Die Wahllokale in Ungarn sind landesweit seit 6 Uhr morgens geöffnet und die Wahl dauert bis 19 Uhr. Bislang zeigen alle Zahlen eine Rekordbeteiligung.
Bei den ungarischen Parlamentswahlen deutet alles auf eine sehr hohe Wahlbeteiligung. Die Stimmabgabe begann am Sonntagmorgen um 6 Uhr, und die 7,5 Millionen Wahlberechtigten sollten bis 19 Uhr an die Urnen gehen.
Eine Stunde nach Öffnung der Wahllokale hatten 3,46 % der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, das ist ein historischer Rekord - vor vier Jahren waren es nur 1,82 %, und bis 9 Uhr hatten 16,9 % der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, ebenfalls ein Rekord - vor vier Jahren hatten 10,3 % bis 9 Uhr gewählt.
Um elf Uhr waren bereits 37,98 % der Wahlberechtigten zur Wahl gegangen. Noch nie zuvor hatten in Ungarn so viele Menschen an einem Vormittag ihre Stimme abgegeben.
Orbán und Magyar haben in Budapest gewählt
Ministerpräsident Viktor Orbán, der Vorsitzende der Regierungspartei Fidesz, gab am Morgen in Budapest seine Stimme ab und zeigte sich erfreut über die hohe Wahlbeteiligung. "Wahlen sind ein Fest der Demokratie. Je mehr Menschen dabei sind, desto besser", sagte er.
Péter Magyar, Vorsitzender der Tisza-Partei, der größten und einzigen Oppositionspartei mit Chancen auf eine Regierungsbeteiligung, hat ebenfalls in Budapest gewählt. Er sagte, eine mögliche Rekordbeteiligung und ein reibungsloser und sauberer Wahlverlauf würden den Sieg seiner Partei begünstigen.
"Wenn diese Wahl ruhig und legal abläuft, dann wird Tisza und damit Ungarn diese Wahl gewinnen", erklärte er.
Viele Menschen in Ungarn fürchten Wahlbetrug, weshalb sich mehr Menschen als je zuvor zur Wahl angemeldet haben. Die Aktionsgemeinschaft DE! hat Wahlbeobachter rekrutiert, die Wahlbetrug auf öffentlichen Plätzen und Bestechungen dokumentieren sollten.
"Mehr als tausend von ihnen werden sicher auf der Straße sein. Sie mussten überprüft werden, um zu sehen, wer in welche Gebiete gehen konnte. Dazu kommen noch die Motorradpatrouillen, die höflich, aber bestimmt den Transportfahrzeugen folgen, die Betrug aufzeichnen und die Operation noch riskanter machen", so Áron Tímár, der Leiter der De! Aktionsgemeinschaft.
Nach Angaben des Nationalen Wahlbüros in Ungarn wurden rund 900 ausländische Beobachter für die Parlamentswahlen registriert.