Loader
Finden Sie uns
Werbung

Spanien rückt mit Milliardenprojekt in Huelva an die Spitze beim grünen Wasserstoff

Bau der ersten Phase des andalusischen Tals für grünen Wasserstoff von Moeve in Palos de la Frontera in der Provinz Huelva.
Bau der ersten Phase des andalusischen Tals für grünen Wasserstoff von Moeve in Palos de la Frontera in der Provinz Huelva. Copyright  Moeve
Copyright Moeve
Von Maria Muñoz Morillo & Rafael Salido & Christina Thykjaer
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Die erste Phase des andalusischen Tals für grünen Wasserstoff bringt 300 MW Elektrolyse und über 1.000 Mio. Euro Investitionen. Spanien will damit inmitten der Spannungen mit Iran und des Krieges in der Ukraine eine Alternative zu fossilen Brennstoffen schaffen.

Moeve hat in Palos de la Frontera, Huelva mit dem Bau der ersten Phase des Andalusischen Tals für grünen Wasserstoff begonnen. Das Unternehmen präsentiert das Projekt als das größte seiner Art in Europa und will Spanien damit in der Entwicklung dieser neuen Energiebranche in eine Schlüsselrolle bringen.

WERBUNG
WERBUNG

Die erste Phase mit dem Namen „Onuba“ soll zunächst über eine Elektrolysekapazität von 300 Megawatt verfügen und sich später um weitere 105 Megawatt erweitern lassen. Insgesamt sind Investitionen von über 1.000 Millionen Euro geplant, einschließlich der zugehörigen Infrastruktur und eines Photovoltaikparks für den Eigenverbrauch.

In den Phasen der Entwicklung, des Baus und der Inbetriebnahme rechnet Moeve damit, dass das Projekt mehr als 8.000 direkte Arbeitsplätze schafft, dazu indirekte und induzierte Jobs entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Es soll zudem die Tätigkeit von mehr als 400 kleinen und mittleren Unternehmen sowie lokalen Selbstständigen stützen.

„Einmal mehr machen wir aus Ambitionen eine greifbare Realität“, sagte der Vorstandsvorsitzende von Moeve, Maarten Wetselaar. „Heute schlagen wir das Kapitel der Pilotprojekte mit grünem Wasserstoff zu und beginnen mit dem Aufbau im industriellen Maßstab“, erklärte er.

Im Gespräch mit „Euronews“ betonte Wetselaar, „Onuba“ könne dazu beitragen, die Rolle Spaniens in der europäischen Energiewende zu stärken und die Abhängigkeit vom Ausland zu verringern. „Wir brauchen europäische Energie, die dekarbonisiert ist und von uns selbst erzeugt wird, und genau das leistet dieses Projekt“, sagte er.

„Spanien hat reichlich Sonnenenergie, sehr gute Windenergie und Raum für den Bau großer erneuerbarer Parks.“
Maarten Wetselaar
Vorstandsvorsitzender von Moeve

Das Unternehmen rechnet damit, dass die Anlage jährlich rund 45.000 Tonnen erneuerbaren Wasserstoff erzeugen kann und damit etwa 250.000 Tonnen CO₂-Emissionen pro Jahr vermeidet. Der Wasserstoff soll zu einer nachhaltigeren Produktion von Kraftstoffen für den Straßen-, Luft- und Seeverkehr beitragen und außerdem andere Industriezweige bei der Dekarbonisierung unterstützen.

Sánchez feiert Baubeginn der Anlage

Den Start der Bauarbeiten feierten die Beteiligten an diesem Donnerstag in Palos de la Frontera. Zu der Veranstaltung kamen Vertreter der spanischen Regierung, der Europäischen Kommission, der Junta de Andalucía und der Stadtverwaltungen von Palos de la Frontera und Huelva sowie Verantwortliche der am Projekt beteiligten Unternehmen.

Zu den Gästen gehörten Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez, der Präsident der Junta de Andalucía Juanma Moreno, die dritte Vizepräsidentin und Ministerin für den ökologischen Wandel Sara Aagesen sowie die Exekutiv-Vizepräsidentin der Europäischen Kommission für einen sauberen, gerechten und wettbewerbsfähigen Übergang, Teresa Ribera.

Sánchez sprach von einer „riesigen industriellen Chance“, die nicht nur Beschäftigung schaffe, sondern auch zeige, dass „die Energiewende bereits Investitionen“ anzieht, aus öffentlichen und privaten Quellen.

„Spanien und Europa waren über Jahrzehnte zu abhängig von Energie aus anderen Weltregionen. Das ist zum Teil noch immer so. Leider erinnert uns jede internationale Krise daran, welchen hohen Preis wir für diese Abhängigkeit zahlen“, sagte er. „Wir dürfen unsere Versorgung nicht den Launen ungerechtfertigter Kriege, fremden Spannungen oder den legitimen geopolitischen Interessen anderer Mächte überlassen, die aber nicht unsere sind. Und wir dürfen schon gar nicht die Zeche für jene zahlen, die Energie zu einem weiteren Instrument ihrer Machtspiele machen.“

Regierungschef Pedro Sánchez in der Anlage des Andalusischen Tals für grünen Wasserstoff von Moeve in Palos de la Frontera, Huelva.
Regierungschef Pedro Sánchez in der Anlage des Andalusischen Tals für grünen Wasserstoff von Moeve in Palos de la Frontera, Huelva. Moeve

Spanien im Zentrum der Wasserstoffproduktion

Nach Einschätzung von Moeve bieten die Standortbedingungen in Spanien, besonders in Andalusien, einen klaren Vorteil für die Entwicklung von grünem Wasserstoff. Das Unternehmen verweist auf reichlich Solar- und Windenergie, verfügbare Flächen für große erneuerbare Anlagen und Rahmenbedingungen, die die Produktion von Ökostrom zu wettbewerbsfähigen Kosten ermöglichen.

„Spanien hat reichlich Sonnenenergie, sehr gute Windkraft und Raum für den Bau großer erneuerbarer Parks“, sagte Wetselaar. Weil erneuerbarer Strom einen großen Teil der Produktionskosten von grünem Wasserstoff ausmacht, könne die Verfügbarkeit erneuerbarer Ressourcen Spanien seiner Einschätzung nach zu einem der wichtigsten Produzenten Europas machen.

Das Projekt „Onuba“ wird von Moeve geführt, das 51 % der Initiative kontrolliert. Hy24 und Cofides halten zusammen 29 %, während Enagás Renovable und Alter Enersun die übrigen 20 % übernehmen.

Die Europäische Union hat das Vorhaben als Projekt von gemeinsamem Interesse eingestuft. Es erhält 304 Millionen Euro Fördermittel von der spanischen Regierung über den Aufbau-, Transformations- und Resilienzplan, der von der EU im Rahmen von NextGenerationEU finanziert wird.

Visualisierung der Anlage des Andalusischen Tals für grünen Wasserstoff von Moeve in Palos de la Frontera, Huelva.
Visualisierung der Anlage des Andalusischen Tals für grünen Wasserstoff von Moeve in Palos de la Frontera, Huelva. Moeve

Projekt mit zwei GW Elektrolysekapazität

„Onuba“ bildet die erste Ausbaustufe des Andalusischen Tals für grünen Wasserstoff. Moeve will das Projekt so weiterentwickeln, dass in den Energieparks in Palos de la Frontera und San Roque in der Provinz Cádiz insgesamt zwei GW Elektrolysekapazität entstehen.

Außerdem möchte das Unternehmen die Produktion in Huelva mit anderen europäischen Industriezentren verbinden, etwa über Pipelines oder per Schiffstransport. „Wir wollen diese Anlage hochskalieren und Huelva mit anderen Industriezentren in Europa vernetzen“, erklärte Wetselaar.

Die Wasserstoffprojekte sind Teil eines umfassenderen Umbaus der Moeve-Standorte in Andalusien. Der Konzern plant insgesamt Investitionen von 2.400 Millionen Euro in Energiewende-Projekte in der Region, darunter „Onuba“ und eine Biokraftstoffanlage der zweiten Generation, die nachhaltigen Flugkraftstoff und erneuerbaren Diesel produzieren soll.

Nach Ansicht von Wetselaar reicht die Wirkung dieser Vorhaben weit über die Energieproduktion hinaus. „Wenn Spanien den Ausbau vorantreibt, sprechen wir über Tausende Arbeitsplätze, einen spürbaren Effekt auf das Bruttoinlandsprodukt und natürlich über politische Bedeutung“, sagte er. Die Fähigkeit, erneuerbare Energie zu erzeugen und zu exportieren, könnte seiner Meinung nach das energiepolitische Verhältnis Spaniens zum übrigen Europa verändern.

Cutter • Juan Isidro Montero Garcia

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Energie im Gestein: Wird der Untergrund zur Batterie der Energiewende?

Spanien rückt mit Milliardenprojekt in Huelva an die Spitze beim grünen Wasserstoff

Der meiste Müll endet auf der Deponie: Forscherin gibt ihm ein zweites Leben