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Elon Musks Zeitplan für fahrerlose Zukunft: realistisch?

Ein Tesla steht am Mittwoch, den 15. April 2026, auf dem Gelände eines Tesla-Werks in Portland, US-Bundesstaat Oregon.
Am Mittwoch, 15. April 2026, steht ein Tesla auf dem Werksgelände des Unternehmens in Portland, Oregon. Copyright  AP Photo/Jenny Kane
Copyright AP Photo/Jenny Kane
Von Pascale Davies
Zuerst veröffentlicht am
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Elon Musk: In zehn Jahren läuft neunzig Prozent des Fahrens autonom – Experten zweifeln.

Tesla-Chef Elon Musk sagt voraus, dass selbstfahrende Autos in bereits fünf Jahren den Straßenverkehr dominieren könnten. Wie bei vielen seiner optimistischen Ankündigungen lohnt sich aber ein genauerer Blick.

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„In fünf Jahren, ganz sicher aber in zehn Jahren, werden vermutlich neunzig Prozent aller gefahrenen Kilometer von einer KI in einem selbstfahrenden Auto zurückgelegt“, sagte der Milliardär diese Woche auf dem Samson International Smart Mobility Summit in Tel Aviv.

„Es wird also in zehn Jahren etwas Besonderes sein, wenn man sein Auto noch selbst fährt“, ergänzte er.

Seit dem Schub für künstliche Intelligenz im Jahr 2022 hat das autonome Fahren zwar große Fortschritte gemacht. Bis zur breiten Nutzung im Alltag bleiben jedoch enorme Hürden.

Tesla rief in den USA mehr als 200 000 Fahrzeuge zurück, weil Bilder der Rückfahrkamera fehlerhaft waren und laut der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA das Unfallrisiko erhöhen konnten.

Auch andere Unternehmen stehen nicht viel besser da. Waymo holte rund 3 800 Robotaxis in den USA in die Werkstatt zurück, nachdem das Unternehmen festgestellt hatte, dass die Fahrzeuge überflutete Straßen mit hoher Geschwindigkeit befahren konnten.

Musk-Prognose: Durchbruch noch fern

Ali Kani, Vizepräsident des Automobilbereichs beim Chipkonzern Nvidia, sagte Euronews Next im Januar, dass in Musks Zeitrahmen von fünf bis zehn Jahren vor allem die sogenannten „Long-Tail-Szenarien“ Probleme bereiten werden – unerwartete Situationen, mit denen das System noch nie konfrontiert war.

Ein solcher Fall ereignete sich im vergangenen Jahr, als der Robotaxi-Dienst Waymo in San Francisco für Stunden stillstand. Wegen eines Stromausfalls spielten einige Ampeln verrückt, die Fahrzeuge konnten die Signale nicht mehr richtig lesen. Fahrgäste in den fahrerlosen Autos steckten daraufhin an dunklen Kreuzungen fest.

Selbst wenn vollautonome Fahrzeuge auf die Straße kommen, werden sie zunächst ein Nischenprodukt bleiben – und mit vielen Problemen verbunden sein.

Vor Mitte der 2030er-Jahre ist mit einer vollständig fahrerlosen Welt nicht zu rechnen. Selbst dann werde der Einsatz nur punktuell und auf bestimmte Märkte sowie Anwendungen beschränkt sein, heißt es in einem Bericht des Weltwirtschaftsforums aus dem Jahr 2025 (Quelle auf Englisch).

Demnach wird volle Autonomie in Privatfahrzeugen auch im Jahr 2035 kein Massenphänomen sein. Sie bleibt eine Nischenfunktion und dürfte nur in etwa vier Prozent der Neuwagen verfügbar sein. Am nächsten an eine breite Nutzung kommen dem Bericht zufolge Robotaxis und autonome Lastwagen heran.

Teilautonomes Fahren ist dagegen schon heute Realität. Systeme der Stufe Level 2+ verbreiten sich zunehmend: Die Fahrerin oder der Fahrer überwacht weiterhin die Umgebung, doch das Auto kann selbst lenken, bremsen und beschleunigen.

In großen europäischen Städten, darunter London, laufen bereits Pilotprojekte. Wann die Behörden komplett grünes Licht geben, hängt davon ab, wie zuverlässig die Systeme im Alltag funktionieren.

Autonomes Fahren nimmt Fahrt auf

In Europa sind Systeme der Stufe Level 2 flächendeckend erlaubt, Level 3 ist unter kontrollierten Bedingungen zugelassen. Auch hier gibt es jedoch erhebliche Hürden, vor allem bei der Regulierung.

Einige Bundesstaaten in den USA und Regionen in China gehen beim Einsatz von Robotaxis deutlich schneller voran. Dort fahren bereits Level-4-Fahrzeuge, die unter bestimmten Bedingungen komplett autonom unterwegs sind; Menschen müssen dann nicht mehr eingreifen.

China dürfte laut dem Bericht des Weltwirtschaftsforums am schnellsten höhere Automatisierungsstufen einführen. Gründe sind eine große Aufgeschlossenheit der Kundschaft und starke heimische Hersteller.

Autonomie auf Level 5, also vollständig fahrerloses Fahren unter allen Bedingungen, ist hingegen „derzeit nicht absehbar“, wie die Internationale Energieagentur in einem Bericht (Quelle auf Englisch) festhält.

Die Behörde rechnet damit, dass die weltweite Robotaxi-Flotte bis 2035 auf etwa 700 000 bis 3 Millionen Fahrzeuge anwächst, konzentriert auf 40 bis 80 Städte.

Musks Prognose wirkt damit zwar überzogen. Doch Robotaxis dürften sich trotzdem weiter ausbreiten – Seite an Seite mit menschlichen Fahrerinnen und Fahrern.

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