Mit AGILE will die EU eine der größten Schwachstellen ihrer Verteidigungsförderung schließen: die Lücke zwischen Prototyp und Einsatz. Das neue Programm verspricht bis zu 100 Prozent Förderung, weniger Hürden für junge Firmen und einen schnelleren Weg neuer Technologien in die Streitkräfte.
Die Europäische Kommission plant eine neue Initiative namens AGILE, kurz für "Accelerating Groundbreaking Innovation for Defence in Europe". Sie richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen sowie an Start-ups und Scale-ups, die in Bereichen wie KI, Drohnen, Robotik, Quantentechnologien und Cybersicherheit tätig sind. Anders als bei bestehenden Programmen ist für einen Antrag im Rahmen von AGILE kein Konsortium, also kein Zusammenschluss mehrerer Unternehmen, erforderlich.
Die Kommission spricht von einem "Innovation Valley of Death". Gemeint ist die kritische Lücke zwischen einem funktionsfähigen Prototypen und einer einsatzbereiten Fähigkeit. AGILE soll helfen, diese Lücke zu schließen. Das Programm kann bis zu 100 Prozent der Kosten übernehmen. Zudem sieht es eine Rückwirkungsklausel vor, nach der Unternehmen Ausgaben geltend machen können, die bis zu drei Monate vor dem Ende einer Ausschreibung angefallen sind.
Nach Angaben der Kommission könnten zwischen 20 und 30 Projekte gefördert werden. Die neuen Technologien sollen innerhalb von drei Jahren bei den Streitkräften zum Einsatz kommen.
AGILE soll die Lücke zwischen dem Europäischen Verteidigungsfonds, der Forschung und Entwicklung finanziert, und dem Europäischen Programm für die Verteidigungsindustrie schließen, das Produktion und Beschaffung in großem Maßstab unterstützt.
Bislang handelt es sich jedoch nur um einen Vorschlag, dem sowohl das Europäische Parlament als auch der Rat noch zustimmen müssen. Im Fall einer Billigung soll AGILE nach Angaben der Kommission Anfang 2027 an den Start gehen.