Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Iran meldet Tod von Geheimdienstchef der Revolutionsgarden

Ein Mann hält ein Bild des verstorbenen iranischen Ayatollah Ali Khamenei während einer regierungsfreundlichen Versammlung auf einem Platz in Teheran, 5. April 2026
Ein Mann hält ein Bild des verstorbenen iranischen Ayatollah Ali Khamenei während einer regierungsfreundlichen Versammlung auf einem Platz in Teheran, 5. April 2026 Copyright  AP Photo
Copyright AP Photo
Von Aleksandar Brezar & Malek Fouda & AP
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare
Teilen Close Button

Die Angriffe zwischen den USA, Israel und dem Iran dauern an: in Israel wurden mindestens vier Menschen durch einen iranischen Angriff getötet. Tehran meldet derweil den Tod des Geheimdienschefs der Revolutionsgarden.

Der Iran meldete den Tod eines hochrangigen Geheimdienstvertreters der Revolutionsgarden. Majid Khademi sei laut staatlichen Medien bei einem Angriff ums Leben gekommen, den Teheran den USA und Israel zuschreibt. Es ist bereits der zweite tödliche Schlag gegen die Führung der Einheit innerhalb eines Jahres – schon Khademis Vorgänger war bei einem israelischen Angriff getötet worden.

WERBUNG
WERBUNG

In der israelischen Hafenstadt Haifa wurden nach einem iranischen Raketenangriff zwei weitere Tote aus den Trümmern eines zerstörten Wohnhauses geborgen. Damit steigt die Zahl der Opfer an diesem Ort auf vier. Einsatzkräfte und Reservisten hatten die ganze Nacht über nach Verschütteten gesucht und dabei auch technische Hilfsmittel eingesetzt, um Überlebende aufzuspüren.

Parallel dazu gibt es erste vorsichtige Signale in Richtung Deeskalation: Pakistan hat nach eigenen Angaben einen Vorschlag für eine Waffenruhe an Washington und Tel Aviv übermittelt. US-Medien berichten, dass der Plan unter anderem eine schrittweise Öffnung der Straße von Hormus sowie eine sofortige Feuerpause vorsieht – Details bleiben jedoch unklar.

Iran drohte mit "verheerenden" Vergeltungsschlägen

Der Iran hatte zuvor mit "deutlich verheerenderen" Vergeltungsschlägen gedroht, falls die USA zivile Ziele angreifen sollten. Das berichteten staatliche Medien in Teheran. Hintergrund sind Drohungen von US-Präsident Donald Trump, iranische Kraftwerke und Brücken ins Visier zu nehmen, sollte die Straße von Hormus nicht bis Dienstag wieder geöffnet werden.

"Sollten sich Angriffe auf zivile Ziele wiederholen, werden die nächsten Phasen unserer Offensiv- und Vergeltungsoperationen wesentlich verheerender und weitreichender sein", erklärte ein Sprecher des iranischen Oberkommandos am Montag. Trump schrieb am Sonntag auf seiner Plattform Truth Social: "Dienstag wird der Tag der Kraftwerke und Brücken im Iran – beides auf einmal. Es wird nichts Vergleichbares geben."

Weiter forderte Trump fluchend, dass die Straße geöffnet werden soll, sonst "würden sie die Hölle erleben". Beendet hatte er seinen Beitrag mit "gelobt sei Allah."

Bereits am Samstag hatte Trump dem Iran mit "der Hölle" gedroht, sollte das Land die Straße von Hormus nicht öffnen – eine zentrale Route für den weltweiten Energiehandel, die derzeit von iranischen Streitkräften blockiert wird. "Ich habe dem Iran zehn Tage gegeben, um einen Deal zu machen oder die Straße von Hormus zu öffnen. Die Zeit läuft ab – noch 48 Stunden, bevor die Hölle über sie hereinbricht", schrieb er.

Neuer Vorstoß für Waffenruhe

Im Hintergrund der anhaltenden Kämpfe gibt es offenbar einen neuen diplomatischen Vorstoß. Berichten zufolge haben sowohl Washington als auch Teheran Entwürfe für einen Plan erhalten, der eine 45-tägige Waffenruhe und die Wiederöffnung der Straße von Hormus vorsieht. Hinter dem Vorschlag stehen demnach Vermittler aus Ägypten, Pakistan und der Türkei. Sie versuchen, zwischen beiden Seiten auszuloten, ob sich ein Zeitfenster für ernsthafte Verhandlungen schaffen lässt.

Eine mit dem Vorgang vertraute Quelle sagte der Nachrichtenagentur AP, die Hoffnung sei, dass die 45 Tage Raum für intensivere Gespräche zwischen den USA und dem Iran bieten könnten – mit dem Ziel, daraus einen dauerhaften Waffenstillstand zu entwickeln. Bislang haben weder Washington noch Teheran öffentlich auf den Entwurf reagiert. Übermittelt wurde er laut Bericht an Irans Außenminister Abbas Araghchi sowie an Trumps Sondergesandten Steve Witkoff.

DATEI: Ein Mann geht am Ufer entlang, während Öltanker und Frachtschiffe in der Straße von Hormuz aufgereiht sind, gesehen von Khor Fakkan, VAE, 11. März 2026
DATEI: Ein Mann geht am Ufer entlang, während sich Öltanker und Frachtschiffe in der Straße von Hormuz aufreihen, gesehen von Khor Fakkan, VAE, 11. März 2026 AP Photo

Ob daraus tatsächlich ein Ausweg aus der Eskalation entstehen kann, ist allerdings völlig offen. Der Konflikt hat längst weitere Teile der Region erfasst. Der Iran greift weiterhin Staaten an, in denen sich US-Stützpunkte befinden, darunter Länder am Golf und der Irak. Teheran hat zudem bereits klargemacht, unter welchen Bedingungen es überhaupt zu einem Einlenken bereit wäre: Der Iran fordert finanzielle Entschädigungen sowie Zusicherungen, dass es keine neuen Angriffe geben wird.

Ohne solche Garantien gibt es bislang keine Hinweise darauf, dass die Führung in Teheran ihre Haltung ändern will. Das gilt auch für die Straße von Hormus. Seit Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar ist die für den globalen Energiehandel zentrale Meerenge faktisch blockiert. Die Folgen sind auf dem Weltmarkt deutlich zu spüren: Der Ölpreis ist seitdem stark gestiegen.

Am Montagmorgen lag Brent-Rohöl bei rund 109 Dollar pro Barrel – etwa 65 Prozent über dem Niveau vor Kriegsbeginn. Der Iran selbst weist die Darstellung einer vollständigen Sperrung zurück. Aus Teheraner Sicht ist die Passage nicht grundsätzlich geschlossen, allerdings nicht für Schiffe aus den USA, Israel oder Staaten, die aus iranischer Sicht deren Kriegsanstrengungen unterstützen. Einzelne Schiffe durften demnach dennoch passieren, darunter auch Öllieferungen nach China sowie andere Durchfahrten, für die offenbar gezahlt wurde.

Weitere Angriffe in der Region

Unterdessen setzen die USA und Israel ihre Angriffe auf Ziele im Iran fort. Nach Angaben iranischer Behörden kam es in der Nacht zum Montag in mehreren Städten, darunter auch in Teheran, zu schweren Angriffen. Dabei sollen auch zivile Orte getroffen worden sein, darunter der Azadi-Platz sowie das Gelände der Sharif-Universität. Laut Teheran wurden dabei 25 Menschen getötet. Die Angaben zu den Opferzahlen lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.

Israelische Rettungsteams suchen in den Trümmern eines Wohnhauses nach Vermissten, einen Tag nachdem es von einer iranischen Rakete getroffen wurde, in Haifa, Israel, Montag, 6. April 2026
Israelische Rettungsteams suchen in den Trümmern eines Wohnhauses nach Vermissten, einen Tag nachdem dieses von einer iranischen Rakete getroffen wurde, in Haifa, Israel, Montag, 6. April 2026 Ariel Schalit/Copyright 2026 The AP. All rights reserved

Die Angriffe haben eine neue Welle iranischer Gegenschläge ausgelöst – sowohl gegen Israel als auch gegen Nachbarländer am Golf. Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate teilten am frühen Montag mit, ihre Luftabwehrsysteme aktiviert zu haben.

In der israelischen Hafenstadt Haifa wurden unterdessen vier Menschen tot aus den Trümmern eines von iranischen Raketen getroffenen Gebäudes geborgen. Einsatzkräfte suchten weiter nach zwei Vermissten – während erneut Luftalarm ausgelöst wurde, der auf weitere Angriffe hindeutete.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Stornierungen: Türkei verbucht Urlauberrückgang wegen Iran-Krieg

Trump droht dem Iran: "Öffnet die verdammte Meerenge, sonst werdet ihr die Hölle erleben"

Sie bezeichnete die USA als "großen Satan": Washington verhaftet Nichte eines iranischen Generals