Jannik Sinner besiegt Alexander Zverev nach vier Sätzen und verteidigt seinen Wimbledon-Titel. Zverev klagt nach einem Sturz im dritten Satz über Knieprobleme.
Jannik Sinner hat seinen Wimbledon-Titel erfolgreich verteidigt. Im Finale am Sonntag setzte sich der Italiener in einem hochklassigen Vier-Satz-Match mit 6:7, 7:6, 6:3, 6:4 gegen Alexander Zverev durch.
Als Sinner seinen ersten Matchball mit einem Vorhand-Winner die Linie entlang verwandelte, ließ er sich rücklings auf den Rasen fallen – eine ungewöhnlich emotionale Reaktion für den sonst eher zurückhaltenden Italiener.
„Dieser Sieg bedeutet mir sehr viel. Nach Paris war es noch einmal unglaublich hart“, sagte Sinner. „Ich bin stolz auf mich und auf mein Team, das mich immer weiter in die richtige Richtung bringt.“
Die Niederlage bei den French Open Ende Mai hatte den Weltranglistenersten schwer getroffen und seine Serie von 30 Siegen in Folge beendet. Anschließend ließ sich Sinner in Mailand medizinisch untersuchen und kehrte erst in Wimbledon auf die Tour zurück.
Dort musste er gleich in der ersten Runde in einem Fünf-Satz-Marathon gegen Miomir Kecmanovic zweimal einen Satzrückstand aufholen. Danach steigerte sich der Italiener von Runde zu Runde und gab bis zum Finale keinen weiteren Satz mehr ab. Im Halbfinale dominierte er Novak Djokovic klar.
Mit dem Finalsieg feierte Sinner seinen zweiten Wimbledon-Titel in Folge und den zehnten Sieg in Serie gegen Zverev.
Für Zverev war es die bislang erfolgreichste Wimbledon-Teilnahme seiner Karriere. Zuvor war der Deutsche nie über das Achtelfinale hinausgekommen. „Ich bin 29 Jahre alt, und zum ersten Mal glaube ich wirklich, dass ich diesen Pokal gewinnen kann“, hatte Zverev vor dem Finale gesagt.
Bis weit in den dritten Satz lieferten sich die beiden Topgesetzten ein Duell auf Augenhöhe. Beim Stand von 3:3 – nach bereits 2:42 Stunden Spielzeit – erspielte sich Zverev seinen ersten und einzigen Breakball.
Sinner konterte mit einem kurzen Stoppball. Zverev rutschte auf dem Rasen weg und schien sich beim Versuch, hinter der Grundlinie die Richtung zu wechseln, das rechte Knie zu überdehnen. Unter sichtbaren Schmerzen griff er sich ans Knie. Sinner eilte sofort um das Netz herum und half seinem Gegner wieder auf die Beine.
Zverev spielte schnell weiter, wirkte jedoch leicht beeinträchtigt. Als er eine Vorhand verschlug und Sinner damit das erste Break der Partie zum 5:3 im dritten Satz schenkte, schleuderte er aus Frust den Schläger in Richtung Grundlinie. Sinner brachte den Satz anschließend sicher nach Hause.
Sinner ist der erste Spieler seit Roger Federer, der den Wimbledon-Titel im Herren-Einzel gewinnt, ohne im Halbfinale oder im Finale ein einziges Aufschlagspiel abzugeben. Federer war das zuletzt 2003 gelungen, als er im Halbfinale Andy Roddick und im Endspiel Mark Philippoussis bezwang, auf dem Weg zu seinem ersten von insgesamt acht Titeln in Wimbledon.