Neben Vertretern der deutschen Wirtschaft reisen drei AfD-Politiker zu dem Forum, das Russlands Präsident Wladimir Putin in seiner Heimatstadt St. Petersburg organisiert. Die russische Wirtschaft ist laut Experten allerdings angeschlagen durch Putins Krieg gegen die Ukraine.
Jedes Jahr im Juni veranstaltet Russlands Präsident Wladimir Putin in seiner Heimatstadt das St. Petersburger Internationale Wirtschaftsforum (SPIEF). In diesem Jahr vom 3. bis zum 6. Juni sind auch deutsche Unternehmer erstmals seit dem Beginn von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine 2022 und trotz internationaler Sanktionen wieder offiziell dabei. Zudem wollen drei AfD-Politiker zum SPIEF nach Russland reisen.
Der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer zufolge sind derzeit noch etwa 1.600 deutsche Unternehmen in Russland aktiv. Ihr Umsatz soll im vergangenen Jahr etwa 20 Milliarden Euro betragen haben. 2011 war dieser noch vier Mal so hoch.
Allerdings erscheint Russlands Wirtschaft nach mehr als vier Jahren Krieg zunehmend angeschlagen. Zuletzt hat sogar der Kreml die Wachstumsprognosen drastisch nach unten korrigiert. Die fast täglichen Drohnen-Angriffe der Ukraine auf russische Raffinerien und Öl-Pipelines setzen die Wirtschaft immer mehr unter Druck.
Im Interview mit deutschen Medien erklärt der Vorstandsvorsitzende der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer, Matthias Schepp, es gehe darum, Russlands Markt "nicht allein Asien zu überlassen". Schon in den ersten drei Monaten 2026 hätten chinesische Konzerne 1.400 Firmen in Russland gegründet.
Durch die Teilnahme an Putins Forum gelte es, "nicht zuletzt für den Moment nach einem Waffenstillstand" (...) "wie andere große westliche Länder die wirtschaftliche Brücke nach Russland" zu erhalten. 2025 sollen schon Vertreter Frankreichs und der USA in St. Petersburg gewesen sein.
Auch diese drei AfD-Politiker reisen zu Putins Treffen
Auch drei AfD-Politiker reisen nach St. Petersburg zu Putins Wirtschaftsgipfel. Der außenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Markus Frohnmaier, hatte Presseberichten zufolge zunächst gezögert, sich aber nun wohl doch dafür entschieden, die Einladung zu Putins Treffen anzunehmen.
Der Vorsitzende der AfD in Sachsen, Jörg Urban meint laut t-online, sein Bundesland brauche "Russland als Garant für Frieden und Wohlstand in Europa". Deshalb will er nach St. Petersburg. Im vergangenen Jahr war Urban schon in Sotschi bei einer Konferenz mit dem Vizechef des Sicherheitsrats der Russischen Föderation, Dmitri Medwedew.
Auch der wirtschaftspolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Bundestag, Steffen Kotré, möchte bei Putins Wirtschaftstreffen mit dabei sein. Er ist der Ehemann der Landtagsabgeordneten Lena Kotré aus Brandenburg, die gerade Schlagzeilen machte, weil sie beim sogenannten Remigration Summit der extremen Rechten in Portugal auftreten wollte.
Umgang mit Russland innerhalb der EU umstritten
Ob mit dem russischen Präsidenten direkt kommuniziert werden sollte, ist unter den Regierungen der 27 EU-Länder umstritten. Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte Anfang 2026 davon gesprochen, dass ein Dialog mit Wladimir Putin vorbereitet werde. Doch gleichzeitig hatte er an der Kompromissbereitschaft des russischen Staatschefs gezweifelt.
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hatte zuletzt erklärt, die Europäische Union könne keinen "neutralen Vermittler" für Gespräche zur Beendigung des Krieges in der Ukraine ernennen, da die EU auf der Seite der Ukraine stehe.