Der Kenianer Sabastian Sawe gewann den London-Marathon mit einer Zeit von 1:59:30 Stunden und war damit der erste Athlet, der die 42 Kilometer offiziell in weniger als zwei Stunden absolvierte. Die Äthiopierin Tigst Assefa brach ihren eigenen Rekord in der Frauenkategorie.
Jahrelang wurde die Zwei-Stunden-Grenze im Marathon als eine Art psychologische und physische Grenze betrachtet, die für den Menschen unerreichbar schien. Eliud Kipchoge hat es 2017 in Monza und 2019 in Wien unter kontrollierten Bedingungen versucht, die Zeiten wurden jedoch nicht von World Athletics anerkannt. Diesen Sonntag in London ist das anders: Es ist offiziell, wettbewerbsorientiert und die ganze Welt schaut zu.
Der Kenianer Sabastian Sawe ist der erste Mann, der offiziell einen Marathon unter zwei Stunden absolviert hat - noch muss der Rekord von World Athletics bestätigt werden.
Mit seiner Zeit von 1:59:30 Stunden unterbot er den bisherigen Rekord des verstorbenen Kelvin Kiptum um 65 Sekunden, der seit dem Chicago-Marathon im Oktober 2023, bei dem er die Uhr bei 2:00:35 Stunden gestoppt hatte, gehalten hatte.
Ein Rennen mit drei Männern unter dem alten Rekord
Was sich an diesem Sonntag auf den Straßen von London abspielte, war beispiellos. Nicht nur Sawe blieb unter zwei Stunden: Auch der Äthiopier Yomif Kejelcha absolvierte die Strecke in 1:59:41 Stunden, 11 Sekunden hinter dem Sieger.
Dritter wurde Jacob Kiplimo aus Uganda mit 2:00:28, so dass die drei Erstplatzierten alle unter dem bisherigen Weltrekord blieben.
Sawe hatte bereits im vergangenen Jahr in London gewonnen, doch diesmal war es ein anderes Niveau. Ab der zweiten Hälfte des Rennens machte er an der Seite von Kejelcha das Tempo, und bei Kilometer 35 begannen die beiden, einen Vorsprung auf die anderen herauszulaufen. Das Podium war schon lange vor der Ziellinie beschlossen.
Assefa bricht auch ihren eigenen Rekord in der Frauenkategorie.
Der Tag stand aber nicht nur im Zeichen der Männer. Die Äthiopierin Tigst Assefa gewann zum zweiten Mal in Folge in London und unterbot mit einer Zeit von 2:15:41 ihren eigenen Weltrekord bei den Frauen. Das Rennen endete mit einer knappen Entscheidung: Hellen Obiri wurde Zweite in 2:15:53 und Joyciline Jepkosgei Dritte in 2:15:55.
Assefa hielt den Rekord bei den Frauen bereits seit der Ausgabe 2025, als sie 2:15:50 gelaufen war. Dieses Mal verbesserte sie ihn um neun Sekunden. Der Unterschied zu ihrer persönlichen Bestzeit, die sie 2023 in Berlin mit 2:11:53 erzielt hatte, erinnert daran, dass die Zeiten in gemischten Rennen in der Regel schneller sind, da sie von männlichen Schrittmachern unterstützt werden.
Eine historische Ausgabe auch für Rollstühle und Teilnehmer
Insgesamt nahmen 59.000 Menschen am Rennen teil, eine Rekordzahl für den London Marathon. Bei den Rollstuhlfahrern siegte der Schweizer Marcel Hug zum achten Mal und stellte damit seinen eigenen Rekord an Siegen ein. Catherine Debrunner gewann die Kategorie der Frauen.
Der 46. TCS London Marathon wird nicht nur aus einem, sondern aus mehreren Gründen in die Geschichtsbücher der Leichtathletik eingehen. Zum ersten Mal absolvierten zwei Männer einen Marathon bei einem offiziellen Wettkampf in weniger als zwei Stunden. Und in der Frauenkategorie ist Assefas Dominanz nach wie vor ungebrochen.