Im Internet kursiert ein Video, das zum ersten Mal den Abschuss eines russischen Marschflugkörpers Kalibr in der Ukraine durch Skynex zeigen soll. Zuvor war das Luftabwehrsystem von Rheinmetall auch in die Kritik geraten.
Mehrere pro-ukrainische Militärblogger zeigen im Internet ein Video, auf dem offenbar zu sehen ist, wie die ukrainische Luftwaffe das Skynex-Flugabwehrsystem von Rheinmetall gegen eine russische Rakete eingesetzt hat. Darauf soll das von Deutschland gelieferte und auch in der Schweiz konzipierte und hergestellte Flugabwehrsystem eine russische Kalibr-Marschflugrakete mit einer Salve von 35-mm-AHEAD-Geschossen abschießen.
Zuletzt hatte die russische Armee auch die ukrainische Hauptstadt Kyjiw massiv mit Raketen und Drohnen attackiert. Und Präsident Wolodymir Selenskyj hatte die Verbündeten erneut um mehr Luftabwehr gebeten.
Die von Deutschland gelieferte vollautomatische 35-mm-Revolverkanone von Skynex kann ihr Ziel mit 152 Subprojektilen aus dem Metall Wolfram angreifen, wie Focus erklärt. Auf dem neuen Video ist zu sehen, wie viele kleine Teile feuerwerksartig explodieren.
Skynex: Bis zu 1000 Schuss pro Minute
Skynex kann theoretisch sogar bis zu bis zu 1000 Schuss pro Minute abfeuern - die Besonderheit dabei ist, dass die Detonation programmiert werden kann. Die Explosion erfolgt nicht beim Aufprall auf das Ziel, sondern kurz davor.
Videoaufnahmen vom Kriegsgeschehen in der Ukraine werden immer seltener. Im Juli 2022 hatte das russische Verteidigungsministerium ein Foto vom Abfeuern eines Kalibr-Marschflugkörpers auf die Ukraine von einem Kriegsschiff aus veröffentlicht.
Die Armee der Ukraine hatte russische Kalibr-Marschflugkörper im Dezember 2025 erstmals mit Unterwasser-Drohnen außer Gefecht gesetzt.
Kritik an Skynex in der Ukraine
Wenige Monate vor dem Abschuss des russischen Kalibr-Marschlfugkörpers gab es Kritik aus Kyjiw am Luftabwehrsystem von Rheinmetall. Das Magazin "Stern" berichtet aus einem internen ukrainischen Bericht, wonach Skynex bei einem Einsatz am 1. April 2026 versagt haben soll. Diesem Dokument zufolge konnte eine russische Shahed-Drohne - obwohl sie lokalisiert worden war - nicht abgeschossen werden. Sie stürzte schließlich ab und explodierte.
Zwei voneinander unabhängige Militärs sollen den Vorfall im Westen der Ukraine bestätigt haben. Dem Bericht zufolge waren zwei Skynex-Systeme, die insgesamt mit acht 35-mm-Kanonen, zwei Radargeräten und zwei Kommandoposten ausgestattet waren, zum Schutz des Gebiets im Einsatz.
Die ukrainische Seite berichtet von einer Kombination aus technischen Ausfällen und Problemen bei der Zielverfolgung.
Schätzungen in Presseberichten zufolge kostet ein Skynex-Luftabwehrsystem etwa 100.000 Euro. Deutschland hat der Ukraine 2023 ein erstes und 2024 ein zweites dieser Systeme des Rüstungsgiganten Rheinmetall geliefert.