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Oktoberfest-Bilanz 2026: Unfälle, Upskirting, Besucherrekord

Oktoberfest-Bilanz: So viele Besucher wie noch nie
Oktoberfest-Bilanz: So viele Besucher wie noch nie -  Copyright  (c) Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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Von Franziska Müller
Zuerst veröffentlicht am
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Besucher und Bier: Beides gab es auf dem Oktoberfest 2026 in Massen. Noch nie waren so viele Besucher da, sie haben außerdem 200.000 Maß Bier mehr getrunken als im Vorjahr. Eine Bilanz.

Noch nie hat es mehr Besucher gegeben als in diesem Jahr auf dem Oktoberfest. 7,4 Millionen Menschen sind über die Festwiesen und durch die Bierzelte geschlendert und haben bayerische Tradition gefeiert.

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Das ergibt die Schätzung der Festleitung am vorerst letzten Oktoberfest-Tag. Zum Vergleich: Das Bundesland Hessen hat rund 6,3 Millionen Einwohner. Die meisten Besucher der Wiesn, abgeleitet von der Theresienwiese, kamen nach wie vor aus München selbst oder dem Umland. Die meisten internationalen Gäste reisten aus den USA, Italien und Österreich an. Nach Informationen des Münchner Merkurs kamen etwa 31 Prozent der Gäste aus dem Ausland.

"Was für eine Bilderbuch-Wiesn", sagte Dominik Krause (Grüne) über sein erstes Oktoberfest als Münchner Oberbürgermeister. "Friedlich, entspannt und gut gelaunt. Die Wiesn 2026 war eine der schönsten aller Zeiten."

Viel getrunken, viel gegessen

Nach Angaben des Vereins der Münchner Brauereien wurden in den zwei Oktoberfestwochen etwa 6,7 Millionen Maß getrunken, also 6,7 Millionen Liter. Damit liegt der Bierkonsum um 2,7 Prozentpunkte höher als im vergangenen Jahr.

6,7 Millionen Liter Bier sind aus der Schanke gefloßen.
6,7 Millionen Liter Bier sind aus der Schanke gefloßen. Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved.

Außerdem griffen in diesem Jahr besonders viele zu alkoholfreien Getränken. Ihr Absatz ist um zehn Prozentpunkte angestiegen.

Im Gegensatz zum Vorjahr wurde wieder mehr Hendl (Anmerkung der Redaktion: Hähnchen) gegessen. Insgesamt lag der Umsatz auf Vorjahresniveau, der Herzl- und Mandelverkauf verzeichnete eine Steigerung, wie es von den Festbetreibern heißt. 2025 erwirtschaftete das zweiwöchige Fest rund 1,57 Milliarden Euro Umsatz.

Minus hätte das Oktoberfest fast bei den Maßkrügen gemacht. Etwa 105.000 wurden zunächst geklaut. Sicherheitskräfte und Veranstalter konnten diese aber noch sicherstellen, noch bevor die Besucher das Festgelände verlassen konnten. Wer einen Maßkrug als Souvenir behalten will, muss ihn bei den offiziellen Stellen kaufen: für 35 bis 60 Euro.

Neues Sicherheitskonzept unter Beweis gestellt

Das neue Sicherheitskonzept habe sich dem Oberbürgermeister Dominik Krause (Die Grünen) zufolge bewährt. "Trotz Rekord-Besucherzahl kam es zu keinen kritischen Überfüllungs-Situationen", erklärte Krause.

Die neue Sicherheitszentrale, die verbesserte Videoüberwachung und das Crowd Spotting hätten es ermöglicht, die Besucherströme noch genauer zu beobachten und bei Menschenansammlungen frühzeitig gegenzusteuern, sagte auch Dr. Christian Scharpf, Wiesnchef und Referent für Arbeit und Wirtschaft.

Bei den Eingangskontrollen habe es keine weiteren Probleme gegeben. An den letzten beiden Fest-Samstagen mussten die Haupteingänge vorübergehend geschlossen werden. Besucher wurden auf mehreren Kanälen darüber informiert und umgeleitet. Dadurch sollen Situationen der Überfüllung wie sie im vergangenen Jahr stattgefunden haben, vermieden worden sein.

Im vergangenen Jahr musste außerdem in zwei Fällen das Gelände gesperrt werden. Dieses Jahr war kamen die Veranstalter um einer Sperrung herum.

Worst of Wiesn

Zwei Unfälle, von denen einer tödlich ausging, haben die Stimmung an den Festtagen überschattet. Gleich zu Beginn der Feierlichkeiten ist am 21. September ein Mitarbeiter des Freefall-Towers Hangover von einer Gondel getroffen und eingeklemmt worden. Er hat den Unfall nicht überlebt.

Am Ende des Wiesn, am dritten Oktober wurde der Mitarbeiter einer Schiffsschaukel auf der Oidn Wiesn, dem historischen Festgelände, schwer verletzt. Nach Angaben des Münchner Polizeisprechers Thomas Schelshorn habe sich der Mitarbeiter des Fahrgeschäfts in einem Bereich aufgehalten, wo er nicht hingehen dürfe.

Außerdem kippte ein Reisebus, der auf dem Weg zum Oktoberfest war, auf der Autobahn um. Zwei Menschen kamen dabei ums Leben, viele weitere wurden verletzt. Es handelte sich um eine Reisegruppe aus Italien mit vielen philippinischen Staatsangehörigen.

Insgesamt bewertete Schelshorn die Stimmung auf dem Oktoberfest als "friedlich und überwiegend entspannt". Die Polizei hat mehr Einsätze zu verzeichnen als im Vorjahr, auch die festgestellten Straftaten waren höher. Den Anstieg der Zahlen führte Polizeisprecher Schelshorn auf die höhere Besucherzahl zurück.

Neben dem Skandal um sogenannte Upskirting-Videos verzeichnete die Polizei 80 Sexualdelikte. In etwa zwei Dritteln der Fälle soll es sich um sexuelle Belästigung gehandelt haben, in fünf Fällen gehen die Einsatzkräfte dem Veracht der Vergewaltigung nach. 2025 hatte es ebenso viele Fälle gegeben.

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