US-Demokraten drängen auf eine Untersuchung der Zustände auf dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln nach Berichten über Essensmangel, defekte Sanitäranlagen und psychische Krisen an Bord.
Ein US-Flugzeugträger, über dessen Zustände an Bord es zuletzt viel Kritik gab, ist am Mittwoch zu seinem ersten Hafenbesuch seit neun Monaten in Thailand eingelaufen.
Die 5.000 Seeleute und Marinesoldaten an Bord der USS Abraham Lincoln kommen direkt aus dem Krieg im Nahen Osten. Sie fahren weiter ins thailändische Seebad Pattaya, das seit dem Vietnamkrieg als Ruhe- und Erholungsort für US-Truppen gilt.
Schlepper zogen den riesigen, nuklear betriebenen Träger mit Dutzenden Kampfjets auf dem Flugdeck am Mittwochmorgen in Richtung Hafen von Laem Chabang, wie Reporter beobachteten.
„Unsere Ankunft in Laem Chabang bietet unseren Seeleuten und Marinesoldaten eine wohlverdiente Gelegenheit, sich zu erholen und neue Kraft zu schöpfen“, erklärte Konteradmiral Robert Loughran, Befehlshaber der US Carrier Strike Group 3, in einer Mitteilung.
Der Kommandant der Lincoln, Kapitän Dan Keeler, ergänzte, der erste Hafenbesuch dieser „historischen Mission“ nach 286 Tagen auf See ermögliche es „unserer Besatzung, dieses wunderschöne und geschichtsträchtige Land zu genießen“.
Ein Behördenvertreter in Pattaya erklärte, das Schiff solle kurz vor der Mittagszeit festmachen.
Die Lincoln verließ Kalifornien im November 2025 für einen Einsatz im Südchinesischen Meer. Später wurde sie in den Nahen Osten umgeleitet, noch vor den US-israelischen Angriffen auf den Iran, die vor sechs Monaten begonnen haben.
Berichte über sich verschlechternde Lebensbedingungen und eine schlechte psychische Verfassung der Besatzung, darunter versuchte Suizide, sorgten in den USA für Schlagzeilen und nährten die Kritik am Krieg von Präsident Donald Trump gegen den Iran.
Pattaya ist bei ausländischen Touristen äußerst beliebt. Das Seebad ist für seine Strände und sein Nachtleben bekannt, das wegen Sextourismus seit Langem unter Beobachtung steht.
Pattayas Bürgermeister Poramase Ngampiches sagte der Nachrichtenagentur AFP in dieser Woche, es habe zuletzt ein hartes Vorgehen gegen Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter gegeben. Er bestritt jedoch einen Zusammenhang mit der Ankunft der US-Soldaten.
Vor einer Bar im Ort hing am Dienstag ein Schild mit der Aufschrift: „Welcome all US military personnel. Thank you for your service.“
Sicherheit und faire Preise
Der Bürgermeister erklärte, es seien Busse eingesetzt worden, um die Seeleute bis zur Abfahrt des Trägers am Sonntag vom Schiff nach Pattaya und zurück zu bringen.
„Sie kommen, um sich zu entspannen“, sagte Poramase in einem auf Facebook veröffentlichten Video.
„Unsere Vorbereitungen konzentrieren sich auf Sicherheit und faire Preise, damit wir sie nicht ausnutzen.“
Er sagte, den Seeleuten sei die Nutzung von Wassersportangeboten wie Jetskis untersagt worden. Sie dürfen auch Thailands großzügige Cannabisgesetze nicht ausnutzen.
Zugleich forderte er sie auf, die vielen anderen Attraktionen der Stadt zu genießen, von Einkaufszentren bis zu religiösen Stätten.
„Wir freuen uns über Kundschaft aus aller Welt“, sagte Nicko, der französische Besitzer einer Go-Go-Bar in Pattaya, in dieser Woche.
„Wir müssen allerdings vorsichtig sein, denn wie wir wissen, kann mit Alkohol vieles schnell aus dem Ruder laufen.“
Abgeordnete der Demokraten fordern nach Berichten über Lebensmittelknappheit, defekte Sanitäranlagen und psychische Krisen eine Untersuchung der Zustände auf der USS Abraham Lincoln.
Donald Trump wies die Bedenken ebenso zurück wie den Vorwurf, das Schiff sei zu lange im Einsatz gewesen.
„Eine geringe Zahl psychischer Erkrankungen wurde behandelt, ohne dass es Todesfälle gab“, sagte der amtierende Marineminister Hung Cao Mitte August und warf den Medien vor, „zu versuchen, unsere Kämpfer als Opfer darzustellen“.
Der Träger wurde im Nahen Osten durch die USS George Washington ersetzt, die zuvor in Japan stationiert war, während sich der Krieg der USA und Israels mit dem Iran immer weiter hinzieht.
Nach Angaben der privaten militärischen Vereinigung US Naval Institute soll dieses Schiff wiederum in den kommenden Wochen von der USS Theodore Roosevelt abgelöst werden, die aus San Diego auslaufen wird.
Die USA halten seit Kriegsbeginn Ende Februar im Arabischen Meer dauerhaft einen Flugzeugträger für Luftangriffe auf Ziele im Iran in Stellung. Anschließend setzten sie ihn auch ein, um eine Seeblockade iranischer Häfen durchzusetzen.