Ein Erdbeben der Stärke 5,1 mit Epizentrum in Chupaca (Junín) hat am Samstagabend mindestens eine Person getötet, rund zehn Menschen verletzt und Krankenhäuser sowie religiöse Denkmäler in der Andenregion beschädigt.
Am Samstagabend um 21:24 Uhr Ortszeit bebte im Zentrum Perus die Erde. Das Geophysikalische Institut von Peru (IGP (Quelle auf Spanisch)) lokalisierte das Epizentrum sieben Kilometer südlich von Chupaca in der Andenregion Junín, in 24 Kilometern Tiefe. Das Beben der Stärke 5,1 richtete erhebliche Schäden an. Nach ersten vorläufigen Angaben gibt es mindestens einen Toten und zehn Verletzte; die Behörden prüfen die Bilanz noch.
17 Minuten später folgte ein Nachbeben der Stärke 3,7, dessen Epizentrum etwas weiter südlich lag und das nur 18 Kilometer tief war. Die Erschütterung blieb schwach und deutlich geringer als beim Hauptbeben, das in Chupaca als moderat stark zu spüren war.
Chongos Bajo: am stärksten betroffener Bezirk
Im Bezirk Chongos Bajo konzentrieren sich die meisten bislang gemeldeten Schäden. Dort kam ein Mensch ums Leben; die Behörden haben seine Identität noch nicht bekannt gegeben. In Huancayo, der Hauptstadt von Junín, meldeten zwei Krankenhäuser Schäden an ihren Gebäuden: das Hospital Nacional del Centro Daniel Alcides Carrión, das die zehn Verletzten versorgte, und das Mutter-Kind-Krankenhaus El Carmen, wo in der pädiatrischen Intensivstation Risse auftraten.
Auch das Kulturerbe der Region blieb nicht verschont. In Chongos Alto stürzte das steinerne Kreuz der Cani Cruz ein, ein religiöses Monument mit großer Bedeutung für die Gemeinde. Außerdem kam es zu Einstürzen im ehemaligen Kloster Santiago de León.
Das Beben führte zudem in mehreren Bezirken zu Stromausfällen. Nach ersten Einschätzungen des Nationalen Notfallkomitees (COEN) blieben die Straßen des landesweiten Verkehrsnetzes jedoch unbeschädigt.
Region an Erdbeben gewöhnt
Für Chupaca sind solche Ereignisse nichts Ungewöhnliches. Historische Daten zeigen, dass die Provinz etwa alle 13 Jahre ein Erdbeben der Stärke 5 oder mehr erlebt. Schwächere Beben kommen in der Region Junín deutlich häufiger vor, wo es in den vergangenen Wochen mehrere mittelstarke Erschütterungen gegeben hat.
Der Grund liegt in der Lage Perus im Pazifischen Feuerring, einem Gürtel, in dem rund 85 Prozent der seismischen Aktivität weltweit auftreten.
In dieser Zone ereignete sich 2022 ein Beben der Stärke 6,9, das sogar in La Paz zu spüren war. 2007 kamen in der Region Ica bei einem Erdbeben der Stärke 7,9 fast 500 Menschen ums Leben. Die peruanischen Behörden betonen immer wieder, dass sich der genaue Zeitpunkt eines Bebens nicht vorhersagen lässt. Modelle können jedoch abschätzen, in welchen Gebieten ein Erdbeben besonders wahrscheinlich ist und welche Stärke es erreichen könnte.