Die Dorfbewohner haben die Höhle in Laos vor knapp zwei Wochen betreten, um nach Gold zu suchen. Dann überraschte sie eine Sturzflut. Was jetzt passiert.
Rettungskräfte in Laos haben am Montag nach einem alternativen Zugang zu einer überfluteten Höhle gesucht. Dort werden seit fast zwei Wochen zwei Menschen vermisst. Starke Regenfälle hatten den Haupteingang geflutet und unpassierbar gemacht.
Von den beiden fehlt seit Beginn der Such- und Rettungsaktion im vergangenen Monat jede Spur. Das Einsatzgebiet liegt in unwegsamem Gelände der Provinz Xaisomboun, etwa 120 Kilometer nördlich der Hauptstadt Vientiane.
Fünf der ursprünglich sieben Eingeschlossenen konnten inzwischen gerettet werden.
Der malaysische Taucher Lee Kian Lie, der an dem Einsatz beteiligt ist, erklärte, Einsatzkräfte pumpten Wasser aus der Höhle.
„Wir gehen in den anvisierten Bereich, um die Suche fortzusetzen, sobald der Wasserstand sinkt“, sagte er der Nachrichtenagentur Associated Press.
Ein weiteres Team suche auf der anderen Seite der Höhle nach einem trockenen Zugang zu dem Bereich, in dem die Vermissten vermutet werden, sagte er.
Rettungsteams aus Laos und dem Nachbarland Thailand arbeiten seit mehr als einer Woche zusammen. Unterstützung kommt von Tauchern aus Finnland, Frankreich, Malaysia, Japan, Indonesien und Australien.
Mehrere Helfer waren bereits an der aufwendigen Höhlenrettung 2018 in Nordthailand beteiligt, bei der zwölf Schüler und ihr Fußballtrainer aus einer überfluteten Höhle gerettet wurden.
Die laotische Gruppe Rescue Volunteer for People teilte auf Facebook mit, heftiger Regen habe „riesige Wassermassen“ in das Gebiet strömen lassen. Die Teams mussten ihre Arbeit deshalb am Sonntagabend unterbrechen.
Kengkaj Bongkawong, Leiter der thailändischen Gruppe Metta Tham Rescue Kalasin, sagte, die Einsatzkräfte suchten von oben auch nach Luftschächten, die einen Zugang zur Höhle eröffnen könnten.
Die Retter gehen davon aus, dass die zwei Vermissten tiefer in der Höhle eingeschlossen sind als der Bereich, in dem sie die fünf Überlebenden am Mittwoch entdeckt hatten. Der Zugang dorthin gilt als sehr eng und stark überflutet.
Die Dorfbewohner waren nach Berichten vor fast zwei Wochen in die Höhle gegangen, um nach wertvollen Mineralien wie Gold zu suchen. Dann überraschte sie eine Sturzflut und schnitt ihnen den Rückweg ab. Ein weiterer Dorfbewohner konnte entkommen und alarmierte die Behörden.
Den ersten Mann brachten Einsatzkräfte am Freitag in Sicherheit. Ein erfahrener Höhlentaucher führte ihn durch einen engen, überfluteten Gang. Die übrigen vier verließen die Höhle am Samstag, nachdem das Wasser so weit zurückgegangen war, dass sie selbst hinausgehen konnten, berichteten die Retter.