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Studie: Musks Grokipedia stützt sich bei heiklen Themen stärker auf rechte Quellen

ARCHIV: Tesla- und SpaceX-Chef Elon Musk spricht am neunten März 2020 auf der SATELLITE Conference and Exhibition in Washington.
ARCHIV - Tesla- und SpaceX-Chef Elon Musk spricht am 9. März 2020 auf der SATELLITE-Konferenz in Washington. Copyright  AP Photo/Susan Walsh, File
Copyright AP Photo/Susan Walsh, File
Von Anna Desmarais
Zuerst veröffentlicht am
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Laut einer neuen Studie verweisen Grokpedia-Artikel zu Religion, Geschichte, Literatur und Kunst häufiger auf rechtsgerichtete Websites als Wikipedia.

Die von Elon Musk initiierte KI-Enzyklopädie Grokipedia greift bei heiklen Themen stärker auf rechtsgerichtete Quellen zurück. Das geht aus einer neuen Studie hervor.

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Die Studie (Quelle auf Englisch) von Forschenden des Trinity College Dublin und der Technological University Dublin untersuchte fast 18.000 der am häufigsten überarbeiteten englischsprachigen Wikipedia-Seiten. Diese verglichen sie mit den entsprechenden Einträgen auf Grokipedia, der KI-basierten Alternative, die Elon Musk im Oktober vergangenen Jahres gestartet hat.

Bei Artikeln zu Religion, Geschichte, Literatur und Kunst verwies Grokipedia häufiger auf konservative Medien als die jeweiligen Wikipedia-Einträge. Insgesamt lagen die politischen Tendenzen der Texte auf beiden Plattformen jedoch ähnlich.

Laut Studie waren rund zwei Drittel der untersuchten Grokipedia-Artikel stark umgeschrieben und stützten sich auf weniger Quellen als die jeweiligen Wikipedia-Texte.

Der Bericht knüpft an eine Preprint-Studie (Quelle auf Englisch) von Januar an. Diese hatte bereits gezeigt, dass viele Grokipedia-Artikel insgesamt eher links orientiert sind, bei kontroversen Themen aber mitunter rechtsgerichtete Inhalte Vorrang haben.

Unterdessen leitete die Europäische Kommission im Januar eine Untersuchung gegen Musks Unternehmen xAI nach dem Digitale-Dienste-Gesetz (DSA) ein. Sie prüft, ob der Dienst in der EU rechtswidrige Inhalte verbreitet, etwa manipulierte sexuell explizite Bilder.

Die Ergebnisse zeigen nach Angaben der Forschenden, dass generative KI das öffentliche Wissen auf weniger transparente Weise verändern kann als klassische redaktionelle Prozesse.

„Im Unterschied zu Wikipedia, wo Verzerrungen sichtbar sind und von Menschen diskutiert werden, arbeiten KI-generierte Systeme weitgehend intransparent“, sagte (Quelle auf Englisch) die Hauptautorin der Studie, Saeedeh Mohammadi. „So können sich Perspektiven und Quellenlagen verschieben, ohne dass klar ist, wer dafür Verantwortung trägt oder redaktionell eingreift.“

Die Autorinnen und Autoren warnen zudem, dass die rasche Ausbreitung KI-generierter Wissenssysteme grundlegende Fragen der Regulierung aufwirft.

Sie verweisen auf ähnliche Risiken wie bei sozialen Netzwerken: Zu wenig redaktionelle Kontrolle erleichtert die Verbreitung von Falschinformationen – mit Folgen für Wahlen, die öffentliche Gesundheit und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

„Unsere Informationslandschaft verändert sich rasant“, sagte Taha Yasseri, Professor am Trinity College Dublin. „Wir erleben eine Informationsproduktion im großen Maßstab durch Sprachmodelle, deren Funktionsweise einer Blackbox gleicht und die sich öffentlicher Kontrolle weitgehend entziehen.“

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