Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Knappe Mehrheit der Spanier unterstützt Spaniens Kurs im Iran-Konflikt

Der libanesische Präsident Josep Aoun (links) schüttelt dem spanischen Außenminister José Manuel Albares die Hand, während Pedro Sánchez (Mitte) zusieht.
Der libanesische Präsident Josep Aoun (links) schüttelt dem spanischen Außenminister José Manuel Albares die Hand, während Pedro Sánchez (Mitte) zusieht. Copyright  @jmalbares vía X
Copyright @jmalbares vía X
Von Javier Iniguez De Onzono
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare
Teilen Close Button

Während sich weltweit viele Befragte von dem Konflikt distanzieren, fällt die Bewertung Spaniens vergleichsweise positiv aus. Im eigenen Land findet der Regierungskurs laut einer Studie mehrheitlich Zustimmung.

Laut einer Umfrage, die Gallup gemeinsam mit Sigma Dos in 15 Ländern durchgeführt hat, sind 51 Prozent der spanischen Bürger mit dem Umgang ihrer Regierung mit der geopolitischen und energiepolitischen Krise zufrieden, die durch die amerikanisch-israelische Militäroperation im Iran ausgelöst wurde.

WERBUNG
WERBUNG

30 Prozent der Befragten äußern sich dagegen unzufrieden mit der Außenpolitik des von José Manuel Albares geführten Ministeriums. Jeder Zehnte gibt an, angesichts des geopolitischen Konflikts neutral zu bleiben, 8 Prozent wissen nicht, wie sie antworten sollen.

Zugleich sagen 65 Prozent der Spanier, dass sie in dem Konflikt keine Partei ergreifen. Etwa die Hälfte von ihnen geht davon aus, dass keine der beiden Seiten den Konflikt für sich entscheiden wird und dass es den USA und Israel gelingen wird, die persische Theokratie durch eine andere Führung zu ersetzen.

In anderen europäischen Ländern fällt die Bewertung der eigenen Regierungen dagegen schlechter aus. So verzeichnen Portugal ein Minus von sieben Prozentpunkten bei der Nettozufriedenheit, Schweden von drei und Deutschland von zehn Prozentpunkten.

Von allen befragten Ländern bewerten nur Japan und Pakistan Spaniens Vorgehen im Nahen Osten noch kritischer. Weder die Portugiesen noch die Deutschen sprechen sich mehrheitlich dafür aus, dass ihr Land die Vereinigten Staaten militärisch unterstützen sollte: In Portugal lehnen dies 77 Prozent ab, in Deutschland 80 Prozent. Damit liegen die Werte sogar über dem spanischen Anteil von 64 Prozent.

Pedro Sánchez war am Wochenende nach Beginn der Militäroperation der erste europäische Regierungschef, der das Vorgehen der US-Regierung und ihres israelischen Verbündeten offen kritisierte. In der Folge schloss der sozialistische Ministerpräsident die Stützpunkte Rota und Morón für Operationen im Nahen Osten, berief die spanische Botschafterin in Tel Aviv, Ana Sálomon, ab und sicherte sich im Parlament eine Mehrheit für ein Dekret mit Anti-Krisen-Maßnahmen. Dieses sieht unter anderem allgemeine Steuersenkungen für den Energiesektor vor und wurde bei Enthaltung der Volkspartei und von Podemos verabschiedet.

Spanien ist zudem das einzige der elf untersuchten Länder, in dem die Maßnahmen der Vereinten Nationen und der Europäischen Union mehrheitlich unterstützt werden. 40 Prozent befürworten die Schritte der UNO, 29 Prozent lehnen sie ab. Die Maßnahmen der EU unterstützen 46 Prozent, während 29 Prozent dagegen sind.

In nahezu allen befragten Ländern - mit Ausnahme Pakistans - herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass die Lage im Iran zu größerer Instabilität führen wird und sich der Konflikt über Monate, nicht nur über Wochen, hinziehen dürfte. Das widerspricht den wiederholten Aussagen Donald Trumps.

Für die Umfrage wurden 13.000 Interviews in 15 Ländern Europas, Asiens und Lateinamerikas geführt, im Schnitt rund 1.000 pro Land. In Spanien übernahm Sigma Dos die Feldarbeit vom 24. bis 27. März 2026 und führte 1.023 Interviews.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Spaniens große Amnestie: Wer jetzt im Land bleiben darf

Knappe Mehrheit der Spanier unterstützt Spaniens Kurs im Iran-Konflikt

Sánchez will 19 Abkommen mit China schließen und setzt auf Peking als Nahost-Vermittler