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DANA-Wetterphänomen in Spanien: Macht der Klimawandel es extremer?

Das Foto einer Kinderpuppe, die im Hochwasser von Valencia 2024 treibt, wurde zum eindringlichen Symbol der Tragödie.
Dieses Foto einer Kinderpuppe in den Überschwemmungen von Valencia 2024 gilt heute als eindringliches Symbol der Tragödie. -  Copyright  AP Photo/Alberto Saiz
Copyright AP Photo/Alberto Saiz
Von Ruth Wright mit AFP
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Valencia 2024: Eine DANA löst tödliche Überschwemmungen aus, 200 Menschen sterben.

Ein Unwetter über Ostspanien hat fünf Menschen das Leben gekostet. Autos und Straßen standen tief unter Wasser. Verantwortlich ist das Wettersystem DANA.

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Sturm Adam brachte örtlich bis zu 700 Liter Regen pro Quadratmeter innerhalb von nur 24 Stunden in Teilen der Region Valencia. Die Fluten rissen abgestellte Autos mit, setzten Straßen unter Wasser und schnitten Anwohner von der Außenwelt ab. Einsatzkräfte mussten einige Menschen mit Hubschraubern in Sicherheit bringen.

Der Küstenort Oliva gehörte in der Nacht zum Montag zu den am stärksten betroffenen Gebieten. Eine 79-jährige Frau wurde tot in ihrem Haus gefunden. Auf einem nahen Campingplatz erlitt ein Mann einen tödlichen Herzinfarkt. Ein weiterer Mann ertrank beim Schwimmen an einem Strand in Sagunto. Feuerwehrleute in der Nachbarregion Katalonien meldeten zudem den Tod einer Frau, die in einen durch Regen stark angeschwollenen Bach stürzte.

Der Sturm Adam erinnert an die plötzlichen Wolkenbrüche, die Valencia 2024 verwüsteten. Damals fiel in manchen Gegenden innerhalb von 24 Stunden so viel Regen wie sonst in einem ganzen Jahr. 200 Menschen kamen ums Leben – eine der schlimmsten Flutkatastrophen Europas seit Ende der 1960er-Jahre und die schwerste in Spanien seit vielen Jahrzehnten.

Die Regierung geriet damals massiv in die Kritik, weil sie die Bevölkerung kaum vorwarnte. Nun scheint sie dazugelernt zu haben: Noch vor Eintreffen des Sturms Adam verschickten die Behörden Warnmeldungen auf Mobiltelefone. Sie riefen dazu auf, Reisen zu vermeiden, sich von Flüssen und Schluchten fernzuhalten und Schutz auf höher gelegenen Flächen oder in den oberen Stockwerken von Gebäuden zu suchen.

Die Ereignisse von 2024 machten viele Europäer erstmals mit einem Wetterphänomen vertraut, das Spanien häufig trifft: DANA. Was steckt dahinter – und werden diese Ereignisse durch den Klimawandel tödlicher?

Was ist eine DANA?

DANA steht für „Depresión Aislada en Niveles Altos“. Eine wörtliche Übersetzung ins Deutsche ist schwierig. Gemeint sind Wetterlagen mit heftigem Regen, stürmischem Wetter und einem plötzlichen Temperatursturz.

Je größer der Temperaturunterschied, desto stärker der Sturm. Deshalb treten die heftigsten DANAs meist am Ende des Sommers, im September und Oktober, auf und treffen vor allem den Süden und Osten Spaniens.

Vereinfacht gesagt handelt es sich bei einer DANA um eine sehr intensive Windströmung, die entsteht, wenn sie sich vom Polarjet abkoppelt – einer Art Tasche kalter Luft, die von wärmerer Luft umgeben ist. Diese kann sich verlagern und extremes Wetter auslösen. Wenn kalte und warme Luftmassen aufeinandertreffen, kommt es zu solchen Extremereignissen.

Vor allem Südostspanien ist anfällig für DANAs, weil sich dort Einflüsse des Atlantiks und des Mittelmeers überlagern. Kalte Luftfronten können zu bestimmten Jahreszeiten auf sehr warme Luft treffen. Zudem begünstigen Gebirgszüge in der Region die Bildung von Gewitterwolken und damit von Starkregen.

DANA etabliert sich im Alltagswortschatz in Spanien

Viele Menschen in Spanien verwenden den Begriff DANA inzwischen ganz allgemein für einen schweren Sturm. Das war nicht immer so.

Über Jahre war die Bezeichnung „gota fría“, wörtlich „kalter Tropfen“, üblich, wie The Local Spain erläutert (Quelle auf Englisch). Mit modernerer Technik lassen sich Wetterlagen jedoch genauer vorhersagen und verstehen. Meteorologinnen und Meteorologen halten DANA daher für den treffenderen Begriff, weil er spezifischer ist.

Auf ihrer Website erklärt Spaniens Wetterdienst Aemet (Quelle auf Englisch): „Der Ausdruck gota fría bezeichnet ein relativ altes Konzept, das im Laufe der Jahre überholt wurde. Neue Sichtweisen auf Prozesse in der Troposphäre und neue Beobachtungsinstrumente haben dazu geführt, dass wir die Vorstellungen über diese isolierten Kaltluftgebiete in höheren Schichten überarbeiten und neu definieren mussten.

„Wir sind der Ansicht, dass der Begriff DANA, den wir mit dem angelsächsischen Ausdruck ‚cut-off low‘ verbinden, genauer und realistischer ist als gota fría. Da das Konzept der gota fría wenig präzise und unvollständig ist, sollte es durch einen moderneren Begriff ersetzt werden.“

Macht der Klimawandel DANAs gefährlicher?

Die Überflutungen von Valencia 2024 sorgten weltweit für Schlagzeilen. Viele zeigten sich schockiert über das Ausmaß der Zerstörung in einem wohlhabenden europäischen Land. Klimaforschende analysierten anschließend, welche Rolle die globale Erwärmung spielte.

Sie kamen zu dem Schluss, dass eine DANA das Ereignis auslöste und dass die Erderwärmung es sehr wahrscheinlich verschärfte.

„Daran besteht kein Zweifel: Diese explosiven Wolkenbrüche wurden durch den Klimawandel intensiviert“, sagte 2024 Dr. Friederike Otto, Leiterin von World Weather Attribution am Centre for Environmental Policy des Imperial College London.

Auslöser der Fluten war ein abgeschnürtes Tiefdrucksystem, das sich aus einem ungewöhnlich stark mäandernden, blockierten Jetstream gelöst hatte. Dieses System blieb über der Region stehen und ließ innerhalb von acht Stunden Regenmengen niedergehen, die sonst ein ganzes Jahr füllen.

Außergewöhnlich hohe Meerestemperaturen, stark begünstigt durch den menschengemachten Klimawandel, und eine sich erwärmende Atmosphäre beeinflussen direkt, wie viel Wasser solche Stürme aufnehmen können. Nach langer Dürre konnte der ausgetrocknete Boden in großen Teilen Ost- und Südspaniens den Regen zudem kaum noch aufnehmen.

Eine schnelle Teilanalyse eines internationalen Teams um Otto ergab, dass der menschengemachte Klimawandel die Regenmengen über Spanien um rund zwölf Prozent erhöhte. Außerdem kam sie zu dem Schluss, dass eine solche Wetterlage heute etwa doppelt so wahrscheinlich ist wie früher.

Auch wenn es sich nicht um eine vollständige, detaillierte Zuordnungsstudie handelt, sehen die Forschenden den Klimawandel als wahrscheinlichste Erklärung für die extremen Niederschläge.

„Mit jedem Bruchteil eines Grad zusätzlicher Erwärmung durch fossile Brennstoffe kann die Atmosphäre mehr Feuchtigkeit aufnehmen. Das führt zu heftigeren Regenfällen. Diese tödlichen Überschwemmungen sind ein weiteres Mahnzeichen dafür, wie gefährlich der Klimawandel bereits geworden ist – bei nur 1,3 °C Erwärmung“, so Otto.

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