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Forum in Taschkent bringt Investitionsdeals über 37,6 Mrd. Euro

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Forum in Taschkent bringt Investitionsdeals über 37,6 Mrd. Euro
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Von Akis Tatsis
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Mehr als 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 102 Ländern diskutierten Marktzugang, Verkehrsanbindung, Grünstrom, digitale Exporte und die nötige Politik zur Umsetzung.

Die fünfte Auflage des Tashkent International Investment Forum (Quelle auf Englisch)ist mit 166 unterzeichneten Vereinbarungen im Gesamtvolumen von 43,1 Milliarden US-Dollar (37,6 Milliarden Euro) zu Ende gegangen. Darin enthalten sind 139 neue Projekte im Wert von 31,8 Milliarden US-Dollar (27,7 Milliarden Euro). Das geht aus Zahlen hervor, die nach dem Forum veröffentlicht wurden.

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Mehr als 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich für das dreitägige Treffen registrieren lassen, darunter 3.802 ausländische Delegierte aus 102 Ländern. Die Zahlen unterstreichen die internationale Reichweite des Forums. Als nächster Schritt folgen Finanzierung und Umsetzung.

Präsident Shavkat Mirziyoyev betonte, die Investitionspolitik Usbekistans solle mehr bewirken als nur den Zufluss ausländischen Kapitals.

„Für uns sind Investitionen weit mehr als eine Kapitalquelle. Sie wirken als Katalysator für moderne Technologien, Wissen und Fachkompetenz, schaffen neue Arbeitsplätze und treiben eine Entwicklung voran, die mit den Anforderungen einer sich rasant verändernden Welt Schritt hält“, sagte er den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Reformen im Markttest

Im Gespräch mit Euronews knüpften Investorinnen und Investoren künftige Kapitalzuflüsse immer wieder an die Beständigkeit des usbekischen Reformprogramms.

„Reformen brauchen belegbare Ergebnisse. Man kann Dinge nicht über Nacht ändern. Die Menschen müssen Beweise sehen. Aber inzwischen haben wir viele Jahre an Belegen“, sagte Julia Hoggett, Vorstandschefin der Londoner Börse.

Ein frühes Signal lieferte die Doppelnotierung des Nationalen Investmentfonds Usbekistans (UzNIF) in London und Taschkent. Der Fonds hält Beteiligungen an 13 staatlichen Unternehmen. Das Angebot stieß auf Nachfrage von mehr als 2,8 Milliarden US-Dollar (2,44 Milliarden Euro) und brachte fast 700 Millionen US-Dollar (610 Millionen Euro) ein.

Der Vermögensverwalter Franklin Templeton managt den UzNIF und war maßgeblich daran beteiligt, den Fonds an die Börsen in London und Taschkent zu bringen.

Marius Dan, Zentralasien-Chef des Unternehmens, sieht in der Notierung einen frühen Schritt hin zu einem breiter aufgestellten heimischen Kapitalmarkt.

„In fünf Jahren werden wir hier sitzen und zurückblicken, und der gesamte Kapitalmarkt wird völlig anders aussehen“, sagte er. Er erwartet mehr börsennotierte Unternehmen, höhere Liquidität und eine stärkere Beteiligung ausländischer institutioneller Anleger.

Weiteres Wachstum hängt auch davon ab, ob Investoren Kapital und Gewinne frei bewegen können. Die Regierung verweist auf Reformen seit 2017, die Steuern gesenkt und Beschränkungen beim Währungsumtausch sowie beim Transfer von Gewinnen ins Ausland aufgehoben haben.

„Jede Investorin, jeder Investor kann kommen, investieren und die erzielten Einnahmen innerhalb eines Tages aus dem Land transferieren“, sagte der Minister für Investitionen, Industrie und Handel, Laziz Kudratov.

Diplomatie und US-Unternehmenspräsenz

Mit dem Forum fielen auch Besuche des deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier und des albanischen Präsidenten Bajram Begaj zusammen. Zudem reisten Regierungschefs und hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus ganz Zentralasien und den Nachbarstaaten an.

Ein US-usbekisches Wirtschaftsforum brachte Vertreterinnen und Vertreter von 193 US-Unternehmen zusammen. Spitzenmanager von Boeing, Visa, JPMorgan, Meta, Air Products und Franklin Templeton trafen zudem mit der usbekischen Regierung zusammen.

Auf der Tagesordnung standen Handel, Transport, Energie und regionale Zusammenarbeit ebenso wie Reformen der Kapitalmärkte.

Von der Randlage zur Vernetzung

Lange sahen viele Investoren Zentralasien vor allem durch das Prisma der großen Distanz zu wichtigen Märkten. Neue Eisenbahnstrecken, Energieleitungen und Transportkorridore sollen nun zusätzliche Routen nach Europa, Asien und zu südlichen Seehäfen eröffnen.

Zu den Projekten zählen die Bahnlinie China–Kirgistan–Usbekistan, der sogenannte Mittlere Korridor über das Kaspische Meer und die vorgeschlagene Trans-Afghanische Route. Sie sollen der Region ohne Meereszugang besseren Anschluss an internationale Märkte verschaffen.

Usbekistan erhofft sich von der besseren Anbindung auch Impulse für den Tourismus.

„Wir wollen die Ausgaben der Besucherinnen und Besucher erhöhen und mehr Angebote im höherwertigen Tourismus schaffen“, sagte Abdulaziz Akkulov, Vorsitzender des staatlichen Tourismusausschusses.

Auch Entwicklungsbanken prüfen die Wachstumsperspektiven Zentralasiens neu.

„Zentralasien ist heute eine der beeindruckendsten Regionen, was wirtschaftliches Wachstum angeht“, sagte Marek Mora, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank.

„Ich glaube, es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Leute von den zentralasiatischen Tigern sprechen.“

Digitale Exporte, Energie und Rohstoffe

Usbekistan will das höhere Wachstum und die bessere Vernetzung in mehr Exporte und Branchen mit höherer Wertschöpfung ummünzen.

Digitalisierungsminister Sherzod Shermatov sagte, die jährlichen IT-Exporte seien von weniger als einer Million US-Dollar (871.200 Euro) im Jahr 2017 auf eine Milliarde US-Dollar (872 Millionen Euro) im vergangenen Jahr gestiegen.

Die Regierung plant zudem, den Anteil grüner Energie an der Stromerzeugung auf 54 Prozent zu erhöhen und Investitionen in Netze, Speicher, künstliche Intelligenz und Rechenzentren anzuziehen.

Nach den Worten von Rajit Nanda, Chef des Unternehmens DataVolt, sind Kapital, Energie und Talent gleichermaßen entscheidend für die erfolgreiche Nutzung von KI.

Die Regierung schätzt den Wert der usbekischen Bodenschätze auf 3 Billionen US-Dollar (2,62 Billionen Euro). Dazu zählen Gold, Kupfer, Uran und andere strategische Rohstoffe.

Mark Robinson, geschäftsführender Direktor der Initiative für Transparenz in der Rohstoffindustrie (Extractive Industries Transparency Initiative), warnte, dass Ressourcenreichtum nicht automatisch breiteren Wohlstand schafft.

„Länder müssen diesen Rohstoffreichtum in langfristige Vorteile übersetzen“, sagte er.

Investoren mischen bei Politikgestaltung mit

Auch das Vertrauen im eigenen Land beeinflusst, wie internationale Investoren Usbekistan einschätzen.

„In dem Moment, in dem die eigene Bevölkerung daran glaubt, dass es sicher ist zu investieren und Unternehmen hier zu erweitern, ist das die stärkste Botschaft an den Rest der Welt“, sagte der EU-Sonderbeauftragte für Zentralasien, Eduards Stiprais.

Ausländische Investoren erhalten zudem einen formellen Kanal, um Änderungen der Wirtschaftspolitik vorzuschlagen. Im Ausländischen Investorenrat sitzen inzwischen 85 Unternehmen aus 19 Ländern und 23 Branchen. Nach den Abschlusszahlen des Forums brachte seine Arbeit 21 Initiativen und acht neue Regelungen hervor.

Nach Regierungsangaben sollen 120 neue Empfehlungen zu den Bereichen Banken, Energie, KI, Kapitalmärkte und Unternehmensführung in eine offizielle Reform-Roadmap einfließen. Die Umsetzung wird überwacht, der Fortschritt soll direkt Präsident Shavkat Mirziyoyev berichtet werden.

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