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IEA warnt: Dieselpreise in Europa steigen wegen Knappheit bis 2027

Archivfoto: Handelsschiffe liegen im Persischen Golf vor Bandar Abbas im Seegebiet Straße von Hormus, Iran, am sechsten Oktober 2026.
Archivbild: Handelsschiffe liegen in der Straße von Hormus vor Bandar Abbas im Iran am sechsten Oktober 2026. -  Copyright  Amirhosein Khorgooi/ISNA via AP
Copyright Amirhosein Khorgooi/ISNA via AP
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am •Zuletzt aktualisiert
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IEA warnt: Europa drohen in den kommenden Wochen erneut höhere Diesel-Großhandelspreise, gestörte Lieferungen halten den Markt bis 2027 knapp.

Die Dieselmärkte bleiben bis weit ins Jahr 2027 angespannt, und Großhandelspreise für Diesel in Europa könnten in den kommenden Wochen erneut steigen, warnte die Internationale Energieagentur (IEA) am Mittwoch.

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In ihrem Monatsbericht erklärt die in Paris ansässige Energieaufsicht, dass sich die Ölversorgung aus dem Golf zwar erholt, die Treibstoffknappheit aber nicht beendet hat. Die weltweite Produktion liegt weiterhin unter dem Verbrauch.

Die Förderung stieg im September um 2,5 Millionen Barrel pro Tag (mb/d) auf 102,3 mb/d. Ausschlaggebend war ein von Saudi-Arabien angeführter Sprung bei den Rohölexporten aus dem Golf auf mehr als drei Viertel des Vorkriegsniveaus. Trotzdem bleibt das Angebot leicht unter der globalen Nachfrage von rund 103,5 mb/d, schätzt die IEA.

Der Krieg, der mit US-israelischen Angriffen auf den Iran am 28. Februar begann, ist noch längst nicht vorbei.

Der Iran hat die Straße von Hormus, über die etwa ein Fünftel des weltweiten Öls verschifft wird, weitgehend blockiert und in jüngster Zeit die Angriffe auf Schiffe dort verstärkt. Im Jemen greifen von Iran unterstützte Huthi-Rebellen saudische Ölanlagen an.

„Neue Angriffe im Golf machen die Erholung sehr fragil“, erklärte die IEA.

Die britische Seesicherheitsbehörde UKMTO meldete am Dienstag, dass Projektile unbekannter Herkunft einen Tanker und ein Containerschiff in der Meerenge getroffen haben.

Am frühen Mittwoch teilten die Revolutionsgarden des Iran mit, ein Containerschiff mit mehr als 2.500 Boxen sei südlich der Meerenge gesunken, nachdem es auf eine Seemine gestoßen sei und in Brand geraten sei. Die Garde erklärte, das Schiff habe eine nicht genehmigte Route gewählt, und warnte andere vor anhaltenden Gefahren in dem maritimen Nadelöhr.

Brent, die zentrale Referenzsorte für den internationalen Ölmarkt, legte um rund ein Prozent zu und kletterte im frühen Handel am Mittwoch zeitweise über 107 Dollar je Barrel. Inzwischen hat der Preis einen Teil der Gewinne wieder abgegeben und bewegt sich zur Stunde um 106 Dollar.

Die US-Referenzsorte West Texas Intermediate notiert dagegen weitgehend unverändert bei etwa 94,75 Dollar je Barrel.

Dieselmarkt unter Druck

Die Dieselpreise haben sich von den Rekordständen im September über 200 Dollar je Barrel etwas zurückgezogen. Die Referenzpreise „liegen aber weiterhin fast doppelt so hoch wie Rohöl und über ihrem Vorkrisenniveau“, so die IEA.

Die Brennstoffexporte aus dem Nahen Osten erreichen derzeit weniger als die Hälfte des Vorkriegsniveaus, russische Raffinerien stehen wegen ukrainischer Drohnenangriffe unter Druck. Die Dieselversorgung bleibt dadurch angespannt.

Steigende Frachtkosten könnten den Druck weiter erhöhen.

„Die Spannungen im Markt für Rohöltransporte greifen auf andere Tankerklassen über. Dadurch könnten die gelieferten Dieselpreise in den wichtigsten Gasoil-Importregionen Europa, Afrika und Lateinamerika in den kommenden Wochen erneut steigen“, erklärte die IEA.

Nach Einschätzung der IEA lassen sich die verlorenen Dieselreserven vor der zweiten Hälfte des Jahres 2027 kaum über die üblichen saisonalen Schwankungen hinaus wieder auffüllen.

Die G7 sagten am 2. Oktober zu, über die IEA bis zu 100 Millionen Barrel aus Notreserven freizugeben, zunächst Diesel.

Ein Euronews vorliegendes internes Dokument zeigt jedoch, dass damit vor allem noch ausstehende Mengen aus der Zusage über 400 Millionen Barrel vom März abgedeckt würden. Davon sind bislang 326 Millionen Barrel freigegeben, zusätzliche Volumina kämen nicht hinzu.

Ölnachfrage: IEA und OPEC mit unterschiedlichen Prognosen

Die IEA rechnet nun damit, dass hohe Preise und schwächeres Wachstum die weltweite Ölnachfrage in diesem Jahr um 2,6 mb/d auf 102,4 mb/d drücken. Das ist etwas mehr als der Rückgang um 2,5 mb/d, den sie im Vormonat prognostiziert hatte.

Für das kommende Jahr senkte die Agentur die erwartete Erholung von 2,6 auf 2 mb/d. Damit läge die Nachfrage im Jahr 2027 um 0,6 % unter dem Niveau von 2025, statt knapp darüber.

Die OPEC, der Zusammenschluss der Ölexportländer, blickt deutlich optimistischer nach vorn.

Zwar senkte sie am Dienstag zum sechsten Mal in Folge ihre Prognose für das Nachfragewachstum 2026, von 380.000 auf 180.000 Barrel pro Tag. Gleichzeitig hob sie die Schätzung für 2027 von 2,36 auf 2,55 mb/d an. Sie rechnet damit, dass die durch den Krieg geleerten Lagerbestände wieder gefüllt werden.

Nach Angaben der OPEC stieg die Rohölförderung der OPEC+-Staaten, zu denen auch Russland gehört, im September um rund 900.000 Barrel pro Tag auf 39,07 mb/d.

Sieben Kernmitglieder ließen ihre Förderziele für November am 4. Oktober unverändert. Die meisten produzieren wegen des Krieges dennoch unterhalb ihrer Quote. Am 1. November wollen sie erneut zusammenkommen. Die Vereinigten Arabischen Emirate sind im Mai aus beiden Bündnissen ausgestiegen.

Sollten die Konflikte in der Region ungelöst bleiben, „dürften die Ölmärkte in den kommenden Monaten weitere Turbulenzen erleben, bevor sich 2027 ein möglicher Überschuss abzeichnet“, warnte die IEA. Der Vorstand der Agentur kommt am Donnerstag zusammen.

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