Loader
Finden Sie uns
Werbung

Erst Bodenfrost, dann Kälteeinbruch: Dem goldenen Oktober geht die Wärme aus

Autos fahren am Dienstag, dem 21. Oktober 2025, auf einer Straße durch das herbstlich gefärbte Laub im Taunus bei Frankfurt am Main.
Autos fahren am Dienstag, dem 21. Oktober 2025, auf einer Straße durch das herbstlich gefärbte Laub im Taunus bei Frankfurt am Main. -  Copyright  AP Photo
Copyright AP Photo
Von Nela Heidner
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Eiskratzer statt Sonnenbrille? Schon kommende Nacht droht im Süden und Osten Bodenfrost. Ab dem 18. Oktober könnte es dann deutlich kälter werden, mit Minusgraden in den Tälern und Neuschnee in den Alpen. Wie sicher der Umschwung ist und worauf sich Autofahrer und Gartenbesitzer einstellen sollten.

Tagsüber noch mildes Herbstwetter, morgens womöglich die erste gefrorene Windschutzscheibe: Der Oktober zeigt seine Gegensätze. Während an der Nordsee starke bis stürmische Böen möglich sind, müssen sich Gartenbesitzer im Süden und Osten bereits in der kommenden Nacht auf Bodenfrost vorbereiten.

WERBUNG
WERBUNG

Dass die Wetter-App noch Plusgrade anzeigt, ist dabei keine Entwarnung. Denn die offiziell gemessene Lufttemperatur sagt nur bedingt etwas darüber aus, wie kalt es unmittelbar über der Erde wird.

Wetterexperte Dominik Jung erklärt: „Bei klarem Himmel und schwachem Wind kühlt der Boden nachts stark aus. In zwei Metern Höhe, wo offiziell gemessen wird, liegen die Werte dann oft noch knapp über null. Direkt am Boden können es aber minus 1 bis minus 4 Grad sein, in Senken und Tallagen auch etwas weniger.“

Geranien rein, Eiskratzer raus

Für empfindliche Pflanzen kann diese erste Frostnacht bereits zu viel sein. Geranien, Oleander, Zitruspflanzen und Fuchsien sollten geschützt werden. Der Rat: „Gärtner sollten empfindliche Kübelpflanzen wie Geranien, Oleander, Zitruspflanzen oder Fuchsien ins Haus holen oder zumindest mit Vlies abdecken.“

Auch im Gemüsebeet lohnt sich ein letzter Kontrollgang. Zucchini, Kürbis und Bohnen sollten vor der kalten Nacht geerntet werden. Wintergemüse kann dagegen draußen bleiben, weiß Jung: „Robustes Wintergemüse wie Grünkohl, Rosenkohl oder Lauch übersteht leichten Frost problemlos. Grünkohl schmeckt danach sogar besser.“

Autofahrer sollten am Morgen zusätzliche Zeit einplanen. Kritisch sind vor allem Brücken, Waldstücke und schattige Kurven, denn „dort kann sich stellenweise Reifglätte bilden, auch wenn die Straße auf den ersten Blick trocken aussieht.“ Wer noch mit Sommerreifen unterwegs ist, sollte sich jetzt wirklich um einen Wechseltermin kümmern.

Stürmische Küste, frostiger Süden

Im Norden sorgt unterdessen ein Luftdruckgefälle für kräftigen Wind. Zwischen einem Tief über Skandinavien beziehungsweise der nördlichen Nordsee und höherem Luftdruck weiter südlich oder westlich liegen die Linien gleichen Luftdrucks eng beieinander.

Über dem Meer fehlt weitgehend die bremsende Wirkung von Gebäuden, Bäumen und Gelände. Der Grund: „Über dem offenen Meer wird der Wind kaum gebremst, daher kommen die Böen an der Küste und auf den Inseln ungebremst an.“

Der Wind hat allerdings auch eine andere Wirkung: Er mischt die Luft durch und verhindert damit eine starke nächtliche Abkühlung. Deshalb bleibt die Küste voraussichtlich eher frostfrei, während es im windschwachen Süden und Osten empfindlich kalt werden kann.

Ab dem 18. Oktober nur noch 7 bis 13 Grad?

Der größere Einschnitt könnte um den 18. Oktober folgen. Die derzeitigen Modellberechnungen deuten auf kühlere Luft aus nördlichen Richtungen hin. Ein feststehender Termin ist das allerdings noch nicht, betont Meteorologe Jung.

„Bei sechs Tagen Vorlauf sprechen wir von einem Trend, nicht von einer festen Vorhersage.“ Die Modelle zeigen zwar recht übereinstimmend einen Wechsel der Großwetterlage, aber „der genaue Zeitpunkt kann sich aber noch um ein bis zwei Tage verschieben.“

Sollte sich der Trend bestätigen, wäre der Unterschied deutlich spürbar: Statt verbreitet 15 bis 20 Grad könnten die Tageshöchstwerte nur noch etwa 7 bis 13 Grad erreichen. In höheren Mittelgebirgslagen wären teilweise lediglich Temperaturen im mittleren einstelligen Bereich möglich.

Auch nachts würde die Kälte zulegen. Dann droht Frost nicht mehr nur am Boden, sondern auch in der üblichen Messhöhe von zwei Metern. Besonders betroffen wären Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen und Sachsen.

„Dort sind nachts minus 3 bis minus 5 Grad drin, in ungünstigen Senken auch etwas darunter.“ Zu den möglichen Kälteschwerpunkten zählen die Schwäbische Alb, der Bayerische Wald und das Erzgebirge. Am Rhein und an den Küsten dürfte es am mildesten bleiben.

In den Alpen könnte der Winter vorbeischauen

Mit der Kaltluft steigt auch die Aussicht auf Neuschnee in den Alpen: „Die Schneefallgrenze kann vorübergehend auf etwa 1.000 bis 1.500 Meter sinken.“ Oberhalb von rund 2.000 Metern sind nach den aktuellen Berechnungen einige Zentimeter bis örtlich mehr als 20 Zentimeter möglich, besonders an der Alpennordseite.

In den höchsten Mittelgebirgslagen könnten ebenfalls erste Flocken fallen. Ob sie auf Feldberg, Fichtelberg, Brocken oder Arber kurz liegen bleiben, hängt davon ab, ob ausreichend Feuchtigkeit vorhanden ist.

Für eine Wanderung in den Alpen sollten aber auf jeden Fall schon winterliche Bedingungen eingeplant werden. Wege können vereist oder verschneit sein. Für die tieferen Lagen gibt es dagegen eine klare Einschätzung: „Im Flachland ist Schnee derzeit kein Thema.“

Trotz Kälte bleibt der Oktober wohl zu warm

So markant der mögliche Umschwung ausfallen könnte: Er trifft auf einen bislang ungewöhnlich warmen Monatsverlauf. Wetterexperte Jung betont: „Mitte Oktober sind eigentlich 13 bis 15 Grad normal.“

Nach den vielen sonnigen und teilweise spätsommerlichen Tagen dürfte selbst eine kühlere zweite Monatshälfte die bisherige Wärme nicht vollständig ausgleichen. Die vorläufige Einschätzung: Der Oktober könnte insgesamt etwa ein bis zwei Grad über dem langjährigen Mittel enden.

Bevor die Kälte kommt, bleiben noch ein paar praktische Handgriffe: Heizung testen, Heizkörper bei Bedarf entlüften und den Garten winterfest machen. Den ersten Frost sollte man auch nutzen, um Gartenschläuche und Außenwasserhähne zu entleeren, denn, so Jung, „in den nächsten Wochen wird es nicht bei einer Frostnacht bleiben.“

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

EU ringt um Ausbau der Rotmeer-Mission – Huthi verstärken Angriffe

EU hält trotz Trump-Putin-Deal an Russland-Sanktionen fest

Frankreich: 14-jähriger Schüler schießt auf Schulleiter und Lehrerin, zwei Verletzte