Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Lockheed Martin und Rheinmetall starten erste ATACMS-Produktion in Europa

Archiv: Testabschüsse auf der White Sands Missile Range in New Mexico am 14. Dezember 2021 mit frühen Versionen des Army Tactical Missile System.
Archiv: Testabschüsse auf der White Sands Missile Range in New Mexico am 14. Dezember 2021 mit frühen Versionen des Army Tactical Missile System. Copyright  AP Photo
Copyright AP Photo
Von Sasha Vakulina
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall baut künftig ATACMS-Raketen nach Entwürfen des US-Waffenherstellers Lockheed Martin. Erstmals entstehen diese Waffen in Europa.

Der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin und der deutsche Hersteller Rheinmetall wollen künftig Kurzstreckenraketen des Typs ATACMS in Deutschland produzieren. Erstmals soll das in den USA entwickelte Waffensystem damit außerhalb der Vereinigten Staaten gefertigt werden.

WERBUNG
WERBUNG

Das Army Tactical Missile System (ATACMS) mit einer Reichweite von bis zu 300 Kilometern wird häufig von der Ukraine im Krieg gegen Russland eingesetzt.

Die Vereinbarung wurde kurz vor einem Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der NATO in der Türkei bekannt. Dort dürfte die militärische Aufrüstung Europas im Mittelpunkt stehen, da US-Präsident Donald Trump weiter den Druck auf die Verbündeten erhöht, ihre Verteidigungsausgaben zu steigern.

ATACMS-Produktion künftig in Niedersachsen

Dem Abkommen zufolge wird Rheinmetall in seinem Artilleriewerk im niedersächsischen Unterlüß ein europäisches Produktionszentrum für die Lenkflugkörper einrichten. Vorstandschef Armin Papperger erklärte, dort werde man ATACMS-Raketen für NATO-Partner und weitere Länder montieren.

„Gemeinsam mit unseren Freunden bei Lockheed Martin schaffen wir jetzt in Deutschland die industrielle Basis für moderne Verteidigungssysteme, die bei Europas Streitkräften sehr gefragt sind“, so Papperger.

„Wir sind dankbar, dass Rheinmetall ausgewählt wurde, die weltweit erste und einzige Produktionsstätte für ATACMS-Lenkflugkörper außerhalb der USA aufzubauen und zu betreiben.“

Die geplante deutsche ATACMS-Linie, ein System, das für die westliche Langstreckenunterstützung für Kyjiw inzwischen zentral ist, steht für einen klaren Trend: Schlüsselwaffen aus den USA sollen verstärkt in Europa gefertigt werden, die Nachfrage nach hochwertigen Munitionsarten steigt weiter.

Nun ist die Frage, ob Lockheed Martin und die US-Regierung auch eine europäische Produktion für das begehrteste Produkt des Konzerns zulassen: Abfangraketen gegen ballistische Flugkörper.

Selenskyj: "Europa braucht dringend eigene Raketenabwehrsysteme und Raketen"

Die USA planen nach Angaben eines hochrangigen Pentagon-Vertreters ein europäisches Wartungszentrum für die PAC-3-Abfangraketen von Lockheed Martin. Zugleich zeigt sich Washington offen dafür, das System zu einem späteren Zeitpunkt auch außerhalb der USA fertigen zu lassen.

US-Vizeverteidigungsminister Michael Duffey erklärte vor der Presse, die US-Regierung habe noch nicht entschieden, welches europäische Land den Standort beherbergen soll.

Deutschland, die Niederlande, Polen und Schweden arbeiten an dem Projekt mit Lockheed Martin. Der Konzern produziert die weltweit knappen PAC-3-Raketen, die in Patriot-Luftverteidigungsbatterien eingesetzt werden.

Patriot-Systeme sind für viele US-Verbündete unverzichtbar, besonders für die Golfstaaten, aber auch für die Ukraine. Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran hat jedoch fast ein Drittel der globalen Bestände an Patriot-Abfangraketen aufgebraucht. Schätzungen zufolge haben Golfstaaten in den vergangenen Monaten mehr als 1.100 dieser Raketen abgefeuert.

Nach Angaben von Selenskyj produziert Lockheed Martin derzeit etwa 600 Abfangraketen pro Jahr und bis zu 65 pro Monat.

Ukrainische Regierungsvertreter berichten, Russland stelle monatlich rund 120 ballistische Raketen her und entwickle weitere Systeme. Die Angriffe seien zunehmend so angelegt, dass sie Lücken in der ukrainischen Luftverteidigung ausnutzen; zuletzt feuerten russische Truppen bei einer Attacke rund 30 ballistische Raketen ab.

Bei einem nächtlichen Angriff am sechsten Juli konnte die ukrainische Luftverteidigung keine einzige der 29 von Russland gestarteten ballistischen Raketen abfangen. Mindestens 26 Menschen kamen in Kyjiw und der umliegenden Region ums Leben, Dutzende weitere wurden verletzt.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

"Sehr niedrige Erfolgsquote": Ukraines Luftabwehr fängt keine russischen ballistischen Raketen ab

Abschuss von Russlands Raketen in Ukraine: Wie gut ist Rheinmetalls Skynex?

Selenskyj bittet Trump schriftlich um Patriot-Munition