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Boomender Wearable-Markt: Oura plant Börsengang über neun Milliarden Euro

Middle-School-Lehrerin Kate Stoye legt in Georgia einen Oura-Ring an, einen tragbaren Gesundheits-Tracker, Januar 2026.
Die Mittelschullehrerin Kate Stoye streift einen Oura-Ring über – einen tragbaren Gesundheits-Tracker – im US-Bundesstaat Georgia, Januar 2026. Copyright  AP Photo/Emilie Megnien
Copyright AP Photo/Emilie Megnien
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am
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Das finnische Unternehmen hinter dem Gesundheitsring Oura bereitet einen Börsengang an der Wall Street vor, der zu den wertvollsten europäischen IPOs dieses Jahres zählen könnte.

Oura, das finnische Unternehmen hinter dem ringförmigen Gesundheitstracker, den weltweit Millionen Menschen tragen, hat nach mehreren Berichten vertraulich Entwürfe für einen Börsengang bei der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) eingereicht.

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Wie viele Aktien ausgegeben werden und in welcher Preisspanne sie notieren sollen, ist noch offen. In einer Finanzierungsrunde im Herbst 2025 wurde Oura jedoch bereits mit rund elf Milliarden Dollar (9,5 Milliarden Euro) bewertet – mehr als doppelt so viel wie die fünf Milliarden Dollar (4,3 Milliarden Euro) aus einer vorherigen Runde 2024.

Nach Angaben von CEO Tom Hale hatte das Unternehmen bis Ende des dritten Quartals des vergangenen Jahres mehr als fünfeinhalb Millionen Oura-Ringe verkauft.

Damals prognostizierte Hale zudem, dass der Jahresumsatz 2026 die Marke von zwei Milliarden Dollar (1,7 Milliarden Euro) erreichen werde. Zwei Jahre zuvor hatte er noch bei rund 500 Millionen Dollar (430 Millionen Euro) gelegen.

Der Schritt hin zum Börsengang rückt damit eine europäische Wearable-Marke auf den Radar der Wall Street – in einer Phase, in der die Anlegernachfrage nach Gesundheitstechnologie für Verbraucher wieder zunimmt.

Oura hat sich in der rasant wachsenden Kategorie der Smart Ringe zu einem der bekanntesten Namen entwickelt und tritt gegen Smartwatch-Giganten wie Apple, Garmin und Samsung an. Das Unternehmen hat sich mit einem eigenständigen Hardware-Design eine Nische geschaffen, das viele Nutzer als weniger aufdringlich empfinden.

In den vergangenen zwei Jahren hat Oura sein Geschäft stark in Richtung Software, Abonnements und KI-gestützter Gesundheitsanalysen ausgebaut. Die Wearable-Plattform konzentriert sich inzwischen auf langfristige Gesundheitsindikatoren wie Schlaf, Belastbarkeit, Herzfrequenz, Stress und Erholung.

Jüngst ist Oura zudem verstärkt in den Bereich Frauengesundheit und KI-basiertes persönliches Coaching eingestiegen. Neue Funktionen sollen Körperdaten auswerten und daraus individuelle Empfehlungen für das Wohlbefinden ableiten.

Analysten halten diesen Wandel vom reinen Gerätehersteller zur abonnementbasierten Gesundheitsplattform für entscheidend für den Börsengang. Das Unternehmen steuert derzeit darauf zu, die Marke von fünf Millionen zahlenden Mitgliedern zu überschreiten.

Europäischer Tech-Champion strebt an US-Börse

Die Börsenpläne markieren einen wichtigen Moment für eine der bekanntesten Erfolgsgeschichten der europäischen Gesundheitstechnologie.

Das in Finnland gegründete Unternehmen, dessen Produkt auf Forschung zu Schlaf, Regeneration und biometrischer Überwachung beruht, hat sich von einem nordischen Hardware-Start-up zu einem globalen Akteur im Wearable-Markt entwickelt.

Für das europäische Start-up-Ökosystem hat der geplante Börsengang jedoch eine weitergehende Bedeutung.

Das Unternehmen hat zwar seine Wurzeln und seine Designphilosophie fest in Finnland. Um leichter an amerikanisches Wagniskapital zu kommen, wurde jedoch kürzlich eine US-Muttergesellschaft namens Oura Inc. mit Sitz in San Francisco geschaffen; die europäischen Aktivitäten bleiben bestehen.

Die Entscheidung für einen Börsengang in den USA statt in Europa steht für einen breiteren Trend unter wachstumsstarken europäischen Tech-Unternehmen, die nach größeren Kapitalmärkten und mehr Sichtbarkeit bei internationalen Investoren suchen.

ARCHIV: ŌURA präsentiert den Oura Ring 4 Ceramic in neuen Farben, Oktober 2025
ARCHIV: ŌURA präsentiert den Oura Ring 4 Ceramic in neuen Farben, Oktober 2025 Business Wire via AP

Der geplante Börsengang fällt in eine Phase, in der erneut darüber diskutiert wird, ob Europa einige seiner erfolgreichsten Tech-Unternehmen an die US-Börsen verliert.

Oura reiht sich damit in eine wachsende Liste europäisch gegründeter Firmen ein, die für den Gang an die Börse die Wall Street wählen – angelockt von Größe, Liquidität und einer größeren Vertrautheit der Anleger mit Verbrauchertechnologie.

Der Börsengang gilt zudem als Test dafür, wie Anleger nach einigen durchwachsenen Jahren der Branche zu Wearable-Technik stehen.

Smart Ringe sind im Unterschied zu Smartwatches noch eine vergleichsweise junge Produktkategorie, das Interesse daran wächst jedoch rasant.

Oura gilt weithin als führender Anbieter des Segments, und der Börsenstart könnte als Referenz dienen, wie die Märkte Gesundheits-Hardware der nächsten Generation in Kombination mit Software-Abos und KI-Diensten bewerten.

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