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HAARP und Erdbeben: die Fakten hinter dem wiederkehrenden Mythos

Rettungskräfte und Freiwillige suchen in den Trümmern eines Gebäudes, das bei den Erdbeben in La Guaira in Venezuela am Montag, dem sechsten Juli 2026, eingestürzt ist.
Rettungskräfte und Freiwillige suchen in den Trümmern eines Gebäudes, das bei den Erdbeben am sechsten Juli 2026 in La Guaira, Venezuela, einstürzte. Copyright  Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved
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Von Lucia Blasco
Zuerst veröffentlicht am
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Nach den Beben in Venezuela kursierten in Netzwerken HAARP-Vorwürfe. Fachgremien, Faktenchecker und Programmverantwortliche verneinen jede Beweislage dafür.

Immer wenn sich ein schweres Naturunglück ereignet, taucht der Begriff HAARP in sozialen Netzwerken wieder als Trend auf. Das geschieht nach Erdbeben, Hurrikanen, Überschwemmungen oder Waldbränden. Auch nach den jüngsten Beben in Venezuela war das nicht anders.

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Auf Plattformen wie X kursierten Beiträge, die ohne Belege behaupteten, die USA hätten das HAARP-Projekt genutzt, um die Erdbeben auszulösen. Mehrere Fachmedien für Faktenprüfung haben diese Behauptungen widerlegt und betonen, dass keine wissenschaftlichen Nachweise dafür existieren.

Was steckt hinter dem Projekt HAARP?

HAARP steht für High-frequency Active Auroral Research Program, auf Deutsch etwa „Forschungsprogramm für aktive Polarlichter bei hohen Frequenzen“. Die Anlage in Alaska ist ein wissenschaftliches Forschungszentrum. Ziel ist es, die Ionosphäre zu untersuchen, eine Schicht der Erdatmosphäre in rund 60 bis über 500 Kilometern Höhe.

Nach Angaben der Organisation selbst nutzt (Quelle auf Spanisch) HAARP hochfrequente Radiowellen, um kleine, kontrollierte Störungen in diesem Bereich der Atmosphäre zu erzeugen. So wollen Forschende besser verstehen, wie Prozesse dort Funkkommunikation, Satellitennavigation und andere Technologien beeinflussen. Von 1993 bis 2014 betrieben die Luftwaffe und die Marine der USA die Anlage, seit 2015 liegt sie in der Verantwortung der Universität Alaska Fairbanks.

Die Einrichtung betont zudem, dass alle Experimente öffentlich sind und die Forschung sich ausschließlich auf die Ionosphäre konzentriert.

Warum wird HAARP mit Erdbeben und anderen Katastrophen verknüpft?

Obwohl das Programm ein wissenschaftliches Ziel verfolgt, ist HAARP seit Jahren Gegenstand zahlreicher Verschwörungstheorien.

Dem Projekt wird immer wieder fälschlich zugeschrieben, Erdbeben, Hurrikane, Überschwemmungen, Waldbrände auslösen oder sogar das Wetter steuern zu können. Nach der DANA-Unwetterlage, die im Oktober 2024 die Region Valencia verwüstete, verbreiteten sich erneut Beiträge in sozialen Netzwerken, die ohne Belege behaupteten, HAARP habe die Katastrophe verursacht.

Eine Recherche des Faktencheck-Teams von Euronews zeigte, wie sich solche Verschwörungsnarrative in verschiedenen Sprachen verbreiteten, und widerlegte mehrere der Aussagen, die viral gingen.

Ähnliche Erzählmuster tauchten auch nach den Erdbeben in Marokko und Myanmar sowie nach dem Hurrikan Milton in den USA wieder auf. Nach den Erdbeben in Venezuela kursierten erneut Beiträge, die behaupteten, die USA hätten HAARP eingesetzt, um Infrastruktur im Land zu beschädigen oder die Beben auszulösen. Tatsächlich handelt es sich um einen wissenschaftlich unbegründeten Mythos.

Kann HAARP Erdbeben auslösen oder das Wetter steuern?

Die Antwort lautet nach Angaben der Projektverantwortlichen und der Fachwelt: nein.

In den häufig gestellten Fragen weist HAARP darauf hin, dass die verwendeten Radiowellen ausschließlich mit der Ionosphäre interagieren und nicht mit der Troposphäre oder der Stratosphäre, den unteren Schichten, in denen sich das Wetter abspielt. Die Anlage hat nach eigener Darstellung daher keine Möglichkeit, das Klima zu verändern.

Die Forschenden betonen außerdem, dass HAARP weder Naturereignisse auslösen noch verstärken kann, etwa Erdbeben, Hurrikane oder Überschwemmungen. Die Signale dienen dazu, physikalische Prozesse in der oberen Atmosphäre zu untersuchen. Sie haben keine Wirkung auf die Erdkruste und nicht auf die geologischen Vorgänge, die Erdbeben verursachen.

Faktenprüfer, die die verbreiteten Beiträge nach dem Erdbeben in Venezuela analysiert haben, erinnern zusätzlich daran, dass keinerlei wissenschaftliche Belege eine Verbindung zwischen HAARP und seismischer Aktivität stützen.

Verschwörungstheorie: Nach jedem großen Unglück wieder im Umlauf

Der Fall Venezuela folgt einem bekannten Muster der Desinformation über Naturphänomene. Nach jedem größeren Erdbeben oder extremen Wetterereignis tauchen Beiträge auf, die das Geschehen auf geheime Technologien oder angebliche Klima-Waffen zurückführen, obwohl keine wissenschaftliche Grundlage für diese Behauptungen existiert.

HAARP spielt in diesen Erzählungen immer wieder eine zentrale Rolle. Die Verantwortlichen des Projekts betonen, dass HAARP ausschließlich wissenschaftlichen Zwecken dient: Es soll die Ionosphäre erforschen, um Funkkommunikation und den sogenannten „Weltraumwetter“ besser zu verstehen, ein anderer Begriff als das irdische Klima. Nach ihren Angaben hat die Anlage keine Fähigkeit, das Wetter zu kontrollieren oder Erdbeben auszulösen.

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