In der Nacht zum Mittwoch ist ein unbekanntes Flugobjekt in der Nähe des Flughafens Leipzig/Halle gesichtet worden. Es wurde auch Sprengstoff gefunden. Flüge mussten umgeleitet werden.
Die Polizei Sachsen war im Großeinsatz, nachdem gegen Mitternacht in der Nähe vom Flughafen Leipzig/Halle ein unbekanntes Flugobjekt gesichtet worden war. Es wurde auch ein Sprengstoffroboter eingesetzt. Denn laut BILD wurde ein Sprengstoff-Paket mit Zünder gefunden. Ob es tatsächlich kontrolliert gesprengt wurde, war zunächst nicht klar.
Polizeisprecher Olaf Hoppe bestätigte im Gespräch mit Euronews, dass gleichzeitig mit der Sichtung ein Objekt im Bereich der Südpiste gefunden wurde, das die Bundespolizei untersuchte. Dass eine Drohne gesichtet wurde, wollte der Sprecher nicht bestätigen.
Mehrere Flüge - auch eine Passagiermaschine - mussten nach Polizeiangaben an andere Flughäfen umgeleitet werden, weil der Flugverkehr zeitweise komplett eingestellt wurde.
Ein aus Mallorca kommender Airbus der Fluggesellschaft Marabu wurde wegen der Sperrung zur Landung nach Nürnberg geschickt.
Die Südpiste des Airports war am Mittwochmorgen weiter gesperrt, der Flugbetrieb im Nordbereich wurde wieder aufgenommen. Die Polizei Sachsen teilte in den sozialen Medien mit, in Zusammenarbeit mit der Bundespolizei werde weiter ermittelt.
Der Polizeisprecher erklärte Euronews, die Arbeit der Bundespolizei sei so gut wie abgeschlossen.
Vorfall bei ukrainischen Antonovs
Der Vorfall ereignete sich bei den Transportmaschinen der ukrainischen Antonov Airlines, die laut Leipziger Volkszeitung einen großen Teil ihres Betriebs nach Leipzig/Halle verlagert haben.
Die Airline hat in Leipzig Transportflugzeuge vom Typ An-124 stationiert und baut einen neuen Wartungshangar, der 2027 fertiggestellt werden soll.
Hostomel, der eigentliche Heimatflughafen von Antonov Airlines, war durch russische Angriffe im Ukraine-Krieg zerstört worden.
Kampf gegen Drohnen in Deutschland
Seit mehr als einem Jahr hatte es immer wieder Drohnenüberflüge in Deutschland gegeben. So hatte Innenminister Dobrindt im vergangenen September gefordert, dass Drohnen von der Bundeswehr aufgespürt, abgefangen, und abgeschossen werden sollten. Seit Oktober 2025 darf die Bundespolizei Drohnen abschießen.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte bei einem Besuch in Vilnius Ende Mai, Russland teste mit Drohnen im Luftraum der Europäischen Union die Sicherheit. "Dies ist eine bewusste Strategie Russlands, die darauf abzielt, unsere demokratischen Gesellschaften zu destabilisieren", sagte von der Leyen.