Mexiko liegt in einer komplexen Erdplattenzone, Erdbeben im Pazifischen Feuerring sind dort häufig. Ungewöhnlich ist, dass drei Monate nach dem Beben der Stärke 7,4 vom 27. Juli noch immer Nachbeben registriert werden.
Erdeben in Mexiko sind sehr häufig - aber das mehr als drei Monatre nach dem großen Beben im Sommer die Erde noch immer wackelt ist außergewöhnlich.
Über 3.000 Nachbeben in drei Monaten
Für den Nationalen Seismologischen Dienst Mexikos (SSN) ist vor allem die Dauer der Aktivität alarmierend (PDF (Quelle auf Spanisch)). Nach Angaben des SSN wurden seti dem Sommer 3.010 Nachbeben des Hauptstoßes von Juli registriert. Und die Zahl steigt jeden Tag. Forscher sprechen bei einer solchen anhaltenden Aktivität von einer seismischen Sequenz. Dabei setzt die Hauptverwerfung weiterhin schrittweise Energie frei und löst kleinere Beben aus – die Nachbeben des ursprünglichen Stoßes.
Diese Nachbeben fallen meist schwächer aus. Wenn sich jedoch viele ereignen, können sie kleine Erschütterungen erzeugen, die Menschen über Wochen oder sogar Monate spüren – so wie jetzt.
Großen Beben im Sommer
Rückblick: Am siebzehnten Juli 2026 setzte vor der Westküste nahe Mexiko eine seismische Sequenz ein. Das Hauptbeben erreichte eine Stärke von 7,4 auf der sogenannten Richter-Skala.
Es ereignete sich um acht Uhr 48 Ortszeit, rund 135 Kilometer von Ciudad Hidalgo im Bundesstaat Chiapas entfernt, in nur etwa zehn Kilometern Tiefe. Offizielle Berichte der UNAM lokalisieren das Epizentrum bei 14,162° nördlicher Breite und 93,287° westlicher Länge.
Dieser Punkt liegt in der Subduktionszone der tektonischen Cocos-Platte. Die Region gehört zu den aktivsten Abschnitten des sogenannten Pazifischen Feuerrings. Die Erschütterungen waren in Chiapas und Oaxaca deutlich zu spüren. Sie blieben kein Einzelfall: Die Aktivität hält seit drei Monaten an.
Der SSN überwacht die seismische Aktivität in der Region in Echtzeit. In den vergangenen 24 Stunden registrierten die Messstationen Beben mit Magnituden zwischen 3,2 und 2,8 in den Bundesstaaten Guerrero und Oaxaca.
Seismische Sequenz: warum Informationen entscheidend sind
Im Südwesten Mexikos leben Millionen Menschen in dicht besiedelten Gebieten mit verletzlichem historischem Erbe. Ein Beben wie Ende Juli und eine Aktivität, die nun schon mehr als drei Monate andauert, führen dem Land das hohe Erdbebenrisiko dieser Region deutlich vor Augen.
Die Behörden betonen jedoch, dass es nicht um Panik geht. Die mexikanischen Stellen formulieren es klar: „Das Risiko lässt sich mit Information steuern, nicht mit Panik.“
Fachleute werden die Sequenz weiter Tag für Tag verfolgen, bis die Aktivität deutlich nachlässt. Die Bevölkerung soll darüber informiert werden. Bis dahin empfehlen die Behörden, den Hinweisen des SSN und des Katastrophenschutzes in der eigenen Region zu folgen, falls es erneut zu Erschütterungen kommt.