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Von Foxconn bis Nvidia: Darum ist Frankreich Motor für Europas KI-Infrastruktur

Vorstellung der neuesten Innovationen von Foxconn und Nvidia.
Foxconn und Nvidia zeigen ihre neuesten Innovationen Copyright  Courtesy of Foxconn at VivaTech 2026, all rights reserved.
Copyright Courtesy of Foxconn at VivaTech 2026, all rights reserved.
Von Pascale Davies
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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VivaTech: Foxconn, Nvidia und Mistral AI schließen große KI-Infrastrukturdeals – Frankreich lockt mit günstiger Atomenergie und Talent Investoren an

Im Wettlauf um die KI-Zukunft Europas rückt Paris in dieser Woche in den Mittelpunkt. Die Leitmesse VivaTech zieht Technologiekonzerne aus aller Welt an, die Frankreich als Schlüsselstandort für den Aufbau von KI auf dem Kontinent sehen.

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Die Veranstaltung ist von einem Treffen mit 45.000 Teilnehmenden zur größten Start-up- und Tech-Konferenz Europas herangewachsen. Inzwischen kommen mehr als 200.000 Besucherinnen und Besucher aus 170 Ländern nach Paris. In diesem Jahr ist die geopolitische Bedeutung so groß wie nie; Themen wie KI-Souveränität und Infrastruktur bestimmen die Agenda.

Der taiwanische Fertigungsriese Foxconn und das französische IT-Unternehmen Bull haben am Donnerstag eine Partnerschaft angekündigt. In Europa sollen leistungsstarke KI-Rechner entstehen, die das schnell wachsende Netz sogenannter KI-Fabriken speisen – großangelegte Rechenzentren, die das Rückgrat der KI-Infrastruktur bilden.

„Frankreich ist eines der größten Länder Europas mit sehr viel Talent … Wir wissen auch, dass Frankreich im Hightech-Bereich sehr stark ist, besonders in der Raumfahrt“, sagte James Wu, Vizepräsident und Sprecher von Foxconn, gegenüber Euronews Next.

„Frankreich hat sehr große Ambitionen bei souveränen KI-Projekten, und wir glauben, dass wir eine sehr wichtige Rolle spielen können, damit das Land dieses Ziel erreicht“, fügte er hinzu.

Komponenten und Module werden zunächst in Foxconns Werken in Tschechien gefertigt und getestet. Die Endmontage und Abnahme erfolgen anschließend im Bull-Werk im französischen Angers. Die Server richten sich an Cloud-Anbieter und den wachsenden Markt der KI-Fabriken in ganz Europa.

Foxconn gab die Kooperation auf der VivaTech in Paris bekannt; es ist der erste Auftritt des Unternehmens auf der Messe.

Am Stand präsentierte Foxconn neben den von Nvidia-Chips angetriebenen KI-Servern auch zwei Elektroautos – eines davon mit Massagesitz – sowie einen humanoiden Roboter auf Rädern, der Präzisionsmontage erledigen kann.

Die Vereinbarung zwischen Foxconn und Bull ist Teil einer breiteren Investitionswelle in KI-Infrastruktur in Europa, die sich um Nvidia gruppiert.

Schon auf der letztjährigen VivaTech kündigte Nvidia-Chef Jensen Huang an, in Europa mehr als 20 KI-Fabriken aufzubauen. Zugleich erklärte er das Start-up Mistral AI zum europäischen Vorreiter für souveräne Rechenkapazität.

In diesem Jahr stellten Nvidia und Mistral AI „Mistral Compute“ vor, ein Projekt für souveräne KI-Infrastruktur und eine GPU-Cloud-Plattform, die speziell auf Europa zugeschnitten ist.

Foxconn-Präsentation auf der VivaTech 2026.
Foxconn-Präsentation auf der VivaTech 2026. Photograph courtesy of Foxconn, all rights reserved.

Warum Frankreich für KI-Giganten so attraktiv ist

Unter Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat sich das Land als „Start-up-Nation“ positioniert und als ernstzunehmender Akteur in der KI etabliert.

Frankreich hat gegenüber anderen europäischen Ländern einen besonderen Vorteil: Das Land verfügt über reichlich Energie aus Kernkraft. Das machte den Standort für Foxconn besonders interessant.

„Heute sprechen wir über Rechenkapazität für KI als Machtfaktor, aber die Energieversorgung ist dafür die eigentliche Grundlage. Frankreich hat hier große Vorteile in der Stromstruktur, vor allem durch den hohen Anteil an Kernenergie, die sehr stabil liefert“, sagte Wu.

„Ich bin überzeugt, dass gerade hochentwickelte Länder neue Energiequellen erschließen müssen, um den Bedarf des KI-Zeitalters zu decken. Frankreich hat hier ganz klar sehr große Vorteile“, sagte er und ergänzte, Frankreich habe zudem den „Willen, eine eigene KI-Industrie aufzubauen“.

Nach Wus Worten bringt Foxconn nicht nur die Serverracks für KI-Fabriken nach Frankreich. Das Unternehmen sieht auch die Chance, das gesamte KI-Ökosystem des Landes zu stärken – von Elektrofahrzeugen über Smartphones bis zu PCs, die alle auf integrierte KI-Technik angewiesen sind.

Foxconn stellt die Infrastruktur für die KI-Fabriken, der US-Konzern Nvidia liefert die neuesten KI-Chips.

Nvidia-Chef Jensen Huang beschrieb KI in diesem Monat als fünfschichtige Torte: Energie, Chips, Infrastruktur, Rechenzentrums-Server sowie KI-Modelle und Anwendungen.

„Nvidia versucht, allen Beteiligten zu helfen, damit alle Ebenen dieser Torte zusammenarbeiten und sich gemeinsam weiterentwickeln“, sagte Nat Ives, Nvidias Director of Enterprise für Benelux, Frankreich & Nordics, Euronews Next.

Dies zeige sich besonders deutlich in Frankreich, sagte er. Dort gibt es den französischen Energiekonzern EDF, der dem Staat gehört, Kernkraftwerke und viel erneuerbare Energie.

„Wenn ich mir ansehe, wie entschieden wird, wo Rechenzentren entstehen und welche Betreiber den Zuschlag erhalten, spielt Nachhaltigkeit, also der geringe oder gar keine CO₂-Fußabdruck, eine wirklich zentrale Rolle im Prozess“, sagte Ives.

Foxconn-Präsentation auf der VivaTech 2026.
Foxconn-Präsentation auf der VivaTech 2026. Courtesy of Foxconn at VivaTech 2026, all rights reserved.

Die Planung orientiert sich zunehmend an Nvidias eigenen Umweltzusagen. Der Konzern versorgt alle Büros und Rechenzentren weltweit mit Strom aus erneuerbaren Quellen.

Die jüngste Chip-Architektur Blackwell senkt den Energieverbrauch für KI-Aufgaben zudem auf ein bis zu 25-mal niedrigeres Niveau als die Vorgängergeneration.

Frankreich punktet laut Ives außerdem mit eigenen KI-Vorzeigeunternehmen wie Mistral AI, AMI oder H Company sowie einer aktiven Szene von Softwareanbietern und Entwicklern. Hinzu kommt eine lange Tradition exzellenter Ausbildung an den Universitäten.

„Diese Modellentwickler in Europa spielen eine enorme Rolle. Ich freue mich sagen zu können, dass ich die Mistral-Jungs kenne, seit sie noch drei Leute in einem Café waren, noch bevor es Mistral überhaupt gab, und wir haben sie von Anfang an begleitet“, sagte Ives.

Unternehmen, die auf Open Source und offene Forschung setzen, verschaffen auch Organisationen und Entwicklerinnen oder Entwicklern Zugang zu KI, die sich teure, geschlossene Angebote wie etwa OpenAI nicht leisten können. Das sorgt für fairere Wettbewerbsbedingungen.

„Wir arbeiten seit Beginn mit ihnen zusammen, kooperieren, unterstützen und investieren, weil wir überzeugt sind, dass Open Source und Open Science – worauf die meisten von ihnen setzen – äußerst wichtig sind, um echte Wahlmöglichkeiten zu schaffen“, fügte er hinzu.

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