Im Greifswalder Bodden liegt die ehemalige DDR-Militäranlage Ostervilm. Zu sehen sind heute vor allem Rost, Risse und die Überreste eines verlassenen Gebäudes. Dennoch lockte das Objekt bei der Versteigerung zahlreiche Interessenten an.
Die ehemalige DDR-Militäranlage „Ostervilm“ im Greifswalder Bodden hat bei einer Versteigerung einen Käufer gefunden. Das Mindestgebot lag bei 39.000 Euro, nach 20 Geboten fiel der Hammer schließlich bei 60.000 Euro.
Die Plattform südöstlich von Rügen gilt als eines der ungewöhnlichsten Immobilienangebote Deutschlands. Mitten im Wasser ragen rund 250 Quadratmeter Betonfläche aus dem Bodden. Zu sehen sind heute vor allem Rost, Risse und die Überreste eines verlassenen Gebäudes. Dennoch lockte das Objekt zahlreiche Interessenten an.
Bei der versteigerten Anlage handelt es sich um die ehemalige Entmagnetisierungsstation „Insel Ostervilm“. Gebaut wurde sie in den 1950er-Jahren auf rund 600 Pfählen, die tief im Meeresboden verankert sind. Zu DDR-Zeiten nutzte die Marine den Ort, um Schiffe vor Magnetminen zu schützen. Über eine am Meeresgrund verlegte Kabelschleife wurden die magnetischen Signaturen der Schiffe vermessen und reduziert.
Auf der Plattform standen ein Wohnhaus und ein Maschinenhaus, laut Anzeige "spartanisch aber funktional". Zu DDR-Zeiten war das Gelände Sperrgebiet, stationiert waren nur wenige Matrosen.
Heute ist davon vor allem der Zustand übrig. Die Gesamtfläche liegt bei rund 710 Quadratmetern, etwa 250 davon sind nutzbar. Für die Fläche besteht ein Vertrag mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund, rund 75 Euro im Jahr. Gekauft wird kein Grundstück, sondern ein Nutzungsrecht. Die Plattform liegt etwa drei Kilometer östlich der Insel Vilm im Biosphärenreservat Greifswalder Bodden.
Fenster fehlen, Metall rostet, an den Wänden wachsen Algen.
Die Konstruktion aus Beton, Stahl und Holz ist beschädigt, an mehreren Stellen gibt es Risse. "Der Zustand ist durch Natur, Vogelkot und Vandalismus marode", hieß es in der Anzeige. Erreichbar ist die Plattform nur per Boot.
Eine Besichtigung vor der Versteigerung gab es nicht. Auch frühere Pläne, die Anlage etwa als Kunstraum oder Ferienobjekt zu nutzen, scheiterten an Kosten, Logistik und Genehmigungen.
Auf der Plattform steht außerdem eine Keramikskulptur des Künstlers Gerhard Benz, etwa 1,3 Tonnen schwer. Sie gehört nicht automatisch dazu. Laut der Bild-Zeitung wird die Anlage vor allem von Vögeln genutzt, darunter Kormorane – dauerhaft bewohnt ist sie nicht.