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Vom Herzinfarkt zum Mordverdacht: Der rätselhafte Tod des Josep Juanpere

Foto: Josep Juanpere
Foto: Josep Juanpere. -  Copyright  Cortesía: gcaarchitects
Copyright Cortesía: gcaarchitects
Von Christina Thykjaer
Zuerst veröffentlicht am •Zuletzt aktualisiert
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Zwei Tage nach einem Krankenhausbesuch war der bekannte Architekt Josep Juanpere tot, offiziell an einem Herzleiden gestorben. Nun wurde seine Partnerin festgenommen, und ein Schlüsselzeuge liegt im Koma.

Ein rätselhafter Fall beschäftigt derzeit die katalanische Öffentlichkeit. Neun Monate nach dem Tod des bekannten Architekten Josep Juanpere in seinem Ferienhaus in Baqueira, der zunächst als natürlicher Tod eingestuft worden war, gibt es eine überraschende Wendung: Die katalanische Polizei hat seine Partnerin wegen des Verdachts festgenommen, an seinem Tod beteiligt gewesen zu sein.

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Die letzten Stunden vor Weihnachten

Juanpere war 72 Jahre alt und nur zwei Tage vor seinem Tod ins Krankenhaus von Vielha gefahren, weil er sich unwohl fühlte. Die Ärzte behandelten ihn dort und behielten ihn mehrere Stunden zur Beobachtung, bevor er in sein Ferienhaus in Baqueira zurückkehrte, wo er die Weihnachtsfeiertage mit seiner Partnerin verbrachte. Am 26. Dezember 2025 fanden Angehörige ihn dort tot auf.

Nach bisherigen Berichten hatten Verwandte zuvor vergeblich versucht, ihn zu erreichen. Schließlich fuhr einer seiner Neffen zu dem Haus und wartete fast eine Stunde vor der Tür, bevor die Partnerin des Architekten öffnete. Als der Neffe eintrat, fand er Juanpere leblos vor, die Frau habe sich offenbar in einem Schockzustand befunden, berichtet die spanische Zeitung El Periódico. Auffällig war, dass die Partnerin den Notdienst zunächst nicht verständigt hatte.

Die erste rechtsmedizinische Untersuchung fand keine Spuren von Gewalt und führte den Tod auf ein Herzleiden zurück, weshalb die Behörden zunächst von einem natürlichen Tod ausgingen. Dennoch nahm das Gericht in Vielha die Umstände unter die Lupe und führte über Monate ein Verfahren unter strenger Geheimhaltung.

Festnahme nach neun Monaten Ermittlung

In dieser Woche nahm der Fall eine neue Wendung. In Madrid wurde Juanperes Partnerin festgenommen, eine etwa 63 Jahre alte Frau. Nach Angaben der Zeitung El Mundo stammt sie aus einer Familie, die ihr Vermögen in der Immobilien- und Hotelbranche gemacht hat, und pflegt enge Kontakte zu einflussreichen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kreisen. Die Ermittler gehen mittlerweile davon aus, dass ausreichende Anhaltspunkte für eine mögliche Tötung vorliegen.

Parallel zur Festnahme führten die Ermittler weitere Durchsuchungen durch. Die Festgenommene muss nun vor dem zuständigen Ermittlungsrichter aussagen, der über ihren weiteren Verfahrensstatus und mögliche Auflagen entscheidet. Die Festnahme bedeutet noch keine Schuldfeststellung, solange das Verfahren läuft, gilt die Unschuldsvermutung.

Zur Ermittlungsarbeit kommt ein weiterer beunruhigender Umstand hinzu: Juanperes Neffe, den die Behörden als Schlüsselzeugen einstufen, weil er den leblosen Körper des Architekten entdeckt hatte, liegt derzeit im Koma. Er wird laut der Zeitung El Confidencial seit Wochen in einer privaten Klinik wegen einer Lungenerkrankung behandelt.

Ein Verfahren unter strenger Geheimhaltung

Weil das Verfahren unter Geheimhaltung steht, sind bislang kaum Details zu den gesammelten Beweisen bekannt. Offen bleibt vor allem, was in den 48 Stunden zwischen Juanperes Krankenhausbesuch und seinem Tod tatsächlich geschah und welcher Umstand die Ermittler dazu bewegte, aus einem vermeintlich natürlichen Tod eine Untersuchung wegen eines möglichen Tötungsdelikts zu machen. Antworten hängen nun vom weiteren Verlauf der gerichtlichen Ermittlungen ab.

Wer war Josep Juanpere?

Josep Juanpere i Miret gründete 1986 gemeinsam mit Antonio Puig in Barcelona das Architekturbüro GCA Architects, eines der bekanntesten spanischen Architektur- und Innenarchitekturbüros mit starker Präsenz in Unternehmens-, Hotel- und Wohnprojekten. Im Lauf der Jahre war das Büro an zahlreichen Projekten für große nationale und internationale Unternehmen beteiligt.

Juanpere war zudem eng mit dem Mango-Gründer Isak Andic befreundet, dessen Tod ebenfalls vor Gericht verhandelt wurde. Andic war im Dezember 2024 bei einer Wanderung in Montserrat tödlich gestürzt, das Verfahren wurde zunächst eingestellt, später aber wieder aufgenommen, wobei sein Sohn Jonathan Andic im Mai 2026 unter Verdacht geriet und festgenommen wurde.

Die Verbindung zwischen den beiden Männern war auch beruflicher Natur: GCA Architects arbeitete für Mango an mehreren Projekten, und Juanpere gestaltete das Interieur von Andics Segelyacht "Nirvana Formentera". Nach dem Tod des Unternehmers hatte sich Juanpere mit bewegenden Worten von ihm verabschiedet und ihn einen "großen Freund" genannt.

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