Die kleinen Brüder, die in Portugal alleine aufgefunden worden waren, sind jetzt zurück in ihrem Heimatland und bei Verwandten im Elsass.
Die zwei französischen Kinder im Alter von drei und fünf Jahren, die ihre Mutter und ihr Stiefvater vergangene Woche in der portugiesischen Gemeinde Alcácer do Sal zurückgelassen hatten, sind in ihr Herkunftsland zurückgekehrt.
Am Samstag wurden sie laut Behörden in die Obhut von Verwandten in Colmar übergeben. In dieser Stadt im Elsass hatten die beiden Jungen mit ihrer Mutter gelebt. Es war auch die Familie, die Alarm geschlagen hatte, nachdem die Kinder nicht mehr in die Vorschule gekommen waren.
In der Erklärung des portugiesischen Gerichts heißt es: „Das Tribunal Judicial da Comarca de Setúbal informiert, dass die beiden Geschwister heute in ihr Land zurückgekehrt sind.“ Weiter steht dort, die Reise sei von französischen und portugiesischen Behörden organisiert und begleitet worden, um das Wohl der Kinder zu gewährleisten.
Die Justizbehörde betote zudem „die außergewöhnliche Zusammenarbeit der beteiligten Stellen“ sowie deren Einsatz, „in dieser schwierigen Phase das Wohl dieser Kinder zu schützen, in der Hoffnung, dass die Zukunft ihnen viel Freude sowie die Sicherheit und Zuneigung bringt, die sie verdienen“.
Zacharie und Barthélemy kehren ins Elsass zurück
Wenige Tage zuvor hatte das Gericht erklärt, dass die beiden Minderjährigen nach einer Entscheidung des Familien- und Jugendgerichts in Santiago do Cacém bald in ihr Herkunftsland zurückkehren sollen. Zacharie und Barthélemy kommen nun in die Obhut der Sozialdienste von Colmar im Elsass, wo sie normalerweise leben. Das gilt, bis die Prüfung abgeschlossen ist, ob andere Angehörige, darunter ihr Vater, dauerhaft für sie sorgen können.
Derzeit sitzen die Mutter der Kinder, die 41-jährige Marine R. und ihr Stiefvater, der 55-jährige Marc B., weiter in Untersuchungshaft. Ihnen wird „schwere Körperverletzung sowie Aussetzung und Vernachlässigung“ vorgweorfen. Das Gericht in Setúbal ordnete Untersuchungshaft an, um eine mögliche Flucht des Paares zu verhindern.
Ein Bäcker hatte die beiden Kinder am 19. Mai 2026 am Rand der Nationalstraße 253 (EN253) bei Alcácer do Sal gefunden. Dem Sender RTP sagte der Mann, die Kinder hätten ihm erzählt, die Mutter und deren Lebensgefährte hätten ihnen die Augen verbunden und sie im Wald ein Spiel spielen lassen. Sie sollten ein Spielzeug suchen, doch dann seien die Erwachsenen verschwunden und hätten sie allein zurückgelassen.
Die portugiesische Polizei fasste die Mutter und den Stiefvater später in Fátima beim Kaffeetrinken, rund 200 Kilometer von dem Ort entfernt, an dem die Kinder gefunden worden waren. Nach der Festnahme brachte die Polizei die beiden zurück in den Bezirk Setúbal, wo eine Ermittlungsrichterin die weiteren Zwangsmaßnahmen festlegte.
Nach den beiden Geschwistern hatten die französischen Behörden bereits seit einigen Tagen gesucht, weil ihr Vater Anzeige wegen Kindesentführung erstattet hatte, obwohl das Sorgerecht bei der Mutter lag, von der er getrennt lebt.