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Golfstaaten bauen Umgehungsrouten für Straße von Hormus, Ölpreis nähert sich 100 Dollar

Drei Jungen spielen im seichten Wasser der Straße von Hormus; im Hintergrund vor Bandar Abbas, Iran, steigt nach einer Explosion eine Rauchsäule auf, 13. Juli 2026.
Drei Jungen spielen im seichten Wasser der Straße von Hormus; im Hintergrund steigt vor Bandar Abbas im Iran nach einer Explosion Rauch auf, 13. Juli 2026 Copyright  Razieh Poudat/ISNA via AP
Copyright Razieh Poudat/ISNA via AP
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Ölförderer am Golf investieren Milliarden in neue Pipelines, um Rohöl an der Straße von Hormus vorbeizuleiten. Irans Kontrolle treibt die Preise Richtung 100 Dollar.

Vor dem Krieg passierten täglich rund 15 Millionen Barrel Golf-Öl die Straße von Hormus. In Friedenszeiten floss damit etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls durch diese maritime Engstelle.

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Der Seeweg bleibt weitgehend blockiert, die Preise sind hoch. Laut Golf-Regierungen, Energiekonzernen und Marktanalysten entstehen deshalb derzeit mindestens sieben große Pipelineprojekte – im Bau, in Planung oder in Verhandlung. Sie sollen das Öl über das Rote Meer, den Suezkanal und den Golf von Oman ausleiten.

Seit sich der Krieg mit Iran in diesem Monat erneut zuspitzt, kostet die Sorte Brent wieder fast 100 Dollar je Barrel – deutlich mehr als die rund 72 Dollar nach der kurzen Waffenruhe im Juni. Auch die US-Referenzsorte WTI kletterte auf etwa 90 Dollar je Barrel.

Die starke Abhängigkeit von der Straße von Hormus sei „keine sinnvolle langfristige Strategie mehr“, sagt Victoria Grabenwöger, Senior Researcherin beim Datenanbieter Kpler.

Es gibt bereits zwei Ausweichrouten. Beide stoßen jedoch fast an ihre Kapazitätsgrenzen.

Die saudische Ost-West-Pipeline entstand in den 1980er-Jahren, als Teheran im Iran-Irak-Krieg die Schifffahrt bedrohte. Sie transportiert Rohöl vom Abqaiq-Komplex nach Yanbu am Roten Meer. Von dort fahren Tanker entweder nach Süden in Richtung Arabisches Meer oder nach Norden zum Suezkanal.

Die Vereinigten Arabischen Emirate leiten inzwischen mehr Öl nach Fudschaira, ihren Hafen am Golf von Oman rund 145 Kilometer südlich der Straße von Hormus.

Zusammen verfügten beide Leitungen laut der US-Energieinformationsbehörde vor Kriegsbeginn über eine freie Kapazität von rund dreieinhalb bis fünfeinhalb Millionen Barrel pro Tag. Inzwischen laufen sie fast voll ausgelastet und befördern etwa 6,5 Millionen Barrel täglich.

Auch der staatliche Ölkonzern von Abu Dhabi drängt darauf, ein bereits vor Kriegsbeginn gestartetes Projekt fertigzustellen.

Die 3 Milliarden Dollar teure, 300 Kilometer lange Pipeline nach Fudschaira verläuft parallel zu einer bestehenden Leitung. Sie soll die Lieferungen um mehr als 1,2 Millionen Barrel am Tag erhöhen und ist laut Kpler etwa zur Hälfte fertiggestellt. Das Unternehmen rechnet damit, dass sich der offizielle Fertigstellungstermin Anfang 2027 auf Mitte 2027 verschiebt, weil auch der Hafen ausgebaut werden muss.

Selbst dieser Zeitplan sei erst durch die Blockade realistisch geworden, argumentiert Kpler.

Rotes Meer: Entlastung und neue Risiken

Die Route über das Rote Meer bleibt jedoch verwundbar, wie diese Woche erneut deutlich wurde.

Die von Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen haben als Reaktion auf die saudische Blockade ihres Landes und einen Angriff auf den Flughafen von Sanaa eine Blockade für saudisch verbundene Schiffe verhängt. Am Donnerstag erklärten sie, sie hätten die beiden saudischen Tanker Encelia und Layla angegriffen und in Brand gesetzt.

Saudiische Staatsmedien berichteten von einem Feuer am Bug der Encelia, Verletzte gab es demnach nicht. Das britische Maritime Trade Operations Centre meldete einen Tanker, der südwestlich von Al Schuqaiq von einem „unbekannten Projektil“ getroffen worden sei.

Die von Iran unterstützte Gruppe störte bereits früher den Schiffsverkehr in der Bab-al-Mandab-Straße, einer maritimen Engstelle, über die etwa zwölf Prozent des Welthandels laufen. Ein Drohnenangriff der Huthi zwang 2019 sogar die Ost-West-Pipeline zeitweise zur Abschaltung.

ARCHIV: Möwen fliegen vor der Hafenstadt Dschidda am Roten Meer in Saudi-Arabien, Oktober 2019
ARCHIV: Möwen fliegen vor der Hafenstadt Dschidda am Roten Meer in Saudi-Arabien, Oktober 2019 AP Photo/Amr Nabil

Irak setzt auf Washington: Investitionspaket über 60 Milliarden Dollar

Der Druck ist nirgends größer als im Irak. Das Land erzielt etwa 90 Prozent seiner Staatseinnahmen aus Ölexporten und musste wegen seiner Abhängigkeit von der Straße von Hormus die Förderung drosseln.

Ministerpräsident Ali al-Zaidi kehrte vergangene Woche aus Washington zurück. Nach Angaben von Reuters brachte er 48 Vereinbarungen mit US-Unternehmen mit, im Wert von mehr als 60 Milliarden Dollar. Sie betreffen Energie, Gesundheit und Technologie und umfassen Kooperationen mit ExxonMobil, Shell, Halliburton, KBR und GE Vernova.

Kernstück ist ein Abkommen mit Syrien zum Wiederaufbau der seit Langem stillliegenden Pipeline von den Feldern bei Kirkuk zum Mittelmeerhafen Baniyas. Nach Angaben der irakischen Staatsmedien soll Chevron das Projekt umsetzen. Das US-Außenministerium begrüßte den Plan und sprach von einem „kritischen Energiekorridor“ mit einer Anfangskapazität von zwei Millionen Barrel täglich.

Bagdad prüft zudem eine Leitung von Basra in den jordanischen Hafen Aqaba.

Der US-Botschafter in der Türkei, Tom Barrack, prognostizierte, die Vereinbarungen könnten die Straße von Hormus künftig „zur Nebensache“ machen.

Weitere Quellen • AP

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