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Spanien setzt auf Hyperschall und KI: Neue Militärstrategie für Europas Aufrüstung

Eine Rakete, präsentiert während einer Parade der venezolanischen Streitkräfte.
Eine Rakete, präsentiert während einer Parade der venezolanischen Streitkräfte. Copyright  AP Photo
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Von Cristian Caraballo
Zuerst veröffentlicht am
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Vor dem Hintergrund steigender Militärausgaben in Europa setzt Spanien auf technologische Aufrüstung: Mit der Strategie ETID 2026 rücken Hyperschall-Systeme, künstliche Intelligenz und sichere Kommunikation in den Mittelpunkt.

Vor Ostern hat das Verteidigungsministerium die Strategie für Verteidigungstechnologie und Innovation (ETID) 2026 vorgestellt, ein 200-seitiges Dokument, das neue Technologien in den Mittelpunkt der militärischen Entwicklung rückt. Zu den zentralen Handlungsfeldern gehören Künstliche Intelligenz, fortschrittliche Sensoren und die Förderung von Hyperschallfähigkeiten.

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Das Dokument schlägt die Entwicklung von Systemen zur Neutralisierung asymmetrischer Bedrohungen vor, etwa von Drohnenschwärmen oder unbemannten Luftfahrzeugen (UAS). Zu den untersuchten Technologien zählen elektromagnetische Systeme wie Railguns sowie Ansätze zur Verringerung von Größe, Gewicht und Energieverbrauch (SWaP), um die Kosten pro Schuss und den logistischen Aufwand zu senken.

Die Strategie sieht außerdem Verbesserungen bei Werkstoffen und Beschichtungen vor, um die Haltbarkeit von Systemen zu erhöhen, die extremen Bedingungen - insbesondere hohen Temperaturen - ausgesetzt sind, und ihren Einsatz in rauen Umgebungen sicherzustellen.

Nach Forschungsphase möglicher Einsatz in Luftwaffe

Eine der identifizierten Herausforderungen ist ein nachhaltiger Hyperschallantrieb. Dafür sind die Entwicklung von Scramjets (Triebwerken mit Überschallverbrennung), fortschrittlichen Statorjets (Strahltriebwerken ohne Kompressoren und Turbinen) oder Hybridsystemen notwendig. Diese Forschungslinien erfordern Fortschritte in den Bereichen Aerothermodynamik, Wärmeübertragung und chemische Kinetik unter extremen Bedingungen. Die geplanten Entwicklungen befinden sich bislang in der Forschungsphase und müssen Tests bestehen, bevor sie in der Luftwaffe eingesetzt werden können.

Die Strategie umfasst zudem die Untersuchung von Technologien für Geschwindigkeiten von mehr als Mach 5, sowohl für offensive als auch für defensive Anwendungen. Analysiert werden dabei auch Aspekte wie die Aeroelastizität, die Ausbreitung von Schockwellen und das thermische Verhalten von Hyperschallflugkörpern während des Flugs.

Für den Verteidigungsbereich sieht das Dokument die Entwicklung von Führungs- und Kontrollarchitekturen vor, die Sensoren, Entscheidungszentren und Reaktionssysteme mit Echtzeitfähigkeit miteinander verbinden. Geplant ist außerdem der Aufbau sicherer europäischer Kommunikationssysteme, um die Konnektivität in Szenarien mit mehreren Einsatzbereichen zu gewährleisten.

Erhöhte Militärausgaben in Europa

Die technologische Entwicklung findet vor dem Hintergrund steigender Militärausgaben in Europa statt. Nach Angaben der Europäischen Verteidigungsagentur gaben die 27 Mitgliedstaaten im Jahr 2024 insgesamt 343 Milliarden Euro für die Verteidigung aus - 19 Prozent mehr als 2023. In den vergangenen fünf Jahren sind die Ausgaben von 284 Milliarden auf 381 Milliarden Euro gestiegen.

Spanien hält an seinen Investitionsverpflichtungen im Verteidigungsbereich im Rahmen der NATO fest, die eine Erhöhung der Ausgaben auf mehr als 2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts vorsehen. Diese Entwicklung vollzieht sich in einem Umfeld, das von geopolitischen Spannungen und dem Ausbau militärischer Fähigkeiten in mehreren europäischen Ländern geprägt ist.

Gleichzeitig haben mehrere europäische Staaten Maßnahmen zur Stärkung ihrer militärischen Fähigkeiten ergriffen. Frankreich kündigte die Einführung eines freiwilligen Dienstes für junge Menschen im wehrfähigen Alter ab 2026 an. Bis 2035 sollen damit 50.000 Teilnehmer erreicht werden.

Polen hat ein 27-tägiges militärisches Grundausbildungsprogramm mit finanzieller Vergütung entwickelt, um die Zahl der Soldaten zu erhöhen. Lettland führte 2023 die Wehrpflicht wieder ein, während Estland dieses System weiterhin beibehält.

Diese Initiativen sind Teil einer breiteren Stärkung der Verteidigungspolitik in Europa, während Spanien seine Strategie für Militärtechnologie und Innovation weiter ausbaut.

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