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Richtungsstreit: AfD-Abgeordnete mit rechtsextremem Sellner bei "Remigrationsgipfel"

Der AfD-Spitze dürfte es kaum gefallen, dass eine Politikerin der Partei zu einem rechtsextremen Remigraiontsgipfel reist
Der AfD-Spitze dürfte es kaum gefallen, dass eine Politikerin der Partei zu einem rechtsextremen Remigraiontsgipfel reist Copyright  AP Photo
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Von Kirsten Ripper, Euronews mit Tagesschau, AP
Zuerst veröffentlicht am
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Die Brandenburger AfD-Landtagsabgeordnete Lena Kotré will bei einer sogenannten Remigrationskonferenz in Portugal auftreten. Auch dabei der Österreicher Martin Sellner, den der Verfassungsschutz als rechtsextremistisch einstuft. Die AfD-Spitze will nicht, dass ihre Politiker mit ihm auftreten.

"Kommt mit mir nach Portugal zur Remigrationskonferenz!", erklärt die AfD-Landtagsabgeordnete aus Brandenburg Lena Kotré in einem Video in den sozialen Medien. Die 38-jährige Anwältin nennt sich selbst auch "Innen- und Remigrationspolitische Sprecherin" ihrer Partei. Dabei fordert sie mit ihrer geplanten Rede in Porto die AfD-Spitze heraus.

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Lena Kotré kündigt Auftritt beim rechtsextremen Remigrationsgipfel in Portugal an
Lena Kotré kündigt Auftritt beim rechtsextremen Remigrationsgipfel in Portugal an Post auf X

Denn einer der Hauptredner beim sogenannten Remigrationsgipfel der extremen Rechten in Portugal ist der führende Kopf der Identitären Bewegung (IB) in Europa Martin Sellner. Die Ideen des 37-jährigen Österreichers hat der deutsche Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft. In mehreren europäischen Ländern war Sellner in der Vergangenheit mit Einreiseverboten belegt.

Eigentlich bemühen sich die Vorsitzenden der Alternative für Deutschland darum, sich von den Identitären abzusetzen, um nicht als rechtsextremistische und damit verfassungsfeindliche Partei verboten zu werden. Aber ähnlich wie Björn Höcke in Thüringen sieht Lena Kotré das offenbar anders. Auch bei der Landtagsfraktion in Erfurt, war Martin Sellner 2026 zu Gast - ganz offiziell, wie das ZDF berichtete.

Dries Van Langenhove aus Belgien, Martin Sellner aus Österreich, Afonso Gonçalves aus Portugal und Andrea Ballarati aus Italien 2025 beim Remigrationsgipfel nahe Mailand
Dries Van Langenhove aus Belgien, Martin Sellner aus Österreich, Afonso Gonçalves aus Portugal und Andrea Ballarati aus Italien 2025 beim Remigrationsgipfel nahe Mailand Website des Remigration Summit

Zu dem Treffen in Porto kommen auch der in erster Instanz 2024 wegen Leugnung des Holocaust und rassistischer Beleidigungen verurteilte Belgier Dries Van Langenhove, die 29-jährige rechte Influencerin Eva Vlaardingerbroek aus den Niederlanden sowie der 77-jährige Vordenker der extremen Rechten aus Frankreich Jean-Yves Le Gallou.

Lena Kotré (AfD) saß schon zuvor mit Sellner auf einer Bühne

Die Führung der AfD in Berlin soll laut Medienberichten bereits - nach der Berichterstattung über ein mutmaßliches geheimes Remigrationstreffen in Potsdam - die Politiker der Partei intern dazu aufgefordert haben, nicht auf Veranstaltungen mit Sellner aufzutreten. Zehntausende hatten damals gegen diese Veranstaltung demonstriert. Offenbar hält sich Lena Kotré nicht an die Empfehlungen der Parteispitze.

Denn im vergangenen Januar war die AfD-Landespolitikerin bereits auf einer Podiumsdiskussion mit Martin Sellner in Vetschau im Spreewald. Eingeladen hatte sie Sellner. Eine zuvor geplante AfD-Veranstaltung mit Sellner als Gast hatten die Parteichefs Alice Weidel und Tino Chrupalla verhindert.

Rechtsextremer Aktivist Martin Sellner sieht AfD auf seiner Linie

Offiziell AfD benutzt weiterhin den Begriff der "Remigration", aber anders als der österreichische Identitäre beteuert die Partei ihre "rechtstaatstreue und gesetzeskonforme Haltung". Die AfD schreibt auf ihrer Internetseite: "Wir waren schon immer für die Abschiebung von vollziehbar Ausreisepflichtigen und hatten auch nie jemals eine Abschiebung deutscher Staatsbürger in irgendeinem Programm gefordert."

Sellner erklärt auf Nachfrage von Euronews, sein Remigrationskonzept wolle wirtschaftlichen und kulturellen Druck auf nicht assimilierte Staatsbürger der europäischen Staaten ausüben, damit diese die jeweiligen Länder wieder verlassen. Auf die Frage von Euronews, welche Parteien seinen Ideen zur Remigration am nächsten stünden, nennt Martin Sellner zuerst die AfD, noch vor der österreichischen FPÖ und "Restore Britain".

Der Sprecher der Fraktion "Europa der Souveränen Nationen" (ENS) im Europaparlament teilte Euronews mit, dass kein EU-Abgeordneter der AfD am Remigrationsgipfel in Porto teilnehmen werde. Allerdings steht der slowakische ENS-Abgeordnete Milan Mazurek auf der Rednerliste. Er war wegen Hassreden gegen Roma verurteilt worden, und war der erste Politiker, dem sein Mandat im Parlament von Bratislawa wegen eines Verbrechens entzogen wurde.

Die brandenburgische Politikerin Lena Kotré kündigt an, sie werde in Portugal darüber sprechen, "wie Remigration bei uns in Deutschland in den Sprachgebrauch gefunden hat und wie wir Remigration durchsetzen können."

Die Pressestelle der AfD in Berlin hat trotz mehrfacher Anfragen bis Redaktionsschluss die Frage nicht beantwortet, was die Partei-Spitze über die Teilnahme der Landtagsabgeordneten Lena Kotré am Remigrationsgipfel der extremen Rechten in Portugal denkt.

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