Iran lässt zwei Männer hinrichten: Sie sollen während Protesten in Teheran eine Moschee angezündet haben.
Im Iran sind am Montag zwei Männer hingerichtet worden, die wegen eines Angriffs auf ein Gotteshaus während der Januar-Proteste verurteilt waren. Das berichtete die justiznahe Nachrichtenagentur Mizan. Amnesty International erklärte zugleich, seit Beginn des Krieges im Februar seien mindestens 39 politische Hinrichtungen vollstreckt worden.
Mehrdad M-N.. und Ashkan M. wurden hingerichtet, nachdem das Oberste Gericht ihre Urteile bestätigt hatte. Die Behörden erklärten, sie gehörten zu den Hauptverantwortlichen für einen Angriff auf die Dschafari-Moschee im Teheraner Stadtteil Gisha während der Proteste, die im Dezember 2025 und im Januar dieses Jahres ausbrachen.
Die Justiz teilte mit, die zwei Männer seien unter anderem wegen Brandstiftung in der Moschee, Sachbeschädigung, Zusammenstößen mit Sicherheitskräften, Straßenblockaden und Aktivitäten gegen die nationale Sicherheit verurteilt worden. Zudem ordnete sie die Einziehung ihres Vermögens an.
Welcher konkrete Straftatbestand mit Todesstrafe ihnen zur Last gelegt wurde, ging aus der Mitteilung der Justiz nicht hervor.
Die Januar-Proteste begannen Ende Dezember 2025 nach dem Absturz der Landeswährung Rial und erfassten rasch fast alle Städte Irans.
Sicherheitskräfte töteten am 8. und 9. Januar bei ihrem Vorgehen gegen die Demonstrierenden Tausende Menschen.
Der Oberste Nationale Sicherheitsrat des Landes räumte mehr als 3.000 Tote ein. Der UN-Sonderberichterstatter für Iran sprach von mindestens 5.000 Todesopfern. Verschiedene Hilfsorganisationen und Insider in Iran schätzten, die Zahl könnte bis zu 42.000 erreicht haben.
Die Islamische Republik verhängte am 8. Januar eine strikte Internetsperre, die unabhängige Überprüfungen der Angaben nahezu unmöglich machte.
Amnesty International erklärte in einem am vergangenen Donnerstag veröffentlichten Bericht, die Behörden hätten seit Beginn des Krieges mehr als 6.000 Menschen festgenommen – darunter Demonstrierende, Journalistinnen und Journalisten, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte sowie Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidiger.
Laut Amnesty hat die Staatsführung Strafverfahren, darunter Fälle mit Todesstrafe, beschleunigt und Zwangsverschleppungen, Folter, erzwungene Geständnisse sowie unfair geführte Prozesse dokumentiert. Demnach wurden im gleichen Zeitraum mindestens 39 politische Hinrichtungen vollstreckt.
Die Zahl umfasst Hinrichtungen im Zusammenhang mit den landesweiten Protesten und dem Iran-Krieg; insgesamt liegt die Zahl der Exekutionen in Iran jedoch deutlich höher. Im jüngsten Jahresbericht verzeichnete Amnesty für 2025 mindestens 2.159 Hinrichtungen in Iran – der höchste Wert für ein einzelnes Land und der Großteil der 2.700 weltweit dokumentierten Exekutionen in diesem Jahr.
Menschenrechtsorganisationen äußern zudem Sorge über den Umgang mit Personen, die während der Januar-Proteste festgenommen wurden. Viele von ihnen sehen sich weiterhin mit politischen und sicherheitsbezogenen Anklagen konfrontiert.
Iran weist internationale Kritik an seinem Justizsystem seit Langem zurück und betont, die Hingerichteten seien nach rechtsstaatlichen Verfahren wegen schwerer Verbrechen verurteilt worden.