Kurz nach dem Tod von Dolly Parton bekommt der nächste Tropensturm im Atlantik ausgerechnet ihren Namen. Ein Zufall, der auf ein streng geregeltes Namensverfahren zurückgeht.
Der nächste Tropensturm, der sich in dieser Hurrikansaison im Atlantik bildet, wird den Namen Dolly tragen. Das ist reiner Zufall und steht in keinem Zusammenhang mit dem Tod des Country-Stars Dolly Parton am Dienstag.
Sturmsysteme erhalten ihre Namen nach einem festen Verfahren der Weltorganisation für Meteorologie. Die Namenslisten werden alle sechs Jahre wiederverwendet, für den Atlantik sind sie alphabetisch geordnet und wechseln zwischen männlichen und weiblichen Namen.
Die diesjährige Saison begann im Juni, als der Tropensturm Arthur an der US-Golfküste auf Land traf. Im Juli brachte der Tropensturm Bertha starken Regen über Louisiana und Texas. Im August bildete sich im Atlantik zudem der Tropensturm Cristobal, der sich jedoch rasch wieder auflöste.
Das Nationale Hurrikanzentrum beobachtet inzwischen ein Wettersystem vor der Küste Afrikas, das sich zu einem benannten Tropensturm verstärken könnte. Die Bedingungen seien günstig, damit sich das Gebiet mit Gewittern südlich der Kapverdischen Inseln im Lauf der kommenden Woche zu einem tropischen Tiefdruckgebiet entwickle, erklärten Vorhersageexperten des in Miami ansässigen Zentrums am Dienstagabend.
Erreicht das System anhaltende Windgeschwindigkeiten von mindestens 63 km/h, würde es den Namen Tropensturm Dolly erhalten.
Ein weiteres Wettersystem im Atlantik, weit nordöstlich von Bermuda gelegen, war am Dienstag noch sehr unorganisiert und hat nach Einschätzung der Meteorologinnen und Meteorologen nur geringe Chancen auf weitere Entwicklung.
Die US-Ozean- und Wetterbehörde NOAA rechnet wegen des Klimaphänomens El Niño mit einer unterdurchschnittlichen Hurrikansaison im Atlantik. Sie sagt acht bis 14 benannte Stürme voraus, drei bis sechs davon könnten Hurrikanstärke erreichen, ein bis drei sich sogar zu schweren Hurrikanen verstärken.
Das Nationale Hurrikanzentrum und andere Wetterdienste vergeben Namen, um Warnungen leichter vermitteln zu können und Verwechslungen zu vermeiden.
Nach Angaben der WMO werden dabei Namen ausgewählt, die kurz sind, sich leicht aussprechen lassen und den Menschen in den jeweiligen Regionen vertraut sind. Das zuständige Gremium trifft sich regelmäßig, um mögliche Namen zu prüfen. Einige werden aus Gründen der Sensibilität von den Listen gestrichen, vor allem nach besonders tödlichen oder zerstörerischen Stürmen.
Der Country-Star Dolly Parton ist am Dienstag im Alter von 80 Jahren gestorben, nachdem sie "tapfer einen kurzen Kampf gegen den Krebs ausgefochten" hatte, wie ihr Team mitteilte.