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Microsoft setzt KI-Schutzregeln an US-Schulen angesichts wachsender Kritik

Lehrkräfte arbeiten beim Charleston Educator Symposium des Schulbezirks Charleston County am Mittwoch, 22. Juli 2026, in North Charleston, S.C., mit KI auf ihren Laptops.
Lehrkräfte arbeiten beim „Charleston Educator Symposium“ des Schulbezirks Charleston County am Mittwoch, 22. Juli 2026, in North Charleston (South Carolina) mit KI auf ihren Laptops. Copyright  AP Photo
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Von Roselyne Min
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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OpenAI und Anthropic verhandeln nach eigenen Angaben mit der US-Lehrergewerkschaft über Sicherheits- und Datenschutzabkommen. Google als führender Edtech-Anbieter an US-Schulen lässt offen, ob es vergleichbare Zusagen machen will.

Microsoft führt in den USA neue Schutzmaßnamen und Datenschutzstandards für den Einsatz von KI an Schulen ein. Das Unternehmen hat sie mit der zweitgrößten Lehrergewerkschaft des Landes ausgehandelt, vor dem Hintergrund wachsender Kritik an KI und Bildschirmzeit.

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Die Vereinbarung (Quelle auf Englisch), die vergangene Woche unterzeichnet wurde, untersagt den Einsatz von KI-Begleitern oder Funktionen, die „darauf ausgelegt sind, emotionale Bindungen oder Abhängigkeiten zu fördern“ oder Schülerinnen und Schüler länger zu fesseln, als es für eine Lernaufgabe nötig ist.

Die Standards sind rechtlich verbindlich. Unabhängige Prüfungen sollen kontrollieren, ob Microsoft sie einhält.

Im Rahmen der weitreichenden Vereinbarung erklärt Microsoft, keine Daten von Schülerinnen, Schülern oder Lehrkräften zum Training von KI-Systemen zu verwenden. Eine enge Ausnahme gilt nur für Daten, die dem Schutz von Kindern dienen können. Erhobene Daten dürfen nach Unternehmensangaben weder verkauft noch für Werbung oder für die Entwicklung neuer Produkte genutzt werden.

Vorgesehen sind außerdem Prüf- und Transparenzmaßnahmen. Microsoft soll Familien in verständlicher Sprache erklären, wie die eigenen Werkzeuge funktionieren und welche Daten sie erfassen.

„Dieser Standard setzt die Messlatte für die Privatsphäre von Kindern und die Sicherheit von KI hoch, und wir werden diese Vereinbarung auf alle Schulbezirke im ganzen Land ausweiten“, erklärte Brad Smith, Vizevorsitzender und Präsident von Microsoft.

Nach Unternehmensangaben gelten die Standards ab dem 1. November für alle Microsoft-Schulverträge in den USA.

Brauchen europäische Klassenzimmer eine KI-Bremse?

KI hält bereits Einzug in europäische Klassenzimmer. Gleichzeitig nutzen viele junge Menschen Chatbots zunehmend auch außerhalb des Unterrichts.

Eine Studie der Europäischen Kommission (Quelle auf Englisch) unter frühen Nutzenden an weiterführenden Schulen in Finnland, Deutschland, Irland, Luxemburg und Spanien ergab, dass Schülerinnen und Schüler generative KI einsetzen, um schwierige Themen erklären zu lassen, Fähigkeiten zu trainieren und sich auf Prüfungen vorzubereiten.

Eine eigene österreichische Studie aus dem Jahr 2026 zeigte zudem: 60% der befragten 11- bis 17-Jährigen holten sich bei KI-Chatbots Rat zu Themen wie Stress, Konflikten oder Liebeskummer. 30% sprachen mit ihnen über Sorgen oder Gefühle.

Einige europäische Regierungen ziehen bereits klare Grenzen für den Einsatz durch jüngere Kinder.

Norwegen (Quelle auf Englisch) erklärte in diesem Jahr, Kinder im Alter von etwa sechs bis zwölf Jahren sollten generative KI für Schulaufgaben in der Regel nicht selbst nutzen. Jugendliche von etwa 13 bis 15 Jahren können vorsichtig erste Erfahrungen sammeln.

Frankreich (Quelle auf Englisch) erlaubt es Kindern bereits in der Grundschule, etwas über KI zu lernen. Sie sollen generative KI jedoch nicht direkt verwenden. Der beaufsichtigte Einsatz im Unterricht kann ab etwa 13 oder 14 Jahren beginnen.

Ein Euronews vorliegendes Dokument deutet darauf hin, dass die Europäische Kommission vorschlagen will, unter 15-Jährige von risikoreichen Online-Diensten wie KI-Chatbots auszuschließen. Die entsprechende Gesetzesinitiative soll am Donnerstag veröffentlicht werden.

OpenAI und Anthropic verhandeln über ähnliche Schutzauflagen

Fachleute bescheinigen den neuen Sicherheitsvorgaben in den USA durchaus Gewicht. Einige warnen jedoch, stärkere Schutzmaßnahmen dürften nicht automatisch als Aufforderung verstanden werden, KI in Schulen noch breiter einzusetzen.

„Ich fürchte, dass ein so prominenter Rahmen missverstanden wird und Schulen denken: ‚Wenn sie beim Datenschutz und bei der Sicherheit gute Arbeit leisten, dann sollten wir das Werkzeug nutzen‘“, sagte Josh Golin, Geschäftsführer der US-Online-Sicherheitsorganisation Fairplay.

Golin betont, die Standards wirkten nur dann, wenn sich auch andere große KI-Unternehmen ihnen anschließen.

„Wird Google diesen Rahmen übernehmen? Das ist eine zentrale Frage“, sagte er.

Google stand in den USA in der Kritik, nachdem das Unternehmen im August Gemini-gestützte Funktionen in Google Classroom auf Schulaccounts ausweitete, die von Schülerinnen und Schülern unter 18 Jahren genutzt werden.

Kritikerinnen und Kritiker sehen darin einen weiteren Schritt im Wettlauf der Tech-Konzerne, ihre KI-Produkte an Schulen zu etablieren und junge Nutzende zu erreichen. Google erklärt, Classroom werde weltweit von mehr als 150 Millionen Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern genutzt.

Die US-Lehrergewerkschaft führt auch Gespräche mit OpenAI und Anthropic. Beide Unternehmen begrüßten die Vereinbarung mit Microsoft öffentlich.

OpenAI, der Anbieter von ChatGPT, sprach von einem „wichtigen Meilenstein für die Sicherheit und den Datenschutz beim Einsatz von KI an Schulen“. Das Unternehmen erklärte, es arbeite mit der Lehrergewerkschaft zusammen und rechne mit einem eigenen Abschluss.

Anthropic, die Firma hinter Claude, erklärte ebenfalls, sie unterstütze Bemühungen um einen verantwortungsvollen Einsatz von KI in der Bildung und arbeite mit der Gewerkschaft an Sicherheits- und Datenschutzstandards.

Weitere Quellen • AP

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