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Weltweite Schlagzeilen: Was jetzt mit den Überresten der Wehrmachtsoldaten aus der Donau passiert

 Die DKW NZ 350-1 wird aktuell im Institut und Museum für Militärgeschichte, beim ungarischen Partner des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., aufgearbeitet.
Die DKW NZ 350-1 wird aktuell im Institut und Museum für Militärgeschichte, beim ungarischen Partner des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., aufgearbeitet. Copyright  Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.
Copyright Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.
Von Franziska Müller
Zuerst veröffentlicht am
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Seit Wochen machen sie Schlagzeilen: Zwei tote Wehrmachtsoldaten aus der Donau bei Budapest und ein Motorrad aus dem Zweiten Weltkrieg. Nun läuft die Identifizierung der Toten anhand der gefundenen Erkennungsmarken. Euronews hat mit den Experten vor Ort über diese Detektivarbeit gesprochen.

Über 80 Jahre lang konnte niemand den Tod von zwei Soldaten bestätigen. Denn sie waren zunächst nicht auffindbar. Erst jetzt, Anfang August, als der Pegelstand der Donau immer weiter gesunken ist, sind die Überreste zweier Wehrmachtssoldaten in Budapest gefunden worden - samt Erkennungsmarken. Bekommen die toten Soldaten nun Namen und Gesichter?

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Die Erkennungsmarken dienen der Identifizierung von Gefallenen, jede Nummer gibt es nur einmal. Beim Tod eines Soldaten wird die Metallplakette in der Mitte durchgebrochen, ein Teil mit Nummer verbleibt beim Toten, der andere Teil - ebenfalls mit Nummer - wird an die zuständige Stelle in der Heimat geschickt, die dann die Angehörigen informiert.

Anhand der Erkennungsmarken besteht die Möglichkeit, die Identität der gefundenen Soldaten aufzuklären.
Anhand der Erkennungsmarken besteht die Möglichkeit, die Identität der gefundenen Soldaten aufzuklären. Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

"Wenn er gefallen wäre, hätten seine Kameraden die Erkennungsmarke gebrochen", erklärt Norbert Hambuch, Friedhofsverwalter der Kriegsgräberstätte Budaörs. "Der obere Teil mit den zwei Löchern bleibt bei dem Soldaten, und den unteren Teil nehmen die Kameraden an sich und schicken ihn an die zentrale Stelle." Hambuch übersetzt für Euronews die Schilderungen seines Kollegen Gabor Kohlrusz, Umbetter für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

Wir fragen bei Diane Tempel-Bornett vom Volksbund nach, wollen wissen, wie wichtig die genaue Fundsituation der Erkennungsmarke ist: "Es ist wahrscheinlich, dass eine Erkennungsmarke in Brusthöhe zum Toten gehört, weil er sie dann um den Hals getragen hat. Auf Hüfthöhe lässt eine Erkennungsmarke eher darauf schließen, dass sie in der Hosentasche lag und der Tote sie einem anderen toten Kameraden abgenommen hat, um sie zur Einheit zubringen."

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren viele Soldaten vermißt niemand wusste, ob sie gefallen waren oder noch leben. Genauso wie die beiden, die unentdeckt auf dem Grund der Donau lagen. Jetzt arbeitet der Volksbund mit seinem ungarischen Partner daran, die Soldaten zu identifizieren. Im November 2026 sollen sie auf der Kriegsgräberstätte Budaörs vor den Toren der ungarischen Hauptstadt Budapest bestattet werden.

Eine der nun an der Donau gefundenen Erkennungsmarken gehörte einem Wehrmachtssoldaten, die zweite einem Angehörigen der Waffen-SS. Ob die jeweiligen Marken tatsächlich zu den beiden geborgenen Körpern gehören, muss aber erst geklärt werden. Eine mögliche vorläufige Identifizierung des Volksbundes muss anschließend vom Bundesarchiv amtlich bestätigt werden.

Über die Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg wird seit Wochen gesprochen. Auch das Foto eines Motorrads ging durch alle Medien. Mehr als 80 Jahre lag es im Schlamm der Donau. Der extrem niedrige Wasserstand in Budapest hat das Wrack freigegeben. Wir besuchen mit Gabor Kohlrusz und Norbert Hambuch vom Volksbund noch einmal den Fundort.

"Hier lagen sehr viele Trümmer, Fahrzeuge aus der letzten Zeit des Krieges in Budapest und diese Trümmer wurden hier alle heruntergeschoben direkt nach dem Krieg und erst später kamen diese Felsen darauf", erklärt und Hambuch.

Sowjetische und rumänische Truppen kämpften 1945 in Budapest gegen deutsche und ungarische Einheiten
Sowjetische und rumänische Truppen kämpften 1945 in Budapest gegen deutsche und ungarische Einheiten AP Photo

Im Jahr 1945 wurde 102 Tage lang um Budapest gekämpft. Zehntausende Soldaten und Zivilisten starben. Um an die Kämpfe um Budapest zu erinnern, soll das freigelegte Motorrad aus der Donau später Teil einer Ausstellung werden.

"Wir haben eine reiche Sammlung von den Geräten des 2. Weltkrieges", erklärt Imre Kovacs, Länderbeauftragter des Volksbundes. Er bezeichnet die DKW-Maschine immer wieder als "Prachtstück" für die Ausstellung im Institut und Museum für Militärgeschichte, dem ungarischen Partner des Volksbundes. Dort soll das Motorrad, das inzwischen gereinigt wurde, später einmal stehen.

Und die Überreste der Soldaten? "Die Gebeine wurden aufgenommen und in das Depot geliefert, also in den größten Soldatenfriedhof des Volksbundes in Ungarn, Budaörs", erklärt Hambuch. Dort werden sie gereinigt, anthropologisch aufgenommen, erfasst und werden im Herbst, Oktober mit den anderen in diesem Jahr gefundenen Soldaten eingebettet".

Die Arbeit des Volksbund geht weiter, sagt Diane Tempel-Bornett, denn allein "auf dem Gebiet der ehemaligen UdSSR werden noch rund zwei Millionen Soldaten des Weltkrieges vermisst. Für Ungarn werden die Verluste mit rund 54.000 angegeben. Seit 1992 haben wir 29.956 Tote in Ungarn exhumiert und umgebettet."

Immerhin zwei tote Soldaten bekommen nun vielleicht nach über 80 Jahren ein Grab und vielleicht auch eines mit ihrem Namen darauf. Für den Volksbund und das ungarische Institut und Museum für Militärgeschichte ist diese Erinnerung auch ein Teil der Friedensarbeit.

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