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Polnische Tatra: Neue Kutschstrecke zu beliebtem Bergsee

Morskie Oko: zweitgrößter See in der Tatra nach Fläche und Wasservolumen. 27.06.2026.
Morskie Oko: nach Fläche und Wasservolumen zweitgrößter See der Tatra. 27.06.2026 Copyright  Mateusz Jaroński / Euronews.
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Von Mateusz Jaronski
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Auf dem Weg zum Morskie Oko in der polnischen Tatra gelten neue Regeln für den Transport von Touristen: Pferdekutschen fahren nur noch einen Teil der Strecke, den restlichen Weg müssen die Besucher zu Fuß zurücklegen.

Wer zum Morskie Oko in Polen unterwegs ist, muss sich auf neue Regeln einstellen. Der Tatrzański-Nationalpark (TPN) testet auf einem der beliebtesten Wege in der polnischen Tatra ein neues Verkehrskonzept.

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Seit dem 1. September 2026 bringen Pferdegespanne Besucher nicht mehr über die gesamte Strecke von Palenica Białczańska bis zur Lichtung Polana Włosienica. Die Kutschen fahren nur noch auf einem rund drei Kilometer langen Abschnitt zwischen Palenica Białczańska und den Wasserfällen Wodogrzmoty Mickiewicza. Die restliche Strecke sollen langfristig Elektrofahrzeuge übernehmen.

Für die Pferde bedeutet das eine deutliche Entlastung: Statt fast sieben Kilometer pro Strecke müssen sie die Wagen künftig nur noch etwa drei Kilometer ziehen.

Nach der Kutschfahrt bleibt ein langer Fußweg

Am stärksten spüren die Änderungen jedoch die Ausflügler, die die Pferdekutschen nutzen. Die Fahrt endet künftig bei den Wodogrzmoty-Mickiewicza-Wasserfällen. Dort steht bislang kein anderes Verkehrsmittel zur Verfügung. Den restlichen Weg müssen die Touristen zu Fuß zurücklegen.

Bis zum Morskie Oko sind es von dort noch rund sechs Kilometer. Die Neuerungen gelten zunächst als Pilotprojekt. Der Nationalpark will prüfen, wie das verkürzte Transportmodell im Alltag funktioniert. Dabei werden unter anderem die Taktung der Fahrten, die Nachfrage der Touristen und organisatorische Fragen rund um die Standplätze der Gespanne berücksichtigt.

Zehn Kilometer langer Wanderweg zum Morskie Oko in der Tatra. 27.06.2026.
Zehn Kilometer langer Wanderweg zum Morskie Oko in der Tatra. 27.06.2026. Mateusz Jaroński / Euronews.

Elektrobusse sollen Angebot ergänzen

f der Strecke zum Morskie Oko ergänzen. Aus dem Budget des polnischen Klimas- und Umweltministeriums wurden bereits vier Elektrobusse gekauft. Außerdem gibt es einen Vertrag über die Lieferung weiterer 16 Fahrzeuge, die vom Nationalen Fonds für Umweltschutz und Wasserwirtschaft finanziert werden.

Nach Angaben des Tatrzański-Nationalparks sollen die neuen Busse im Juni 2027 in der Region eintreffen. Die verkürzte Strecke wirkt sich auch auf die Fahrpreise aus. Eine Fahrt von Palenica Białczańska zu den Wodogrzmoty-Mickiewicza-Wasserfällen kostet nun 50 Złoty (rund 11,70 Euro). Zuvor kostete die Bergfahrt über die gesamte Strecke 100 Złoty (rund 23,40 Euro). Auch die Talfahrt ist günstiger geworden: Der Preis sank von 70 auf 30 Złoty (rund 16,40 auf 7 Euro).

Morskie Oko - nach Fläche und Wasservolumen der zweitgrößte See in der Tatra. 27.06.2026.
Morskie Oko - nach Fläche und Wasservolumen der zweitgrößte See in der Tatra. 27.06.2026. Mateusz Jaroński / Euronews.

Neues Kapitel in langjähriger Debatte

Die Änderungen auf der Route zum Morskie Oko sind das nächste Kapitel in der seit Jahren geführten Debatte über den Einsatz von Pferdekutschen in der Tatra. Tierschützer kritisieren die hohe Belastung für die Tiere und fordern ein vollständiges Aus für den Pferdetransport.

Immer wieder kam es zu Protesten, bei denen Aktivisten betonten, dass Pferde keine schweren Wagen über eine Gebirgsstraße ziehen sollten. Vertreter der Kutscher und Teile der lokalen Behörden lehnen ein komplettes Verbot hingegen ab. Sie argumentieren, die Pferde würden regelmäßig untersucht und nach den Vorgaben des Tatrzański-Nationalparks eingesetzt.

Das neue System soll nun einen Kompromiss schaffen. Ob das gelingt, werden die kommenden Monate zeigen.

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