Die viermalige Grand-Slam-Siegerin aus Japan erwies ihrer Kultur die Ehre und erschien zu ihrem Wimbledon-Auftakt in einem langen, ganz weißen Kimono.
Der japanische Tennisstar Naomi Osaka weiß, wie man einen spektakulären Auftritt hinlegt.
Die achtundzwanzigjährige vierfache Grand-Slam-Siegerin begeisterte das Publikum schon in diesem Jahr bei den Australian Open. Dort trat sie in einem von Quallen inspirierten Outfit mit riesigem Hut und Schleier auf. Im vergangenen Monat war ihr goldenes French-Open-Kleid der große Hingucker.
Ganz im eigenen Stil lässt sich die ehemalige Nummer eins der Welt auch von Wimbledons strenger Weißpflicht nicht bremsen.
Zu ihrem Erstrundenmatch gegen Elsa Jacquemot gestern betrat Osaka den Court in einem fließenden Kimono, bestickt mit Kranichen und Kirschblüten. Dazu trug sie einen traditionellen kanzashi-Haarschmuck.
Das Design stammt von der in Tokio ansässigen Designerin Hana Yagi, die Materialien aus Vintage-Kimonos, einem traditionellen shiromuku Hochzeitskimono und einem zerlegten Brautkleid upgecycelt hat.
Für das Aufwärmen vor dem Match legte Osaka den Kimono schließlich ab. Ihr Auftritt hatte da aber längst für Begeisterung auf den Rängen gesorgt. Viele Fans hielten ihre Handys bereit, um ihren Einzug zu filmen.
Ein Fan rief beim Einzug: „C’mon, Queen!“.
„Darauf warten wir doch den ganzen Tag: In welchem Outfit Naomi Osaka in Wimbledon auftaucht“, sagte die frühere Top-Ten-Spielerin Alicia Molik, die für die BBC kommentiert.
Nach ihrem 6:1, 7:5-Sieg verriet Osaka eine weitere Inspirationsquelle: Quentin Tarantinos Kill Bill.
„Für mich bedeutet mein japanisches Erbe sehr viel. In Wimbledon heißt es: alles in Weiß. Ich fand es deshalb richtig cool, in einem Kimono auf den Platz zu kommen“, sagte Osaka im Interview auf dem Court.
„Ich lasse mich von vielen verschiedenen Dingen inspirieren. Einer meiner Lieblingsfilme ist ‚Kill Bill‘. Ich liebe Lucy Lius Figur O-Ren Ishii, die in diesem ikonischen weißen Kimono auftritt. Ich sage den Leuten immer, ich sei manchmal wie eine Videospielfigur – ich möchte nicht ich selbst sein, wenn ich auf dem Platz stehe. Ein bisschen versuche ich, sie zu verkörpern.“
Gegenüber der britischen Vogue sagte Osaka: „Ich nutze Mode gern als Medium, um Geschichten zu erzählen. Jeder Einlauf auf den Platz ist eine Gelegenheit, die Menschen in meine kreative Welt mitzunehmen. Dass sich die Leute dafür interessieren und gespannt sind, was als Nächstes kommt, ist auch ziemlich cool.“
Ihr nächstes Match bestreitet Osaka morgen gegen die russische Spielerin Anastasia Gasanova.