Die Rettungsteams suchen weiter nach Überlebenden; das entscheidende Drei-Tage-Fenster nach dem Beben läuft ab. Laut Medien gelten noch Dutzende als vermisst.
In der südwestjapanischen Präfektur Kumamoto kämpfen die Menschen noch immer darum, ihren Alltag wieder in den Griff zu bekommen. Zwei Tage zuvor hatte ein schweres Erdbeben der Stärke 7,1 eine Explosion in einem Einkaufszentrum ausgelöst, einen Fabrikschornstein zum Einsturz gebracht und Wohnhäuser zerstört. Mindestens 30 Menschen kamen ums Leben. Die Suche nach Vermissten und die Rettungsarbeiten dauern an.
Die Zeit, noch Überlebende zu finden, wird knapp. Rettungskräfte arbeiten in Kumamoto auf der südlichen Hauptinsel Kyushu ununterbrochen, seit das starke Beben die Region am Dienstag erschütterte.
Wie viele Menschen noch vermisst werden, ist weiterhin unklar. Nach Angaben der Präfekturverwaltung wurden mindestens 63 Menschen verletzt, fünf von ihnen schwer.
Überlebende berichten, wie sie zu ihren zerstörten Häusern zurückkehrten und verzweifelt versuchten, Angehörige aus den Trümmern zu ziehen. Einige erlitten dabei Verletzungen und mussten in Krankenhäuser gebracht werden.
Tausende Menschen verbrachten eine weitere Nacht in Notunterkünften, die in Turnhallen und anderen großen Gebäuden eingerichtet wurden. Viele Häuser sind weiterhin ohne Wasser und Strom. Andere Bewohner trauen sich aus Angst vor möglichen Nachbeben noch nicht zurück.
Japan verfügt zwar über strenge erdbebensichere Bauvorschriften, und Beben mit einer Stärke von mehr als 7 sind in dem Land keine Seltenheit. In der betroffenen Region gibt es jedoch viele Häuser im traditionellen Baustil, die besonders anfällig für starke Erschütterungen sind.
Am schwersten betroffen ist das Einkaufszentrum Aeon Mall in der Stadt Kashima. Dort hielten sich Tausende Menschen auf, als das Beben am späten Dienstagnachmittag die Umgebung erschütterte.
Nach Angaben des Unternehmens wurden zunächst rund 3.000 Kundinnen und Kunden auf einen Parkplatz gebracht. Kurz darauf kam es in einem anderen Teil des Einkaufszentrums zu einer Explosion, während dort noch Beschäftigte im Einsatz waren. Die zweite Etage stürzte ein und begrub Menschen unter den Trümmern.
Bis Donnerstagmorgen bestätigten die Behörden in Kumamoto sechs Todesopfer an der Mall. Insgesamt wurden 11 Menschen aus den Trümmern gerettet.
Angehörige von Vermissten warteten am Donnerstag trotz drückender Hitze rund um das zerstörte Einkaufszentrum auf Nachrichten über ihre Familienmitglieder.
Auch in der Region Yatsushiro kam es zu schweren Schäden. Auf dem Gelände einer Fabrik von Nippon Paper Industries stürzte ein Schornstein ein. Zehn Menschen konnten gerettet werden, acht kamen ums Leben. Eine Person wird weiterhin vermisst.
Fast 23.000 Haushalte sind noch immer ohne Strom. Mehr als 10.000 Menschen halten sich in rund 400 von der Regierung eingerichteten Notunterkünften auf. Dort werden zusätzliche Stromquellen installiert, damit Klimaanlagen betrieben werden können. Eine extreme Hitzewelle belastet derzeit weite Teile Japans zusätzlich.