Ein französisches Zerstörer-Schiff hat am Donnerstag 29 Seeleute gerettet, die wiederholt Ziel von Raketenangriffen im Roten Meer gewesen waren. Nach Angaben des griechischen Schifffahrtsministeriums wurde der Tanker von jemenitischen Huthi-Rebellen angegriffen.
29 Seeleute wurden am Donnerstag von der französischen Marine nach wiederholten Raketenangriffen im Roten Meer gerettet. Laut französischen Beamten hat das Zerstörer-Schiff außerdem auch eine schwimmende Drohne mit Bomben in der Gegend entdeckt und abgeschossen.
Am Donnerstag bestätigte auch die britische Marine den Angriff auf die "Sonyon" und fügte hinzu, dass auf dem Tanker nach wiederholten Angriffen im Roten Meer ein Brand ausgebrochen war.
Laut dem Maritime Trade Operations Center des britischen Militärs hatten die Angriffe am Mittwoch begonnen, als Männer an Bord kleiner Boote, mit leichten Waffen ausgestattet, etwa 140 Kilometer westlich des von den Rebellen kontrollierten jemenitischen Hafens Hodeidah mit dem Schießen begannen.
Huthis erklärten Vergeltungsangriffe gegen die USA
Die Huthis übernahmen keine Verantwortung für den Angriff, gaben aber zu, in Hodeidah Vergeltungsangriffe gegen die USA durchgeführt zu haben. Zuvor hatte das US-Zentralkommando erklärt, es habe nach einem Angriff auf die Hafenstadt eine Boden-Luft-Rakete und ein Radarsystem der Huthis abgeschossen.
Die "Eunavfor Aspides" genannte Militäroperation der Europäischen Union im Roten Meer, im Indischen Ozean und am persischen Golf kündigte ebenfalls eine Erklärung über ihre Aktivitäten an. Demnach hat das Kommando ein Schiff zur Rettung seiner Besatzung entsandt, nachdem der Motor des Öltankers "Sonyon" nach den Angriffen abgeschaltet worden war.
Die Einsatzkräfte der Operation näherten sich der Unfallzone und fanden eine unbemannte Boje, die "eine unmittelbare Bedrohung für das Schiff und seine Besatzung" darstellte, und versenkten sie daher, heißt es in der Erklärung.
Das Operationskommando hat in seiner Erklärung betont, dass für sie das Leben und die Freiheit der Seeleute auf hoher See "nicht verhandelbare Werte" sind und dass der Schutz dieser beiden Werte ein "zentrales Ziel" der militärischen Operationen der EU im Roten Meer ist.
In der Erklärung wurde auch davor gewarnt, dass die aktuelle Situation des Sonyon-Öltankers, der 150.000 Tonnen Rohöl beförderte, nun eine Gefahr für die Schifffahrt und die Umwelt darstellt. Es ist wichtig, dass alle in der Region anwesenden Personen Vorsicht walten lassen und keine Maßnahmen ergreifen, die zu einer Verschlechterung der aktuellen Situation führen könnten.
Mehr als 80 Schiffe im Roten Meer angegriffen
Huthi-Rebellen haben seit Beginn des Gaza-Krieges im Oktober 2023 mehr als 80 Schiffe im Roten Meer mit Raketen und Drohnen angegriffen.
Während dieser Zeit beschlagnahmten sie auch ein Schiff und versenkten zwei weitere Schiffe, wobei vier Seeleute ums Leben kamen.
Huthi-Rebellen behaupten, aus Rache für Israels Krieg gegen die Hamas im Gazastreifen Schiffe ins Visier genommen zu haben, die mit Israel, den Vereinigten Staaten oder Großbritannien verbunden sind. In der Praxis zielten sie jedoch auf Schiffe ab, die wenig mit dem Gaza-Konflikt zu tun haben.
Nachdem die Huthis Angriffe im Roten Meer gestartet hatten, wurde eine von den USA geführte Koalition gebildet. Diese sollte Raketen und Drohnen abfangen, die von Huthi-Rebellen abgefeuert wurden, weil die Angriffe die Sicherheit einer internationalen Handelsroute gestört haben, durch die jährlich Fracht im Wert von etwa einer Billion US-Dollar transportiert wird.
Die Angriffe im Roten Meer haben zugenommen, und die Ermordung des Hamas-Führers Ismail Haniyeh in Teheran hat auch die Besorgnis über einen größeren Konflikt im Nahen Osten verstärkt.
Um sich auf unvorhergesehene Ereignisse vorzubereiten, hat das US-Militär zusätzliche F-22-Jäger in das Gebiet geschickt.
Die USA haben auch das Lenkwaffen-U-Boot USSS Georgia in den Nahen Osten beordert, und die Flugzeugträger-Einsatzgruppe USS Theodore Roosevelt ist ebenfalls im Golf von Oman stationiert.