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Erster Auftritt nach Sommerpause: Merz mit Buhrufen und Pfiffen empfangen

Bundeskanzler Friedrich Merz spricht auf einer Pressekonferenz in Hürtgenwald, Samstag, 22. August 2026.
Bundeskanzler Friedrich Merz spricht auf einer Pressekonferenz in Hürtgenwald, Samstag, 22. August 2026. Copyright  AP Photo
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Von Nela Heidner
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Bundeskanzler Friedrich Merz ist heute nach Hürtgenwald gereist, während die Löscharbeiten im Hohen Venn auf belgischer Seite weitergehen. Das Feuer in der deutschen Grenzregion ist inzwischen gelöscht. Vor seinem Besuch war der Kanzler Kritik ausgesetzt, die Opposition warf ihm Untätigkeit vor.

Es war sein erster öffentlicher Termin nach der Sommerpause: Zwei Tage nach der vollständigen Löschung des Waldbrands im Hürtgenwald hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) heute das betroffene Gebiet besucht, um den Einsatzkräften zu danken.

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Merz wurde mit Buhrufen und Pfiffen empfangen. Zahlreiche Schaulustige versammelten sich auf dem Dorfplatz, wo Merz eintraf. Der Kanzler war zeitweise kaum zu verstehen, weil seine Worte übertönt wurden.

Ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Hürtgenwald zeigte sich über die lautstarken Reaktionen verärgert. "Diejenigen, die rufen und pfeifen, sollten diese negative Energie in positive Energie umwandeln und Mitglied bei der Feuerwehr oder beim THW werden", sagte der Feuerwehrmann.

Merz erklärte, er habe sich bewusst dafür entschieden, erst heute nach Hürtgenwald-Gey zu reisen. Damit habe er sicherstellen wollen, dass die Einsatzkräfte ungestört arbeiten können. Zugleich habe er sich kontinuierlich über die Lage informieren lassen und bei den Behörden vor Ort erfragt, welche Unterstützung benötigt werde, um den Brand möglichst schnell unter Kontrolle zu bringen.

Merz reagierte damit auf die Kritik, er sei zu spät zum Einsatzort gekommen. "Ich lasse mich von denen, die rumschreien nicht beeindrucken", sagte Merz. "Ich spreche mit denen, die nicht schreien, sondern mit denen, die arbeiten. Ich spreche mit denen, die helfen und mit denen, die im Sinne des Gemeinwesens tätig sind."

Den großflächigen Waldbrand in Hürtgenwald und im Hohen Venn wertete der Kanzler als Folge des Klimawandels. Welche konkreten Maßnahmen daraus abgeleitet werden sollten, erläuterte er jedoch nicht. Er sei vor allem nach Gey gekommen, um den Einsatzkräften für ihren Einsatz und ihr Engagement zu danken.

Zuvor hatte sich Merz bei einem Besuch im Wald selbst ein Bild vom Ausmaß der Schäden gemacht.

Größter Waldbrand in der Geschichte von NRW

Das Feuer war während der jüngsten Hitzewelle ausgebrochen und hatte sich wegen der trockenen Böden und Wälder rasch ausgebreitet. Nach Angaben des NRW-Landwirtschaftsministeriums wurden rund 300 bis 400 Hektar Wald (entspricht ungefähr 420 bis 560 Fußballfeldern) beschädigt oder zerstört. Die Behörden bezeichneten den Brand als größten Waldbrand in der Geschichte Nordrhein-Westfalens.

Auf dem Höhepunkt des Einsatzes waren rund 1.400 Einsatzkräfte sowie etwa zehn Löschhubschrauber im Einsatz. Auch vier gepanzerte Fahrzeuge wurden eingesetzt, um Schneisen zu schlagen und die Löscharbeiten zu unterstützen.

Der nahegelegene Ort Gey musste zeitweise evakuiert werden. Rund 1.800 Menschen waren davon betroffen. Nach etwa einer Woche konnte der Brand schließlich vollständig gelöscht werden.

Kritik an Merz' spätem Besuch

Politisch hatte der Besuch für Diskussionen gesorgt. Während des laufenden Waldbrands war kein Mitglied der Bundesregierung vor Ort. Merz befand sich zu diesem Zeitpunkt im Sommerurlaub, ließ sich nach eigenen Angaben aber regelmäßig über die Lage informieren.

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hatte seinen Urlaub hingegen unterbrochen und das betroffene Gebiet besucht. Aus der Opposition, insbesondere von den Grünen, kam Kritik an Merz' Entscheidung, nicht früher in die Region zu kommen.

Die Bundesregierung verteidigte den Kanzler und verwies darauf, dass er während seines Urlaubs über die Entwicklungen informiert gewesen sei und bei Bedarf hätte eingreifen können.

Das Thema dürfte auch über den aktuellen Waldbrand hinaus relevant bleiben: Bei der Kabinettsklausur in der kommenden Woche sollen unter anderem Hitzeschutz, Klimaanpassung und der Umgang mit zunehmenden Extremwetterereignissen diskutiert werden.

Am Dienstag, 25. August, steht die Kabinettsklausur im Schloss Neuhardenberg auf dem offiziellen Terminkalender der Bundesregierung.

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