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"Augen und Ohren der Marine": feierliche Kiellegung für neue Flottendienstboote

Animation: Flottendienstboot FDB424
Animation: Flottendienstboot FDB424 Copyright  (c) Rheinmetall
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Von Eduard Wolter
Zuerst veröffentlicht am
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Nach dem Beschuss eines Hubschraubers der dänischen Luftwaffe durch ein russisches Kriegsschiff in der Ostsee bekommt die feierliche Kiellegung eines neuen Flottendienstbootes der Marine in Wolgast eine aktuelle Bedeutung. Die Schiffe dienen der Überwachung der Ostsee und werden bis 2029 fertig.

Gemeinsam mit Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius, Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und dem Rheinmetall-Vorstandsvorsitzenden Armin Papperger haben hochrangige Vertreter der Bundeswehr sowie weitere Gäste jetzt der Kiellegung des dritten Flottendienstbootes der Marine in der Peenewerft in Wolgast, Mecklenburg-Vorpommern, beigewohnt.

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Die rund 130 Meter langen Flottendienstboote sind, so Vizeadmiral Daum zu Euronews, "unsere Augen und Ohren". Die Schiffe sind mit modernster Sensorik ausgerüstet und werden von der Bundeswehr zur seegestützten Informationsgewinnung und der Überwachung des elektromagnetischen Spektrums über Land, Luft und See eingesetzt.

Die Peene-Werft wurde im März vom Rüstungskonzern Rheinmetall übernommen. Seit 1948 werden hier Marineschiffe, Küstenwachboote sowie Spezialschiffe verschiedenster Typen und Größen bis ca. 170 Meter Länge gebaut. Ursprünglich sollte hier auch die Fregatte F126 produziert werden, doch das miliardenschwere Projekt wurde gestoppt, hunderte Arbeitsplätze waren bedroht.

Nun kommt zumindest der Auftrag für das dritte Flottendienstboot, ein viertes soll folgen, so Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD): "Die Spezialistinnen und Spezialisten des Cyber- und Informationsraums nutzen die technischen Fähigkeiten an Bord, um Informationen zu gewinnen und auszuwerten. Sie werden damit einen wichtigen Beitrag zu unserem Lagebild leisten. Unser neues Fähigkeitsprofil sieht einen Bedarf von insgesamt vier Flottendienstbooten vor.”

Boris Pistorius (SPD) Bundesminister der Verteidigung bei der Kiellegung des Flottendienstbootes der Bundeswehr in Wolgast, Mecklenburg-Vorpommern, 14. September 2026
Boris Pistorius (SPD) Bundesminister der Verteidigung bei der Kiellegung des Flottendienstbootes der Bundeswehr in Wolgast, Mecklenburg-Vorpommern, 14. September 2026 (c) Rheinmetall

Weiter sagte Pistorius, dass die Boote der Klasse 424 Ihren Dienst in einer Welt aufnehmen würden, in der Informationshoheit und Datenhoheit immer entscheidender würden: "Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine führt uns das jeden Tag vor Augen. Gleichzeitig nehmen hybride Bedrohungen zu. Kritische Infrastruktur wird ausgespäht und sabotiert."

Ebenfalls vor Ort: Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern (SPD) sie hob die wirtschaftliche Bedeutung des Auftrages hervor: „Für Wolgast, für das östliche Vorpommern, für ganz Mecklenburg-Vorpommern ist die Peene-Werft weit mehr als ein Unternehmen. Die maritime Industrie ist eine unserer Schlüsselbranchen, auf die wir stolz sind. Ihre Wertschöpfungs­ketten reichen von Norden bis tief in den Süden. Wir freuen uns über die Kiellegung für das dritte Flottendienstboot.“

MInisterpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) beim befestigen der Glücksmünzen, Wolgast 14.09.2026
MInisterpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) beim befestigen der Glücksmünzen, Wolgast 14.09.2026 (c) Rheinmetall

Schwesig wandte sich auch gegen die Kritik an der Aufrüstung: "Die deutsche Marine muss moderner ausgestattet sein, um die Sicherheit zum Beispiel auch im Ostseeraum zu gewährleisten. Niemand will damit in einen Krieg ziehen" Die Soldatinnen und Soldaten müssten zudem bestens ausgestattet sein und es sei richtig "dass diese Aufträge in Deutschland bleiben und hier Unternehmen und hier Arbeitsplätze gesichert werden."

Arbeiter der Peenewerft mit der Kiellegungsplatte samt Glücksmünzen, dahinter Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (beide SPD)
Arbeiter der Peenewerft mit der Kiellegungsplatte samt Glücksmünzen, dahinter Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (beide SPD) (c) Rheinmetall

Die Kiellegung gilt traditionell als symbolischer Start für den eigentlichen Schiffbau. Dabei werden unter anderem Glücksmünzen auf der sogenannten Kiellegungsplatte angebracht, die am Rumpf des Schiffe befestigt wird.

Armin Papperger, CEO der Rheinmetall AG hob bei der Zeremonie hervor, dass man die knapp 500 Arbeitsplätze in Wolgast nicht nur erhalten sondern sogar ausbauen wolle, die Kiellegung zeige sie ausbauen: „Sie zeigt die Fähigkeiten und das Know-how, die diesen Standort zu einem Hotspot des modernen Marineschiffbaus machen. Wir haben heute einen wichtigen Meilenstein erreicht und schaffen damit eine hervorragende Ausgangsbasis für die nächsten Bauphasen.“

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