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Rückkehr der Riesen: Wie polnische Elche Deutschland erobern

Symbolbild: Ein Elch
Symbolbild: Ein Elch Copyright  AP Photo/Dan Joling, File
Copyright AP Photo/Dan Joling, File
Von Johanna Urbancik
Zuerst veröffentlicht am
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In Polen gibt es mittlerweile wieder bis zu 30.000 Elche. Es wird über den Abschuss diskutiert. Immer häufiger zieht es die imposanten Tiere auch nach Deutschland. Wo wurden bereits polnische Elche gesichtet und wie lange bleiben sie in Deutschland?

Immer häufiger werden in Ostdeutschland Elche gesichtet. Meist kommen die Tiere aus Polen oder Tschechien und durchqueren Sachsen, Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern. Bislang vor allem als "Wanderer". "Es ist so, dass das eigentlich mehr oder weniger durchziehende Tiere sind", sagt der Biologe Michael Striese laut der Welt.

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In Polen genießen die bislang noch geschützten Tiere jedoch nicht bei jedem Beliebtheit, wie die Deutsche Welle (DW) berichtete. Dort leben Schätzungen zufolge bis zu 30.000 Elche – viele von ihnen sind in Verkehrsunfälle verwickelt, weswegen die Debatte zum Abschuss der Tiere an Fahrt gewinnt, und die Elchjagd wieder erlaubt werden soll.

Ein Einzelfall sind sie trotzdem nicht: Schon seit Jahren tauchen immer wieder Elche in Deutschland auf. Der wohl bekannteste war "Knutschi", der 2008 aus Polen eingewandert war und quer durch mehrere Bundesländer zog, bevor er 2009 im Reinhardswald verendete und "Emil", der vergangenen Herbst zuerst in Österreich unterwegs war und nach einer Umsiedlung im Böhmerwald und Bayerischen Wald weiter beobachtet wurde.

Die wohl letzte Sichtung Emils war laut der Fanpage des Elchs am Trinkwasserspeicher Frauenau im Bayrischen Wald im Oktober 2025.

Warum kommen die Tiere nach Deutschland?

Die Entwicklung hängt eng mit den Beständen in Osteuropa zusammen. In Polen haben sich dem Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU) zufolge die Elchpopulationen nach Schutzmaßnahmen deutlich erholt und breiten sich wieder nach Westen aus. Historisch ist es deswegen keine neue Bewegung, sondern eher eine Rückkehr, da Elche bis ins Mittelalter in ganz Deutschland verbreitet waren. Laut der Tierschutzorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) verschwanden sie danach durch Jagd und Lebensraumverlust jedoch vollständig.

Heute liegt Deutschland an der westlichen Verbreitungsgrenze der Tiere. Jährlich wandern dem WWF zufolge schätzungsweise zehn bis 15 Tiere durch Nordostdeutschland, die meisten kehren jedoch wieder zurück. Elche gelten als Einzelgänger, die große Strecken zurücklegen von bis zu 30 Kilometern pro Tag zurücklegen können.

Grundsätzlich kommen Elche mit unterschiedlichen Landschaften zurecht, solange Wald und Wasser vorhanden sind. Doch während ihrer Zeit in Deutschland ist vor allem Brandenburg bei den Elchen beliebt. Das liegt auch an den großen, dünn besiedelte Wald- und Feuchtgebieten, die den Tieren passende Bedingungen bieten. Trotz der Rückkehr vieler Elche, gibt es Berichten zufolge erste Hinweise auf eine kleine, sich etablierende Population. Derzeit sollen Schätzungen zufolge zwischen 15 und 20 Elche in Deutschland leben.

Risiken für die Riesen

Die größte Gefahr für Elche in Deutschland ist dem NABU zufolge der Straßenverkehr. Aufgrund ihrer Größe von 1 Meter 40 bis knapp über zwei Meter und ihres Gewichts von bis zu 700 Kilogrammverlaufen Kollisionen mit Autos oft besonders schwer. Doch nicht nur auf der Straße, sondern auch im Wald können sie Schäden verursachen. Dort verfallen oft junge Bäume den Tieren zum Opfer.

Der Welt zufolge sehen Experten darin jedoch kein akutes Problem, da die Population noch sehr klein ist. Ob es dabei bleibt, oder ob sich Elche dauerhaft ansiedeln, ist offen. Viel hängt davon ab, wie sich die Bestände in Polen weiter entwickeln. Wandern mehr Tiere nach Westen, steigt somit auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch in Deutschland bleiben.

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