Beim Waldbrand in der Eifel, Nordrhein-Westfalen unterstützt die Bundeswehr die Löscharbeiten mit zwei Bergepanzern und zwei NH90-Hubschraubern. Rund 200 Einsatzkräfte kämpfen gegen die Flammen.
Beim schweren Waldbrand in der Eifel kämpfen rund 200 Einsatzkräfte gegen die Flammen. Unterstützung bekommen sie dabei auch von schwerem, militärischem Gerät: seit 00:30 ist ein Bergepanzer Typ 2 der Bundeswehr im Einsatz, der dann von einem zweiten verstärkt wurde. Das bestätigt ein Sprecher des Heeres auf Anfrage von Euronews.
Zuerst hatten Anwohner die Panzer gesichtet und die Bilder bei dem sozialen Netzwerk X gepostet:
Derzeit sind 12 Soldaten im Einsatz. Darunter fällt die Besatzung der Panzer und Soldaten aus dem Kreisverbindungskommando aus Düren. Der Sprecher bestätigt zudem, dass seit 10:20 zwei Hubschrauber NH90 des Heeres vom Transporthubschrauberregiment 10 aus Faßberg unterwegs sind.
Gepanzerte Kettenfahrzeuge wie beispielsweise Bergepanzer oder der Pionierpanzer "Dachs" können dort eingesetzt werden, wo gewöhnliche Feuerwehr- und Einsatzfahrzeuge an ihre Grenzen stoßen. Die Panzer können sich durch unwegsames Gelände bewegen, Hindernisse beseitigen und Wege freimachen.
Der Bergepanzer 2 basiert auf dem Leopard 1 und dient der Bundeswehr vor allem als schweres Arbeits- und Bergungsfahrzeug. Er kommt zum Einsatz, wenn beschädigte oder liegengebliebene Panzer geborgen werden müssen, kann aber auch bei Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten unterstützen.
Dafür ist das Fahrzeug unter anderem mit einer Seilwinde und einem Kran ausgestattet. Der Bergepanzer 2 ist der Vorgänger des moderneren Bergepanzer 3 "Büffel".
Waldbrand bedroht Ortsteil Gey
Beim aktuellen Brand in Hürtgenwald stehen seit Donnerstagnachmittag rund 25 Hektar Wald in Flammen. In der Nacht verschärfte sich die Lage, nachdem sich der Wind gedreht hatte. Das Feuer rückte bis auf rund 400 Meter an den Ortsteil Gey heran, sowie an das ehemalige Munitionslagers in Düren.
Die Region um Hürtgenwald war am Ende des Zweiten Weltkriegs Schauplatz schwerer Kämpfe. Zwischen September 1944 und Februar 1945 lieferten sich dort US-amerikanische und deutsche Truppen eine Reihe verlustreicher Gefechte. Dichte Wälder, tiefe Täler und schlechtes Winterwetter erschwerten den Vormarsch der Alliierten, hinzu kamen zahlreiche Minen, die von der Wehrmacht in dem Gebiet verlegt worden waren. Besonders heftig waren die Kämpfe im November und Dezember 1944.
Bis zu 12.000 US-Soldaten sollen dabei getötet worden sein, die deutschen Verluste werden ähnlich hoch geschätzt. Noch heute befinden sich deshalb Kampfmittel und Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg in den Wäldern der Region. In den USA ist die Schlacht bis heute deutlich stärker im kollektiven Gedächtnis verankert als in Deutschland. Dazu trug auch bei, dass mehrere später berühmte Schriftsteller an den Kämpfen beteiligt waren, darunter J. D. Salinger und der spätere Literaturnobelpreisträger Ernest Hemingway.
Wegen der zunehmenden Gefahr entschieden die Behörden gegen 3 Uhr am Freitagmorgen, Gey vorsorglich zu evakuieren. Man habe kein Risiko eingehen wollen, sagte Cranen dem WDR.
Rund 1.800 Menschen mussten deshalb ihre Häuser verlassen. Die Gemeinde sprach von einer "Großschadenslage". Neben den rund 200 Einsatzkräften am Boden ist auch ein Hubschrauber an den Löscharbeiten beteiligt.
Warum Panzer bei Waldbränden helfen können
Bei großen Waldbränden greift die Bundeswehr immer wieder auf schweres Kettengerät zurück. Besonders der Pionierpanzer "Dachs" und die Bergepanzer können Aufgaben übernehmen, für die gewöhnliche Einsatzfahrzeuge nicht ausgelegt sind.
Der "Dachs" ist dabei vor allem für Erd- und Räumarbeiten geeignet. Der über 42 Tonnen schwere Pionierpanzer verfügt über einen beweglichen Baggerarm und ein großes Räumschild.
Eigentlich soll er im militärischen Einsatz Hindernisse beseitigen, Gelände befahrbar machen oder Stellungen ausheben. Bei Waldbränden können dieselben Fähigkeiten genutzt werden, um Wege freizuräumen und Brandschneisen anzulegen.
So kam der "Dachs" bereits beim schweren Waldbrand bei Treuenbrietzen in Brandenburg im August 2018 zum Einsatz. Wegen der Belastung des Gebiets mit alter Weltkriegsmunition konnten Einsatzkräfte nicht überall gefahrlos vorgehen. Das Land Brandenburg bezeichnete das Schlagen von Schneisen mit dem Pionierpanzer deshalb als einen der Einsatzschwerpunkte.
Der Bergepanzer "Büffel" ist dagegen ursprünglich für die Bergung und Reparatur schwerer Militärfahrzeuge konzipiert. Der 55 Tonnen schwere Panzer verfügt unter anderem über eine Krananlage und eine leistungsstarke Seilwinde. Seine hohe Zugkraft und Geländegängigkeit machen ihn aber auch für Katastropheneinsätze interessant.
Dass beide Fahrzeuge auch gemeinsam bei Waldbränden eingesetzt werden können, zeigte sich etwa bei einem Brand in Sachsen: Dort schlugen "Dachs" und "Büffel" Brandschneisen. Sie sollten verhindern, dass sich das Feuer weiter ausbreitet, und gleichzeitig Wege für Löschfahrzeuge in schwer zugängliches Gelände schaffen.