Mit dem Rücktritt von General Randy George und weiteren Entlassungen stellt Verteidigungsminister Pete Hegseth die militärische Spitze neu auf.
Der US-Verteidigungsminister hat den Stabschef der US-Armee, General Randy George, gebeten, von seinem Amt zurückzutreten. Das teilte das Pentagon am Donnerstag mit, ohne Gründe für die Entscheidung zu nennen.
George "wird mit sofortiger Wirkung von seiner Position als 41. Stabschef der Armee zurücktreten", sagte Pentagon-Sprecher Sean Parnell. Den Posten, der üblicherweise für vier Jahre vergeben wird, hatte er seit August 2023 unter der Regierung von Joe Biden inne.
Während seiner fast vier Jahrzehnte währenden Militärkarriere war George mehrfach im Irak und in Afghanistan im Einsatz. Unter Präsident Joe Biden bekleidete er zudem Positionen wie die des stellvertretenden Stabschefs der Armee sowie die des leitenden militärischen Assistenten von Verteidigungsminister Lloyd Austin.
Ein offizieller Grund für die Rücktrittsaufforderung wurde zunächst nicht genannt. Der Sender CBS zitierte jedoch eine Quelle mit der Aussage, Verteidigungsminister Pete Hegseth wolle eine Person einsetzen, die seine sowie die Vorstellungen von Präsident Donald Trump für die Armee umsetzt.
Verteidigungsminister Pete Hegseth hat zudem Armeegeneral David Hodne und Generalmajor William Green entlassen. Das bestätigte ein Pentagon-Beamter, der unter der Bedingung der Anonymität sprach, um die sensiblen Personalentscheidungen zu kommentieren. Gründe für die Entlassungen wurden auch in diesen Fällen nicht genannt.
Die Ankündigung erfolgte nur wenige Stunden, nachdem bekannt geworden war, dass Präsident Donald Trump am Donnerstag die Generalstaatsanwältin Pam Bondi entlassen und seinen früheren persönlichen Anwalt zum kommissarischen Leiter des Justizministeriums ernannt hatte.
General Christopher LaNeve soll nach Angaben des Pentagon übergangsweise das Amt des Generalstabschefs der Armee übernehmen. LaNeve war zuvor Hegseths wichtigster militärischer Berater, bevor Trump ihn im Oktober überraschend zum stellvertretenden Stabschef der Armee ernannte. Für den Offizier bedeutet das einen ungewöhnlich schnellen Aufstieg – vor zwei Jahren war er noch Zwei-Sterne-General.
Trump hat bereits mehrere hochrangige Militärs entlassen, darunter den Vorsitzenden der Joint Chiefs of Staff, General Charles Q. Brown Jr., der im Februar 2025 ohne Begründung abgelöst wurde.
Kündigungen auch bei Marine und Luftwaffe
Zu den weiteren abgesetzten Führungskräften zählen die Chefs von Marine und Küstenwache, der Leiter der National Security Agency, der stellvertretende Stabschef der Luftwaffe, ein bei der NATO eingesetzter Marineadmiral sowie drei ranghohe Militärjuristen.
Die Umstrukturierung der militärischen Führung fällt in eine Phase wachsender Spannungen: Fallschirmjäger der 82. Luftlandedivision werden gemeinsam mit Tausenden Marines und weiteren Einheiten in den Nahen Osten verlegt. Die Regierung von Trump hat bislang offengelassen, ob auch Bodentruppen gegen den Iran eingesetzt werden sollen.
In einer Rede zur besten Sendezeit am Mittwoch zum Krieg nannte Trump weder ein mögliches Enddatum des Konflikts noch konkrete Details zu seiner Strategie, kündigte jedoch weitere militärische Schritte an.
"Wir werden sie in den nächsten zwei bis drei Wochen extrem hart treffen", sagte Trump mit Blick auf den Iran und fügte hinzu, man werde sie "in die Steinzeit zurückbringen, wo sie hingehören".
Hegseth griff diese Wortwahl nach der Rede in sozialen Netzwerken auf und schrieb lediglich: "Zurück in die Steinzeit".