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Steuern auf Sprit in Europa: Wo ist Benzin am höchsten besteuert

Ein Kunde greift am Freitag, dem 13. Juni 2025, an einer Berliner Tankstelle zur Zapfpistole.
Ein Kunde greift am Freitag, 13. Juni 2025, an einer Tankstelle in Berlin zur Zapfpistole. Copyright  (c) Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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Von Piero Cingari
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Fast die Hälfte des Benzinpreises in Europa fließt an die Staaten: Diese zehn Länder verlangen die höchsten Benzinsteuern.

Noch nie war Tanken in der Europäischen Union so teuer.

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Am 14. September lag der EU-weit nach Verbrauch gewichtete Durchschnittspreis für Euro-Super-95 bei 2,063 € je Liter. Das ist der höchste Stand in der Statistik der EU-Kommission seit 2005.

Die aktuelle Preiskrise begann Ende Februar. Der Krieg mit Iran brachte die Energielieferungen durch die Straße von Hormus durcheinander.

Vor Kriegsbeginn kostete ein Barrel Brent-Öl rund 72 Dollar. Am Montag lag der Preis für Lieferung im Folgemonat bereits bei über 100 Dollar.

Zusätzlichen Druck brachten die Raffinerien.

Margen im Raffineriebereich geben an, wie groß der Abstand zwischen Einkaufspreis für Rohöl und Erlös aus dem Verkauf von Benzin und Diesel ist.

Fachleute der Europäischen Zentralbank schätzen, dass diese Margen in der dritten Septemberwoche zusätzliche 0,17 € auf jeden Liter Benzin im Euroraum aufschlugen. Beim Diesel waren es 0,41 € pro Liter.

Dennoch fließt fast die Hälfte dessen, was Autofahrer an der Zapfsäule bezahlen, in Form von Steuern an die Staaten.

So setzt sich der Steueranteil zusammen

Auf Benzin fallen im Wesentlichen zwei Steuerstufen an. Zuerst kommt die Verbrauchsteuer, ein fixer Betrag je Liter, der nicht automatisch mit dem Ölpreis steigt. Manche Staaten erheben zusätzlich CO2-Abgaben oder andere Zuschläge.

Anschließend wird die Mehrwertsteuer auf den bereits mit Abgaben belasteten Kraftstoffpreis fällig. Autofahrer zahlen damit auch Mehrwertsteuer auf die Verbrauchsteuer – eine Steuer auf die Steuer.

EU-weit summierten sich die Steuern im Schnitt auf 0,976 € je Liter, das entspricht 47,3 % des Endpreises an der Zapfsäule. In sieben Mitgliedstaaten lag der Betrag über 1 €.

Hier die zehn Länder mit der höchsten Steuerlast pro Liter.

Platz zehn: Lettland – 0,960 € je Liter

Im Januar erhöhte Lettland die Verbrauchsteuer auf bleifreies Benzin von 532 € auf 555 € je 1.000 Liter, also auf 0,555 € je Liter.

Eine zweite Abgabe finanziert die strategischen Ölreserven des Landes, die jede EU-Regierung für Krisenfälle vorhalten muss. Sie beträgt 91,26 € je Tonne der in Lettland verkauften Mineralölprodukte, knapp sieben Cent pro Liter Benzin.

Die Mehrwertsteuer von 21 % schlägt mit weiteren 0,343 € zu Buche.

Insgesamt zahlten Autofahrer in Lettland laut den in der vergangenen Woche gemeldeten Daten 0,960 € Steuern pro Liter.

Platz neun: Estland – 0,963 € je Liter

Estland erhebt eine Verbrauchsteuer von 0,593 € je Liter, nachdem die Kraftstoffabgaben im Mai 2025 angehoben wurden. Als die Preise im Frühjahr sprunghaft stiegen, strich die Regierung in Tallinn eine weitere Erhöhung, die für Mai 2026 vorgesehen war.

Weitere Abgaben auf Kraftstoff gibt es nicht. Die Mehrwertsteuer von 24 % erhöht den Betrag um 0,370 €.

So summiert sich die estnische Steuerlast auf 0,963 € je Liter, fast genau die Hälfte des Endpreises von 1,914 €.

Platz acht: Portugal – 0,978 € je Liter

Portugals wichtigste Kraftstoffsteuer, der sogenannte ISP, lag in der Woche um den 14. September bei 0,432 € je Liter. Darin steckt weiterhin der frühere Straßeninfrastrukturbeitrag, der nach wie vor 8,7 Cent pro Liter Benzin ausmacht.

Der ISP wird durch einen befristeten Abschlag gemindert. Er greift, wenn die Preise mehr als zehn Cent über dem Niveau von Anfang März liegen, und erstattet den Autofahrern die zusätzliche Mehrwertsteuer, die der Staat dadurch einnimmt.

Eine CO2-Abgabe erhöht den Preis im Jahr 2026 um 0,159 € je Liter, die Mehrwertsteuer von 23 % kommt mit 0,387 € hinzu.

Zusammen ergeben diese drei Posten 0,978 € pro Liter, wie das jüngste Bulletin der Kommission zeigt.

Platz sieben: Italien – 1,049 € je Liter

Italien erhebt eine Verbrauchsteuer von 0,673 € je Liter. Benzin und Diesel unterliegen seit Januar demselben Satz, nachdem die Regierung den Benzinsteuersatz um 4,05 Cent gesenkt und den Dieselsteuersatz um denselben Betrag erhöht hat.

Seit Ende Juli hat Rom den Dieselsatz mehrfach reduziert, um den Preissprung abzufedern.

Beim Benzin gab es keine Entlastung.

Die Mehrwertsteuer von 22 % erhöht den Betrag um 0,376 €.

Der italienische Staat nahm damit 1,049 € pro verkauftem Liter ein, etwas mehr als die Hälfte des Endpreises von 2,084 €.

Platz sechs: Frankreich – 1,052 € je Liter

Die französische Verbrauchsteuer auf Benzin, früher TICPE genannt, liegt seit dem ersten März bei 0,690 € je Liter.

Die Mehrwertsteuer von 20 % kommt mit 0,362 € hinzu.

Autofahrer in Frankreich zahlen damit 1,052 € Steuern für jeden Liter.

Platz fünf: Griechenland – 1,133 € je Liter

Griechenland erhebt auf bleifreies Benzin eine Verbrauchsteuer von 0,70 € je Liter.

Zwei kleinere Abgaben, beide prozentual vom Preis berechnet, kommen mit rund 1,5 Cent hinzu: eine Gebühr für die Zollabwicklung und ein Beitrag zu einem Sonderkonto für Erdöl.

Die Mehrwertsteuer von 24 % erhöht den Betrag um 0,418 €.

Insgesamt ergibt das 1,133 € je Liter, oder 52,5 % des Endpreises – den höchsten Steueranteil unter den zehn Ländern.

Platz vier: Deutschland – 1,179 € je Liter

Die Energiesteuer auf Benzin liegt in Deutschland bei festen 65,45 Cent je Liter. Berlin senkte sie wegen des Kriegs vom ersten Mai bis zum 30. Juni vorübergehend um 14,04 Cent, inzwischen gilt wieder der volle Satz.

Ein CO2-Preis erhöht den Kraftstoff um etwa 0,148 € je Liter. Seit Januar werden Emissionszertifikate für fossile Brennstoffe in einem Korridor von 55 bis 65 € je Tonne versteigert.

Die Mehrwertsteuer von 19 %, einer der niedrigsten Sätze in der EU, schlägt zusätzlich mit 0,376 € zu Buche.

Zusammen ergeben Energiesteuer, CO2-Preis und Mehrwertsteuer 1,179 € je Liter, rund die Hälfte dessen, was deutsche Autofahrer an der Zapfsäule zahlen.

Platz drei: Finnland – 1,193 € je Liter

Finnlands Kraftstoffsteuer von 0,722 € je Liter besteht aus drei Komponenten: einer Abgabe auf den Energiegehalt, einer CO2-Steuer und einer kleinen Versorgungsabgabe.

Im Januar senkte die Regierung in Helsinki den CO2-Wert, der zur Berechnung der Steuer dient, von 62 € auf 56,8 € je Tonne.

Auffällig ist Finnland bei der Mehrwertsteuer. Der Satz von 25,5 % ist der zweithöchste in der EU nach Ungarns 27 % und erhöht den Preis um 0,471 € je Liter.

Laut den jüngsten Zahlen der Kommission summieren sich die finnischen Steuern damit auf 1,193 € je Liter.

Platz zwei: Dänemark – 1,230 € je Liter

Dänemark hat mit 2,564 € je Liter das teuerste Benzin in der EU, ist aber nicht das Land mit den höchsten Steuern.

Die Kraftstoffabgaben summieren sich vor Mehrwertsteuer auf 5,36 Kronen je Liter, etwa 0,717 €.

Sie setzen sich aus einer Energiesteuer, einer CO2-Steuer und einer Abgabe auf Stickoxide zusammen, wobei der CO2-Anteil allein 1,86 Kronen ausmacht.

Die Mehrwertsteuer von 25 % wird auf einen bereits hohen Nettopreis von 1,334 € erhoben. Sie erhöht den Betrag um 0,513 € je Liter – den höchsten Mehrwertsteueranteil in der ganzen EU.

Damit liegt die dänische Steuerlast bei 1,230 € je Liter und wird nur von den Niederlanden übertroffen.

Platz eins: Niederlande – 1,270 € je Liter

In keinem EU-Land zieht der Staat pro Liter Benzin mehr Steuern ein als in den Niederlanden.

Die niederländische Verbrauchsteuer auf Benzin beträgt im Jahr 2026 844,69 € je 1.000 Liter, der höchste Wert in der Union. Eine zusätzliche Abgabe zur Finanzierung der nationalen Ölreserve erhöht den Betrag um 0,8 Cent.

Die Mehrwertsteuer von 21 % steigert den Preis um weitere 0,422 €.

Jeder in der vergangenen Woche in den Niederlanden verkaufte Liter Benzin war mit 1,270 € Steuern belastet, das sind 52 % des Endpreises von 2,434 €.

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