. März 2026.
Ein Buckelwal vor der deutschen Ostseeküste ist erneut festgekommen nahe der Insel Poel in Weitendorf-Hof, Deutschland, am Dienstag, den 31. März 2026. Copyright  AP Photo
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Von Nela Heidner
Zuerst veröffentlicht am
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Die Bemühungen, den vor Wismar erneut gestrandeten Buckelwal zu retten, werden beendet. Das Tier soll an seinem aktuellen Ort ungestört bleiben, erklärte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus. Er bezeichnete den Tag als besonders emotional.

Behörden und Fachleute haben die Hoffnung für den im flachen Ostseewasser festsitzenden Buckelwal aufgegeben. "Wir gehen fest davon aus, dass das Tier dort verstirbt", erklärte der an den Rettungsversuchen beteiligte Experte Burkard Baschek am Mittwoch in Wismar bei einer emotionalen Pressekonferenz, gemeinsam mit Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD). Es sei nun der Zeitpunkt gekommen, "ihn gehen zu lassen".

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Es gebe inzwischen keine Hoffnung mehr.

Ein Problem für das Tier ist unter anderem der Salzgehalt des Wassers. In den Ozeanen ist er deutlich höher als in der Ostsee: Im Atlantik liegt er bei rund 35 Promille, in der westlichen Ostsee dagegen nur bei etwa zehn bis 15 Promille. Der Buckelwal hält sich also in einem für ihn viel zu wenig salzhaltigen Lebensraum auf.

"Wir sind allen Ideen nachgegangen", betonte Backhaus. Nach einer erneuten Begutachtung seien zuletzt noch einmal sämtliche Ansätze geprüft worden. Alle Beteiligten seien zu dem Schluss gekommen, dass der Wal an seinem jetzigen Ort "seinen Platz gefunden" habe. "Ich wünsche dem Wal, dass er zur Ruhe kommt", ergänzte der Minister. Es sei nun klar, dass das Tier "am Ende das Zeitliche segnen muss".

Die Behörden haben jetzt auf Poel, der Insel nördlich von Wismar vor der der Wal liegt, eine 500-Meter-Sperrzone eingerichtet. Die Zone darf weder betreten noch mit Booten befahren werden. Auch Drohnenflüge über dem Tier sind verboten, erklärte Backhaus. Zur Durchsetzung kündigte er Polizeikontrollen an, bei Bedarf sollen Platzverweise ausgesprochen und umgesetzt werden.

Todesursache soll durch Obduktion geklärt werden

Sollte der Buckelwal vor Mecklenburg-Vorpommern bleiben und dort verenden, wird der Kadaver zum Deutschen Meeresmuseum in Stralsund gebracht. Es soll herausgefunden werden, was zu seinem Tod beigetragen hat. Im Maul hängen meterlange Schiffsnetze, aber bisher ist nicht klar, ob es diese Netze auch gefressen hat.

Sogenannte "Geisternetze" sind verlorene oder absichtlich aufgegebene Fischernetze, die herrenlos im Meer treiben oder am Meeresboden liegen. Sie können über Jahre hinweg weiter "fangen" und stellen eine große Gefahr für Meerestiere wie Wale, Delfine oder Schildkröten dar. Die Tiere verheddern sich darin oder nehmen Teile der Netze auf, was zu Verletzungen, Erschöpfung oder zum Tod führen kann. Schätzungen zufolge machen Geisternetze einen erheblichen Teil des Plastikmülls in den Ozeanen aus.

Der gestrandete Buckelwal wird in Berichten von Rettungskräften und Medien "Timmy" genannt – ein Name, den offenbar Rettungsteams dem Tier gegeben haben.

Der Sterbeprozess von Timmy könnte sich durchaus länger hinziehen, sagen Experten.

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